Sie sind hier: Home > Regional > München >

München: Kardinal Marx verzichtet nach Kritik auf Großes Verdienstkreuz

Betroffene rebellierten  

Kardinal Marx verzichtet nach Kritik auf Großes Verdienstkreuz

27.04.2021, 18:11 Uhr | t-online, AFP, dpa

München: Kardinal Marx verzichtet nach Kritik auf Großes Verdienstkreuz. Reinhard Kardinal Marx Erzbischof von München und Freising beim Gottesdienst (Archivbild): Er will eine Auszeichnung nicht annehmen. (Quelle: imago images/FutureImage)

Reinhard Kardinal Marx Erzbischof von München und Freising beim Gottesdienst (Archivbild): Er will eine Auszeichnung nicht annehmen. (Quelle: FutureImage/imago images)

Kurz vor der geplanten Verleihung des Großen Verdienstkreuzes an den Münchner Kardinal Marx hat dieser den Bundespräsidenten gebeten, ihm die Auszeichnung nicht zu verleihen.

Nach massiver Kritik von Missbrauchsopfern verzichtet der Münchner Kardinal Reinhard Marx auf die für Freitag geplante Auszeichnung mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Marx bitte Steinmeier, die Verleihung nicht vorzunehmen, erklärte ein Sprecher des Erzbistums am Dienstag in München. Der Kardinal selbst begründete den Schritt mit Rücksicht auf diejenigen, die an der geplanten Verleihung Anstoß nähmen.

"Meine große Bitte an Sie ist, die Auszeichnung nicht vorzunehmen", heißt es in dem Schreiben vom 27. April, das auf der Website des Erzbistums veröffentlicht worden ist. "Ich bin überzeugt, dass das mit Rücksicht auf diejenigen, die offensichtlich an der Auszeichnung Anstoß nehmen, und insbesondere mit Rücksicht auf die Betroffenen, der richtige Schritt ist." Weiter heißt es: "Selbstverständlich möchte ich auch dem Amt des Bundespräsidenten keinen Schaden zufügen."

Gegen die Entscheidung, Marx mit dem Verdienstkreuz mit Stern und damit der vierthöchsten Stufe der acht Stufen des Verdienstordens auszuzeichnen, hatte unter anderem der Betroffenenbeirat des Erzbistums Köln offen protestiert. Der Beirat beklagte, "der Vorwurf der Vertuschung" sei bei einigen deutschen Kirchenfürsten noch längst nicht ausgeräumt – dies sei auch bei Marx der Fall. Für Betroffene wäre die Ehrung kaum zu ertragen.

Bundespräsidialamt wollte Ehrung trotzdem verleihen

Das Bundespräsidialamt hielt daraufhin an der Verleihung fest. Marx sei in seiner Zeit als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz in besonderer Weise für Gerechtigkeit und Solidarität eingetreten, begründete dies ein Sprecher. Der Kardinal habe sich für die Aufnahme von Geflüchteten eingesetzt und gegen Populismus und Hetze Stellung bezogen. Hierfür sollte Marx ausgezeichnet werden. Gleichzeitig erwarte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die rückhaltlose Aufklärung des massenhaften sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen in der katholischen Kirche, hatte es weiter geheißen. Marx ist seit 2008 Erzbischof von München und Freising. Von 2014 bis 2020 war er Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

Verwendete Quellen:

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Weltbild.detchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal