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München: Zoll stellt 1,4 Tonnen von gefährlicher Viagra-Schokolade sicher


Rund 1,4 Tonnen
Münchner Zoll stellt "Viagra-Schokolade" sicher

Von t-online, son

Aktualisiert am 04.03.2024Lesedauer: 2 Min.
Eine kleine Tafel der potenzsteigernden Schokolade: Insgesamt stellten die Münchner Fahnder fast 60.000 davon sicher.Vergrößern des BildesEine kleine Tafel der potenzsteigernden Schokolade: Insgesamt stellten die Münchner Fahnder fast 60.000 davon sicher. (Quelle: Generalzolldirektion)
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Schokolade gibt es in den verschiedensten Variationen. Eine ungewöhnliche und zugleich gefährliche Sorte ziehen Ermittler des Münchner Zolls aus dem Verkehr.

Von dieser süßen Versuchung sollte man(n) besser die Finger lassen. Ermittler des Zollfahndungsamts München haben insgesamt 1,4 Tonnen mit potenzsteigernden Arzneistoffen versetze Schokolade sichergestellt. Den kleinen Tafeln war Sildenafil und Tadalfil beigemischt. Zwei Wirkstoffe, die normalerweise in zugelassenen Arzneimitteln wie Viagra zur Behandlung von erektiler Dysfunktion enthalten sind.

Die erste Ladung konnte bereits im August 2022 in einer Lagerhalle im Großraum Mannheim sichergestellt werden. Im November 2022 und April 2023 wurden schließlich zwei weitere Lkw-Fuhren von den Ermittlern abgefangen, sagte ein Sprecher der Generalzolldirektion auf Nachfrage von t-online. Insgesamt seien bei den vom Münchner Zollfahndungsamt koordinierten Aktionen 59.250 Tafeln Schokolade der Marke "Hornet – the Horny Performance" gefunden worden.

Hamburger Fahnder machen noch größeren Fund

Dass die Sicherstellung des ersten Fundes in Mannheim erfolgte, sei dabei nichts Ungewöhnliches. "Dass Ermittlungen einer bestimmten Dienststelle zu Maßnahmen führen, die geografisch weit entfernt sind, ist keine Seltenheit", erklärte der Zollsprecher.

Neben den Münchner Fahndern konnten auch die Kollegen aus Hamburg einen großen Erfolg vermelden. Sie stellten mehr als 12,5 Tonnen als "Zuckerriegel" deklarierter Ware mit einem Verkaufswert von 1,7 Millionen Euro sicher. Auch diese waren mit potenzsteigernden Substanzen versetzt, teilte der Zoll mit.

Vermeintliche Süßigkeiten sind bedenkliche Arzneimittel

Das Gefährliche an den Produkten: Diese werden damit beworben, auf natürliche Weise potenzsteigernd zu wirken. So sollte die von den Münchner Ermitteln sichergestellte Zartbitterschokolade laut Inhaltsangabe durch Ginseng und Guarana-Extrakt durchblutungsfördernd sein.

Ein Gutachten des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) habe jedoch ergeben, dass die Schokolade je Tafel 30 Milligramm Sildenafil enthielt, erklärte der Zollsprecher t-online. Somit sei die vermeintliche Süßigkeit, die offenbar in der Türkei hergestellt wurde, nach dem Arzneimittelgesetz als "bedenkliches Fertigarzneimittel" einzustufen.

Verkäufern droht im schlimmsten Fall Gefängnis

Generell warnt der Zoll vor dem Verzehr von Produkten, die eine vermeintlich natürliche und potenzsteigernde Wirkung versprechen. Vor allem, wenn diese – wie die von den Münchner Ermittlern gefundene Schokolade – aus dem Ausland stammen. Die Verwendung berge erhebliche Gesundheitsrisiken. Die unkontrollierte Einnahme der pharmazeutischen Wirkstoffe ohne ärztliche Aufsicht könne schwerwiegende und gefährliche Folgen haben.

Da es sich meist um Süßigkeiten wie Schokolade oder honigähnliche Substanzen handle, welche mit den Potenzmitteln versetzt wird, bestehe zudem die erhöhte Gefahr für einen unbeabsichtigten Konsum durch Kinder. Die Einfuhr und der Vertrieb solcher Lebensmittel, die als Arzneimittel anzusehen sind, könne Freiheitsstrafen nach sich ziehen, sagte der Sprecher.

Verwendete Quellen
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