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VW besorgt wegen ZuschÀrfung des Russland-Ukraine-Konflikts

Von dpa
23.02.2022Lesedauer: 2 Min.
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Das Markenhochhaus vom Volkswagen auf dem GelÀnde vom VW Werk Wolfsburg. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Volkswagen und viele andere Unternehmen aus Niedersachsen sind wegen des weiter eskalierten Konflikts zwischen Russland und der Ukraine zunehmend beunruhigt. Man habe "mit Sorge und Betroffenheit die VerschĂ€rfung der Lage zur Kenntnis genommen", hieß es am Mittwoch aus Wolfsburg. Der grĂ¶ĂŸte europĂ€ische Autobauer hat in der Region wichtige MĂ€rkte, auch die Situation der Mitarbeiter dort beschĂ€ftigt die Konzernzentrale. VW hofft auf eine "schnelle, friedliche Lösung auf Grundlage des internationalen Rechts".

Ähnlich Ă€ußerten sich WirtschaftsverbĂ€nde. Tenor: Im Fall einer neuerlichen Zuspitzung mĂŒsse man sich klarmachen, was großangelegte Handelssanktionen bedeuten wĂŒrden - und welche potenziellen Effekte diese auf die ohnehin schon sehr hohen Energiepreise haben könnten.

VW erklĂ€rte, es werde laufend geprĂŒft, welche Auswirkungen es auf die GeschĂ€fte in den betroffenen LĂ€ndern gebe. Vor allem mĂŒsse es nun darum gehen, die Sicherheit der BeschĂ€ftigten zu gewĂ€hrleisten.

Die Autogruppe betreibt in Russland eine eigene Fertigung im Werk Kaluga im SĂŒdwesten Moskaus. Die gesamte Region Zentral-/Osteuropa ist fĂŒr den nach Toyota zweitgrĂ¶ĂŸten Autokonzern der Welt ein bedeutender Absatzmarkt. 2021 lieferten alle Marken dort gut 660.000 Fahrzeuge aus. Die Kernmarke kam im vergangenen Jahr in den zentral- und osteuropĂ€ischen LĂ€ndern auf rund 206.000 verkaufte Neuwagen.

Der Westen wirft dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin vor, mit der Anerkennung der selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk als unabhĂ€ngige Staaten in der Ostukraine gegen das Völkerrecht zu verstoßen. Unter anderem die EU, die USA, Großbritannien und Japan brachten daher schon Sanktionen auf den Weg.

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Erste Strafmaßnahmen sind etwa Visasperren oder das Einfrieren von Konten einzelner Personen. Die EU zielt zunĂ€chst darauf ab, den Zugang Russlands zu Europas FinanzmĂ€rkten und den Handel mit den zwei abtrĂŒnnigen ukrainischen Regionen einzuschrĂ€nken. Ob es darĂŒber hinaus Konsequenzen fĂŒr die Handels- oder Investitionsbeziehungen zu Russland geben wird, dĂŒrfte von der weiteren Entwicklung abhĂ€ngen.

Die HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrerin der Industrie- und Handelskammern in Niedersachsen, Maike Bielfeldt, warnte vor wirtschaftspolitischen Reaktionen Moskaus. "Wenn es zu weiteren Sanktionen kommt, wird das erwartbar Gegensanktionen auslösen", sagte sie. Es sei noch nicht genau abzusehen, welche Branchen es wie stark direkt treffen wĂŒrde.

"Fest steht aber, dass alle der knapp 1000 in Russland engagierten niedersĂ€chsischen Unternehmen leiden werden", schĂ€tzte Bielfeldt. "Denn auch wenn sie in einem ersten Schritt nicht unmittelbar betroffen sein sollten, werden alle mit der Unsicherheit konfrontiert sein, welche Maßnahmen noch folgen werden." Das Risiko könne möglicherweise auch zu RĂŒckzĂŒgen fĂŒhren. Der bilaterale Handel mit Russland konzentriert sich auf Maschinen, Autos und Elektronik.

Die Metallarbeitgeber, die fĂŒr so manchen Maschinen- und Anlagenbauer mit Osteuropa-GeschĂ€ft stehen, betonten das Thema Energieversorgung. "Die Auseinandersetzung mit Russland hat das Zeug, den Konjunkturmotor in Deutschland nach zwei Corona-Jahren das dritte Jahr in Folge abzuwĂŒrgen", so HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Volker Schmidt. Weitere Preissteigerungen bei Erdgas mĂŒssten abgefedert werden - und es sei eine entschlossene Diversifizierung der Quellen nötig.

VerflĂŒssigtes Erdgas (LNG) soll zum Beispiel aus den USA und anderen LĂ€ndern geliefert werden. Schmidt forderte in dem Zusammenhang eine raschere Planung möglicher LNG-Terminals in Stade und Wilhelmshaven.

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