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München: CSU will Entführungsflugzeug "Landshut" nach München holen

Symbol für "Deutschen Herbst"  

CSU will Entführungsflugzeug "Landshut" nach München holen

18.09.2020, 11:44 Uhr | dpa

München: CSU will Entführungsflugzeug "Landshut" nach München holen. Die am 13. Oktober 1977 entführte "Landshut" nach der Landung in Mogadischu in Somalia (Archivbild): Die CSU im Stadtrat will das Flugzeug nach München holen. (Quelle: dpa/picture alliance)

Die am 13. Oktober 1977 entführte "Landshut" nach der Landung in Mogadischu in Somalia (Archivbild): Die CSU im Stadtrat will das Flugzeug nach München holen. (Quelle: picture alliance/dpa)

Die Münchener CSU will das Flugzeug "Landshut" nach München holen, das 1977 entführt wurde – als Symbol für den Terror der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Die CSU im Stadtrat will ein Stück Geschichte nach München holen. Sie beantragte, zu prüfen, ob das Flugzeug "Landshut" auf dem ehemaligen Flughafen Riem ausgestellt werden kann, wie mehrere Münchner Medien am Freitag berichteten.

"Bleibendes Gedenken schaffen"

Dafür solle die Stadt bei Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Berlin eintreten. Es solle geprüft werden, "ob das Gelände des alten Flughafens Riem als Ausstellungsörtlichkeit in Frage kommt und inwieweit und wovon eine entsprechende Entscheidung der Bundesregierung abhängt", heißt es in dem Antrag. "In diesem Zusammenhang ließe sich auch die Historie des ehemaligen Flughafens in Szene setzen und somit ein bleibendes Gedenken schaffen".

Das Flugzeug hat eine Verbindung nach München, weil es am 7. August 1970 in einem Hangar am Flughafen Riem – in Gegenwart einer großen Delegation aus Landshut, wie die CSU schreibt – getauft wurde.

Symbol für Terror der Nachkriegsgeschichte

Die "Landshut" steht symbolisch für das, was unter der Bezeichnung "Deutscher Herbst" ein dunkles Kapitel der Nachkriegsgeschichte markiert. Im Jahr 1977 gab es eine Serie von Anschlägen. Nach der Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback und Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto erreichte der Terror der "Roten Armee Fraktion" (RAF) im September einen neuen Höhepunkt. Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer wurde entführt, um die inhaftierten RAF-Leute um Andreas Baader und Gudrun Ensslin freizupressen.

Zur Unterstützung dieser Forderung brachten vier palästinensische Terroristen am 13. Oktober 1977 die "Landshut" mit 82 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern in ihre Gewalt. Eine der Stationen der Entführung war Aden, wo Flugkapitän Jürgen Schumann erschossen wurde.

Auf dem Flughafen der somalischen Stadt Mogadischu stürmte die GSG9 die Maschine und befreite die Geiseln unversehrt. Unmittelbar danach wurden die Leichen der RAF-Häftlinge in ihren Zellen gefunden, Schleyer wurde ermordet.

Das Auswärtige Amt hatte die "Landshut" auf Initiative des damaligen Außenministers Sigmar Gabriel im Sommer 2017 kurz vor der Bundestagswahl unter großem Medienrummel aus Brasilien nach Friedrichshafen gebracht. Seither ist unklar, was damit passieren soll.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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