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Land greift Uni-Klinikum mit Millionen unter die Arme

Von dpa
18.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Uniklinikum Gießen
Ein Taxi steht vor dem Hauptgebäude des Universitätsklinikums. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Das Land Hessen will in den kommenden zehn Jahren Investitionen am privatisierten Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) mit insgesamt bis zu knapp einer halben Milliarde Euro fördern und die Entwicklung der Häuser so absichern. Es gehe um die Zukunftsfähigkeit des Klinikums, der beteiligten beiden Hochschulen und der Standorte, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Dienstag in Gießen zu den Eckpunkten, auf die sich zuvor das Land, das UKGM und dessen Eigentümer, die Rhön-Klinikum AG, sowie die Asklepios Kliniken Gruppe verständigt hatten.

Vorgesehen ist den nach Angaben nach unter anderem, dass Hessen von diesem Jahr an das UKGM mit jährlich 45 Millionen Euro unterstützt - die insbesondere für Baumaßnahmen oder neue Medizintechnik vorgesehen sind. Der Betrag soll anwachsen auf gut 54 Millionen im Jahr 2031. Im Gegenzug werde das UKGM für die Laufzeit des Vertrags "eine optimale Gesundheitsversorgung, die Qualität von Forschung und Lehre sowie den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und die Ausgliederung von Betriebsteilen garantieren". Bereits vergangene Woche war bekannt geworden, dass das Land beabsichtige, das UKGM mit Millionensummen zu unterstützen. Dem Vorhaben muss noch der hessische Landtag zustimmen.

"Am Ende werden diese Eckpunkte die Zukunft von allen Beteiligten sichern", sagte Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Gründe). Sie bedeuteten auch eine Verbesserung für die Beschäftigten, auf denen eine "hohe Belastung" gelegen habe, Gewinne zu erwirtschaften.

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Das Uniklinikum mit seinen beiden Standorten in Gießen und Marburg war 2006 vom Land an die Rhön-Klinikum AG verkauft worden, die mittlerweile vom Klinikkonzern Asklepios übernommen wurde. Die umstrittene Privatisierung war bundesweit die erste eines Uni-Klinikums - und ein Politikum in Hessen. Immer wieder war seither Kritik an Personalmangel und Arbeitsverdichtung laut geworden.

Werner Seeger, der ärztlicher Geschäftsführer des UKGM, nannte die nun getroffene Einigung einen wichtigen Schritt, die technischen und strukturellen Bedingungen am UKGM denen anderer Uni-Klinken "anzunähern". Er sprach von einem Investitionsstau von mehreren hundert Millionen Euro. Es sei "eine erhebliche Summe", die in den nächsten zehn Jahren in die Hand genommen werden müsse. "Dieser Aufgabe können wir uns jetzt aber auf einer viel besseren Basis stellen". Rhön-Vorstandsvorsitzender Christian Höftberger sagte, dass es die Vereinbarung dem UKGM eine "belastbare und verlässliche Zukunftsperspektive" und Planungssicherheit gebe.

Die Opposition im Landtag sah die Einigung kritisch. "Dass nun das Land Mittel in dieser enormen Höhe bereitstellen muss, damit das UKGM dringend erforderliche Investitionen tätigen kann, belegt erneut, wie falsch es war, die Universitätskliniken von Gießen und Marburg an einen gewinnorientierten Krankenhauskonzern zu verkaufen", erklärte die parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion, Daniela Sommer. Linken-Fraktionschef Jan Schalauske sagte, damit werde "der fatale Zustand der Privatisierung weiter festgeschrieben".

Die Gewerkschaft Verdi forderte, dass nach der Einigung über die Millionenförderung nun auch für Entlastung der Beschäftigten durch eine ausreichende Personalbesetzung gesorgt werden müsse.

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