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Ist naturtrüber Apfelsaft gesünder als klarer?

Von t-online, dpa, hs, sah

Aktualisiert am 21.10.2021Lesedauer: 3 Min.
Gefiltert oder nicht: Apfelsaft gehört zu den beliebtesten Fruchtsäften in Deutschland.
Gefiltert oder nicht: Apfelsaft gehört zu den beliebtesten Fruchtsäften in Deutschland. (Quelle: HandmadePictures/getty-images-bilder)
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Oft gibt es ihn zum Frühstück, viele Kinder bekommen ihn, denn gesund soll er sein. Doch was steckt alles drin im Apfelsaft? Welche Variante ist besonders gut für das Immunsystem?

Das Wichtigste im Überblick


  • Ist naturtrüber Apfelsaft gesünder als klarer?
  • Apfelsaft selbst machen
  • Apfelsaft: Kalorien und Inhaltsstoffe
  • Eignet sich Apfelsaft für eine vegane Ernährung?
  • Cocktails mit Apfelsaft

Viele Menschen trinken gerne mal ein Glas Apfelsaft. Doch dabei stellt sich häufig eine Frage: Sollte man naturtrüben Apfelsaft bevorzugen, weil er gesünder ist als klarer Apfelsaft?


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Ist naturtrüber Apfelsaft gesünder als klarer?

Naturtrüber Apfelsaft entsteht, wenn der Saft nach dem Pressen nicht gefiltert wird. Wollen Sie beim Apfelsaft-Trinken auf Ihre Gesundheit achten, greifen Sie am besten zu naturtrübem Direktsaft. Er enthält besonders viele Polyphenole, denen eine krebshemmende und das Herzinfarktrisiko senkende Wirkung zugeschrieben wird. Denn die Polyphenole fangen die sogenannten freien Radikalen ab, die die Körperzellen schädigen können.

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Gebunden sind die auch als sekundäre Pflanzenstoffe bezeichneten Saftbestandteile an die Schwebstoffe, die für klaren Apfelsaft herausgefiltert werden. Sie machen ihn weniger durchsichtig als den klaren Apfelsaft und geben dem ungefilterten Apfelsaft sein besonderes und eher kräftiges Aroma.

Schwebstoffe sind winzige Restpartikel von Schale und Fruchtfleisch, die sekundäre Pflanzenstoffe enthalten.

Diese sekundären Pflanzenstoffe können zudem die Schutzmechanismen des Darms stärken und die Freisetzung schädlicher Sauerstoffverbindungen hemmen. In Tierversuchen hat sich gezeigt, dass sie die Entstehung von Krebsvorstufen im Darm verhindern können. Wer im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung regelmäßig Apfelsaft trinkt, kann damit einen Beitrag zur Darmgesundheit leisten. Bereits bestehende Entzündungen im Darm lindert Apfelsaft aber nicht.

Apfelsaft: Die Deutschen mögen den Fruchtsaft und trinken ihn gerne zum Frühstück.
Apfelsaft: Die Deutschen mögen den Fruchtsaft und trinken ihn gerne zum Frühstück. (Quelle: Imgorthand/getty-images-bilder)

Info: Naturtrüber Apfelsaft ist zwar gesünder als klarer, jedoch auch nicht gänzlich naturbelassen. Oft werden Enzyme zugesetzt, um zu verhindern, dass sich das Fruchtfleisch am Flaschenboden absetzt.

Apfelsaft selbst machen

Wer genügend Äpfel gekauft hat, einen Apfelbaum besitzt oder Äpfel von einer Streuobstwiese nehmen darf, kann Apfelsaft selbst herstellen. Dabei hängen Süße und Geschmack des Saftes von der verwendeten Apfelsorte ab.

Für einen Liter Apfelsaft benötigen Sie:

  • 2 kg Äpfel
  • halbe Packung Einmachhilfe
  • Sieb
  • Messer
  • Kochlöffel
  • Mulltuch
  • Schöpflöffel
  • Flasche

Anleitung:

  1. Legen Sie die Flasche, in die Sie den Saft abfüllen möchten, bei 140 Grad für etwa zehn Minuten in den Backofen. Auf diese Weise wird die Flasche keimfrei gemacht.
  2. Waschen Sie die Äpfel sorgfältig und entfernen Sie mit einem Messer dunkle Stellen und Wurmstich. Entsorgen Sie faule Äpfel und schneiden Sie Stiele und Kerngehäuse heraus.
  3. Geben Sie die Apfelstücke in den Topf und füllen Sie Wasser hinzu, bis die Früchte bedeckt sind. Kochen Sie alles bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten lang.
  4. Legen Sie das Sieb mit dem Mulltuch aus und geben Sie die gekochte Apfelmasse hinein. Wringen Sie das Tuch über dem Topf gut aus, damit kein Apfelsaft verlorengeht.
  5. Geben Sie je nach Bedarf Zucker oder Zitronensaft hinzu und lassen Sie den Saft weitere 20 Minuten bei kleiner Flamme köcheln. Schöpfen Sie dabei den Schaum ab.
  6. Rühren Sie anschließend die Einmachhilfe ein und füllen Sie den Saft in die sterile Flasche ab, die Sie fest verschließen. Lagern Sie den Apfelsaft an einem kühlen Ort, dann ist er bis zu einem Jahr haltbar.

