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An Hessens Schulen steigt die Quote positiver Corona-Tests

Von dpa
24.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Coronatest an einer Schule
Ein SchĂŒler macht vor der ersten Stunde an einer Schule einen Corona-Schnelltest. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/Illustration/dpa-bilder)
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Die Corona-Zahlen an Hessens Schulen steigen weiter. Wie das Kultusministerium in Wiesbaden am Montag mitteilte, lag die Quote der positiven PCR-Tests in der zurĂŒckliegenden Woche (17. bis 21. Januar) bei den SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern bei 0,28 Prozent. Unter den LehrkrĂ€ften betrug dieser Wert im gleichen Zeitraum 0,23 Prozent. In der Woche zuvor hatte die Quote positiver PCR-Coronatests in der SchĂŒlerschaft noch 0,13 Prozent betragen, bei Lehrern 0,14 Prozent. In der Zeit vom 17. bis 21. Januar waren nach Angaben des Ministeriums 1,6 Prozent der LehrkrĂ€fte und 2 Prozent der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler in QuarantĂ€ne.

Vor zwei Wochen war nach den Weihnachtsferien der Unterricht in Hessen wieder los gegangen. In der letzten Woche vor den Weihnachtsferien im Dezember 2021 hatte die Positivquote der PCR-Coronatests unter den SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern noch lediglich 0,04 Prozent betragen (Lehrer: 0,03 Prozent).

"Die Sicherheitskonzepte an Schulen bewĂ€hren sich weiterhin - auch mit den hohen Omikron-Infektionszahlen, die in der zweiten Schulwoche nochmals vermehrt aufgetreten sind", erlĂ€uterte das Ministerium. Mit dem engmaschigen Testsystem werde die Dunkelziffer in der Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen wesentlich deutlicher als in anderen großen Bereichen der Gesellschaft offen gelegt. Zu mehr Sicherheit in den Schulen gehöre auch, dass hessische LehrkrĂ€fte zu 95 Prozent geimpft seien, teilte das Ministerium mit. Unter den 12 bis 17 Jahre alten Jugendlichen hĂ€tten inzwischen fast 63 Prozent mindestens eine Impfung erhalten.

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Nach EinschÀtzung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) spitzt sich die Corona-Lage an den hessischen Schulen weiter zu. In vielen Regionen gebe es kaum noch eine Klasse, die nicht betroffen sei, sagte der GEW-Landesvorsitzende Thilo Hartmann. "Der Schwerpunkt des Infektionsgeschehens liegt dabei auf dem Rhein-Main-Gebiet."

Schulen und Familien wĂŒrden mit der Situation weitgehend alleine gelassen, kritisierte Hartmann. "Wir stellen mit großer Sorge fest, dass der Druck, die Folgen individuell auffangen zu mĂŒssen, bei vielen LehrkrĂ€ften sowie SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern ebenso steigt wie das GefĂŒhl der Erschöpfung." Der Gewerkschaftschef warf der Landesregierung vor, sich wegzuducken. "Weiter fehlen Luftfilter, werden nicht in ausreichender Menge fĂŒr Kinder geeignete Masken bereitgestellt."

Zudem fehle es an Vorgaben, wie derzeit PrĂŒfungen sicher abgehalten werden können, erklĂ€rte Hartmann. "Besonders dramatisch ist die Lage der Abschlussklassen, hier ist ein sehr hoher Leistungsdruck spĂŒrbar."

Der Gewerkschafter kritisierte zudem den Mangel an PCR-Tests. "Dass Schulen in dieser Debatte keine Rolle zu spielen scheinen, verdeutlicht die geringe WertschĂ€tzung, die dem Bereich Bildung zuzukommen scheint." Sollten die BeschrĂ€nkung der PCR-Tests zu stagnierenden Inzidenzzahlen fĂŒhren, weil Infektionen nicht mehr erfasst werden, dĂŒrfe dies auf keinen Fall zu einem GefĂŒhl falscher Sicherheit fĂŒhren.

Um die tatsĂ€chliche Corona-Lage besser einschĂ€tzen zu können, sollte es nach einer Forderung des hessischen Landeselternbeirats (LEB) mindestens einmal wöchentlich sogenannte Lolly-Pool-PCR-Tests an den Schulen geben. Dabei werden die Proben mehrerer Menschen zunĂ€chst zusammen ausgewertet. Ist eine Probe positiv, wird die Gruppe anschließend erneut, aber einzeln getestet. Die nötigen LaborkapazitĂ€ten fĂŒr Lolly-Pool-PCR-Tests hĂ€tten lĂ€ngst ausgebaut werden können, argumentierte der hessische LEB-Vorsitzende Volkmar Heitmann.

Zudem forderte der Landeselternbeirat, dass die psychische Gesundheit der Kinder in der Pandemie deutlich mehr im Fokus stehen sollte. "Dazu muss das System der Schulsozialarbeit gestĂ€rkt und LehrkrĂ€fte in der Ausbildung befĂ€higt werden, Alarmsignale und AuffĂ€lligkeiten zu erkennen", erklĂ€rte Heitmann. "Außerdem mĂŒssen wir die auslösenden Faktoren analysieren."

Außerhalb der Schulen sollte laut Landeselternbeirat die ambulante und stationĂ€re Versorgung in der Kinder- und Jugendpsychologie deutlich gestĂ€rkt werden. Der LEB hat nach eigenen Angaben zum Thema "psychosoziale Gesundheit" eine Kommission eingerichtet.

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