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München: Giftanschlag im Supermarkt – Frau soll Kinder 2018 vergiftet haben

Verdächtige jahrelang tätig  

Giftanschlag im Supermarkt – Frau soll 2018 Kinder vergiftet haben

25.06.2020, 14:15 Uhr | dpa

München: Giftanschlag im Supermarkt – Frau soll Kinder 2018 vergiftet haben. Eine Frau geht mit einem Einkaufswagen an dem Getränkeregal eines Supermarktes vorbei (Symbolbild): In München hat eine 56-Jährige Flaschen manipuliert und Getränke vergiftet. (Quelle: imago images/Eibner Europa)

Eine Frau geht mit einem Einkaufswagen an dem Getränkeregal eines Supermarktes vorbei (Symbolbild): In München hat eine 56-Jährige Flaschen manipuliert und Getränke vergiftet. (Quelle: Eibner Europa/imago images)

Die Verdächtige im Fall vergifteter Getränkeflaschen in Münchner Supermärkten soll mindestens seit 2018 wahllos mit Gift hantiert haben. Unter ihren Opfern waren wohl auch zwei Kinder.

Die Frau, die in München Getränke in Supermärkten vergiftet haben soll, steht unter Verdacht schon seit mindestens 2018 Flaschen manipuliert zu haben. Zwei mögliche Opfer der Frau – zwei Kinder – machte die Polizei nun im Zuge der Ermittlungen aus, wie der Leiter des Kriminalkommissariats 11 der Münchner Polizei, Josef Wimmer, sagte. Die Beschuldigte äußere sich nach wie vor nicht zu den Vorwürfen. Daher sei kein Motiv erkennbar. Die Sonderkommission "Tox" sucht jetzt Zeugen für ähnliche Vorfälle.

Aktuell geht es um eine Veranstaltung im Münchner Kulturzentrum Gasteig im November 2018. Die beiden damals sieben und zehn Jahre alten Kinder hätten Apfelsaft getrunken und danach Schwindelgefühle gehabt, sich erbrochen, seien ohnmächtig geworden und hätten eine Nacht im Krankenhaus bleiben müssen. Es gebe nach heutigen Erkenntnissen jedoch keine Folgeschäden, so Wimmer.

Fall galt Jahre aus ungeklärt

Unter anderem hätten Zeugen damals eine auffällige Frau bei der Veranstaltung gesehen und die Tatverdächtige nun wiedererkannt, sagte er. Zudem habe die psychisch kranke Frau eine Art Postkarte verfasst, die Hinweise auf den Vorfall im Gasteig enthielt. Da es seinerzeit keine weiteren Erkenntnisse gab, galt der Fall bisher als ungeklärt.

Im März und April waren vier manipulierte Flaschen in zwei Münchner Supermärkten aufgetaucht. Drei Kunden hatten die vergifteten Flaschen gekauft und daraus getrunken. Zwei Frauen im Alter von 34 und 42 Jahren mussten laut Polizei sofort medizinisch behandelt werden. Auch einem 48-Jährigen soll es nach dem Verzehr schlecht gegangen sein. Die Dosis der Lösungsmittel hätte nach Einschätzung der Ermittler tödlich wirken können. Die Polizei nahm die 56-Jährige Anfang Juni fest. Sie kam auf Geheiß eines Gutachters in eine Psychiatrie.

"Das Schlimmste für Eltern"

Der Sprecher des Münchner Polizeipräsidiums, Marcus da Gloria Martins, betonte, die Frau sei nicht nur im Raum München unterwegs gewesen, sondern auch überregional. Wimmer ergänzte, es gebe bislang jedoch keine Hinweise, ob sie auch jenseits von München Anschläge verübt habe. Ebenso deute derzeit nichts darauf hin, dass sie auch im Nachtleben, etwa in Bars, unterwegs war.

Anne Leiding von der Staatsanwaltschaft München I sagte, der Vorfall im Gasteig sei für Eltern "das Schlimmste, was man sich so vorstellen kann". Die Behörde ermittle wegen mehrfachen versuchten Mordes in Tateinheit unter anderem mit gemeingefährlicher Vergiftung. Leiding machte aber auch deutlich, dass der Nachweis eines Mordversuchs sehr schwierig sei und die Ermittler noch viel Arbeit vor sich hätten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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