Tipp: Sie können Apfelsaft auch mit einem Entsafter wie einem Dampf- oder einem Kaltentsafter herstellen.

Apfelsaft: Kalorien und Inhaltsstoffe

Äpfel: Wer welche übrig hat, kann auch mal Saft daraus machen.
Äpfel: Wer welche übrig hat, kann auch mal Saft daraus machen. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa-bilder)

Welche Nährstoffe im Apfelsaft stecken, können Sie der Tabelle entnehmen. Die Werte beziehen sich auf Apfelsaft ohne Zuckerzusatz und Ascorbinsäure. Als Vergleich sind die Nährwerte einer Coca Cola angegeben.

Nährstoffe pro 100 Milliliter Apfelsaft Coca Cola
Kalorien 46 39
Kohlenhydrate 11,3 g 10,83 g
Zucker 9,62 g 10,83 g
Proteine 0,1 g 0 g
Fette 0,13 g 0 g
Ballaststoffe 0,2 g 0 g
Kalzium 8 mg 0 mg

Weil es sich bei Apfelsaft um ein Naturprodukt handelt und sich auch die Sorten unterscheiden, können die Werte schwanken. Insbesondere der Gehalt an Kalzium kann verschieden ausfallen.

Ob klar oder naturtrüb – Apfelsaft enthält viel Fruchtzucker und somit auch viele Kalorien: etwa 92 pro Glas (0,2 Liter). Die gleiche Menge Coca Cola enthält mit 78 Kalorien weniger Energie. Das zu wissen ist besonders wichtig für Eltern, denn sie verschätzen sich häufig, wenn es um die Zuckermenge in Lebensmitteln geht.

Tipp: Wenn Sie Apfelsaft mit reichlich Wasser verdünnen und ihn so als Schorle genießen, dann haben Sie immer noch den charakteristischen Apfelgeschmack, nehmen aber weniger Zucker zu sich.

Eignet sich Apfelsaft für eine vegane Ernährung?

Naturtrüber Apfelsaft ist nicht mit Gelatine geklärt und eignet sich daher für eine vegane Ernährung.

Cocktails mit Apfelsaft

Wem Apfelschorle zu langweilig schmeckt, der kann den Fruchtsaft mit einem Schuss Alkohol aufpeppen und als Cocktail genießen.

Apple Knocker mit Wodka

  • 2 cl Wodka
  • etwas Apfelsatz
  • Crushed Ice

Füllen Sie ein Whiskyglas zur Hälfte mit dem Eis und gießen Sie den Wodka darüber. Rühren Sie gut um und füllen Sie das Ganze mit Apfelsaft auf.

Wer Apfelsaft ohne Alkohol genießen möchte, kann sich einen scharfen Apfel-Gurken-Drink oder einen fruchtigen Kiwi-Apfel-Cocktail mixen.

Apfel-Gurken-Drink

Apfel-Gurken-Drink: Durch eine Pfefferschote erhält er seine feine Schärfe.
Apfel-Gurken-Drink: Durch eine Pfefferschote erhält er seine feine Schärfe. (Quelle: VdF/BLE/dpa-tmn)
  • eine Gurke
  • Äpfel
  • eine Pfefferschote
  • Zitronensaft
  • Apfelsaft
  • Quittennektar
  • Eiswürfel
  • Mineralwasser

Für den scharfen Apfel-Gurken-Drink entkernen Sie eine Gurke, halbieren sie längs und schneiden sie in dünne Scheiben. Schneiden Sie aus Äpfel-Vierteln ebenfalls dünne Scheiben. Dazu kommen sehr feine Ringe einer Pfefferschote. Lassen Sie alles zusammen in einer Schüssel mit Zucker 15 Minuten ziehen. Geben Sie dann Zitronensaft, Apfelsaft und Quittennektar dazu, stellen Sie das Ganze zwei Stunden kalt und verrühren Sie den Drink langsam mit Eiswürfeln und Mineralwasser.

Kiwi-Apfel-Cocktail (alkoholfrei)

  • 1 Kiwi
  • 1 TL Honig
  • 150 ml Zitronenlimonade
  • 150 ml naturtrüber Apfelsaft

Pürieren Sie die geschälte Kiwi zusammen mit dem Honig und dem Apfelsaft. Geben Sie alles in ein Glas und füllen Sie das Ganze mit der Zitronenlimonade auf.

Prost!

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Von Jennifer Buchholz
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