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München: Bayerische Hausärzte sollen ab April gegen Corona impfen


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Bayerische Hausärzte sollen ab April gegen Corona impfen

Von dpa
Aktualisiert am 11.03.2021Lesedauer: 3 Min.
Ein Mitarbeiter eines Impfzentrums hält eine Spritze in der Hand (Symbolbild): In Bayern sollen die Kapazitäten in den Impfzentren nicht mehr erweitert werden.
Ein Mitarbeiter eines Impfzentrums hält eine Spritze in der Hand (Symbolbild): In Bayern sollen die Kapazitäten in den Impfzentren nicht mehr erweitert werden. (Quelle: Sina Schuldt/dpa-bilder)
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Spätestens ab Mitte April sollen auch Hausärzte in Bayern gegen das Coronavirus impfen können. Der Ausbau der Impfzentren wird deshalb gestoppt. In München sorgt die schnelle Planänderung für Unmut.

Angesichts der geänderten Impfstrategie mit breiter Einbeziehung von Ärzten werden die bayerischen Impfzentren nicht weiter ausgebaut. Die geplante gute Verdopplung der Kapazitäten bis April wird gestoppt. "Die Impfzentren werden ein wichtiger Bestandteil sein und bleiben. Sie bleiben aber im Moment auf der derzeitigen Kapazität", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur in München.

Grund ist, dass die Gesundheitsminister von Bund und Ländern den Start von Corona-Impfungen in den Arztpraxen bis spätestens Mitte April anpeilen. Ziel sei frühestmöglich, jedoch spätestens in der Woche vom 19. April damit zu starten, beschlossen die Minister nach mehrstündigen Beratungen am Mittwoch. Holetschek ist derzeit Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz (GMK).

Unmut in München

Bislang war geplant gewesen, die Impfmöglichkeiten in den Zentren von derzeit maximal 49.000 pro Tag bis April auf 110.000 zu erhöhen. "Wir sind vom Bund aufgefordert worden, die Kapazität sehr schnell hochzufahren, weil so viel Impfstoff kommen werde. Dafür haben wir, die Landräte und Oberbürgermeister alles getan", sagte Holetschek. "Und ich bin auch froh, dass wir angefangen haben, das umzusetzen. Das Schlimmste ist, wenn Impfstoff da ist, diesen dann nicht verimpfen zu können", betonte er. Jetzt nutze man aber die Chance, dass Ärzte in der Fläche sehr früh eingebunden werden könnten. Die Impfzentren seien die Brücke, bis es die Routine bei den Ärzten gebe.

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In München hatte die kurzfristige Planänderung, über die der "Münchner Merkur" als erstes berichtet hatte, bereits für Unmut gesorgt. Die Stadt München teilte am Mittwoch mit, sie müsse nun den Aufbau weiterer Impfzentren stoppen. "Es ist für uns als Gesundheitsamt ausgesprochen schwierig, Planungen umzusetzen, wenn sich die Impfstrategie von Bund und Land in dieser für uns alle lebenswichtigen Frage so schnell und unberechenbar ändert", sagte Münchens Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek.

"Haben ein starkes Impfgerüst"

Holetschek unterstrich, die Impfstrategie stehe nun auf zwei Säulen. "Wir binden ab April die Hausärzte ein, und wir halten an der bewährten Struktur der Impfzentren fest, die die Bundesländer in den vergangenen Monaten aufgebaut haben. Damit haben wir ein starkes Impfgerüst." So sei das System voll einsatzbereit, sobald der Impfstoff in großen Strömen fließe. "Der Impfstoff ist und bleibt der Flaschenhals bei allem." Die in der Corona-Impfverordnung vorgegebene Priorisierung gilt auch bei Impfungen in den Arztpraxen weiter. Der Verwaltungsaufwand solle aber so gering wie möglich gehalten werden.

Die Impfzentren werden künftig weiter über die bisherigen Lieferwege mit Impfstoff versorgt. Die Ärzte sollen – wie bei anderen Schutzimpfungen üblich – über die Apotheken beliefert werden.

Für die Startphase im April soll bundesweit eine Grundmenge von 2,25 Millionen Impfdosen pro Woche für die Impfzentren zur Verfügung stehen. Der Bund hat für die kommenden Monate deutlich steigende Liefermengen angekündigt. Die Liefermengen für die Ärzte sollen daher analog dazu nach und nach gesteigert werden. Die Aufteilung des Impfstoffes richtet sich wie bisher nach dem Bevölkerungsschlüssel.

Die Gesundheitsreferentin der Stadt München, Zurek, kritisierte, nach der Ankündigung des Gesundheitsministeriums, dass die Stadt ab April täglich rund 13.000 Impfdosen erhalte, sei mit großer Kraftanstrengung begonnen worden, die Impfkapazität in der Messe auf täglich 6.000 Impfungen auszubauen. Zugleich seien Voraussetzungen für weitere Impfzentren mit 7.000 Impfungen täglich geschaffen worden. "Das alles gemäß der Aussagen des Freistaats, dass die Impfzentren ein maßgeblicher Bestandteil der bayerischen Impfstrategie sind. Heute dann der für uns alle sehr überraschende Sinneswandel, dass die Kapazitäten in den Impfzentren nicht ausgebaut und stattdessen die Impfungen wesentlich durch Hausärzte erfolgen sollen", sagte Zurek.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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  • Robert Hiersemann
  • Florian Wichert
Von Robert Hiersemann, Florian Wichert
CSUCoronavirusDeutsche Presse-Agentur

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