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Ferrari-Coup zum Saisonstart – Drama um Max Verstappen

Von dpa, dd

Aktualisiert am 20.03.2022Lesedauer: 4 Min.
Hin und her: Charles Leclerc (r.) und Max Verstappen.
Hin und her: Charles Leclerc (r.) und Max Verstappen. (Quelle: PanoramiC/imago-images-bilder)
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Charles Leclerc gewinnt den Großen Preis von Bahrain und setzt direkt zum Beginn der Saison ein Signal. Weltmeister Max Verstappen erlebt ein tragisches Rennen – und Mick Schumacher hat Pech.

Was für ein Saisonstart für die Scuderia Ferrari in der Formel 1: Charles Leclerc hat den Großen Preis von Bahrain am Sonntag gewonnen: Zweiter wurde sein Teamkollege Carlos Sainz, Dritter wurde Rekordchampion Lewis Hamilton im Mercedes. Für Weltmeister Max Verstappen im Red Bull war auf Platz zwei liegend drei Runden vor Ende Schluss nach einem Defekt. Teamkollege Sergio Perez – auf Platz drei – leistete sich in der letzten Runde noch einen Dreher und flog ebenfalls raus.


Formel 1: Alle Fahrer 2022 im Überblick

Die Formel-1-Saison 2022 wird mit Spannung erwartet. Max Verstappen geht zum ersten Mal als Weltmeister ins Jahr. Kann er seinen Titel verteidigen? Die Konkurrenz ist groß. Alle Fahrer im Überblick.
Max Verstappen, Red Bull: Der Niederländer fährt seit 2016 für Red Bull Racing und ist der Sohn von Jos Verstappen. Er lieferte sich seitdem bereits so einige heikle Duelle. Nicht zuletzt auch mit Lewis Hamilton. Gegen diesen konnte er die WM 2021 gewinnen, holte seinen ersten Titel.
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"Genauso sollten wir diese Saison starten. Auf Eins und Zwei, Baby! Mamma Mia!", funkte Leclerc aus dem Auto. Von der Pole Position aus konterte der 24 Jahre alte Monegasse am Sonntag unterm Flutlicht des Großen Preis von Bahrain auch die vielen Attacken von Titelverteidiger Verstappen, bevor der im Red Bull ausschied.

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Schumacher: Pech bei Zwischenfall

Mick Schumachers berechtige Hoffnungen auf die ersten Punkte seiner Karriere erfüllten sich letztlich nicht. Er fuhr im Haas nach einem unverschuldeten frühen Zwischenfall zunächst hinten im Feld, durch eine späte Safety-Car-Phase rutschte er auf Rang zehn, konnte die Position aber mit alten Reifen nicht halten und wurde Elfter. Dafür raste Rückkehrer Kevin Magnussen als Fünfter sensationell auf Anhieb unter die Top Ten – er profitierte dabei auch vom Red-Bull-Pech.

Sebastian Vettel dürfte bei der Leistung des neuen Aston Martin daheim in der Schweiz ordentlich mitgelitten haben. Der viermalige Weltmeister befindet sich in Corona-Quarantäne nach einem positiven Befund. Ersatz- und Landsmann Nico Hülkenberg wurde nach knapp der Hälfte der Renndistanz überrundet, wurde am Ende 17.

98 Tage nach dem Drama-Finale mit viel Diskussionen wollte es der Weltmeister es gleich zu Beginn in Bahrain wissen. Verstappen fuhr aber nicht gleich in der ersten Kurve der langen Saison volles Risiko. An Leclerc, der mit einem Topstart die zehnte Pole seiner Karriere souverän verteidigte, kam er nicht vorbei. Dahinter sah Sainz Startrang nach nur wenigen Metern schon den silbernen Mercedes von Hamilton im Rückspiegel.

Red-Bull-Teamchef warnte vor Hamilton

Der siebenmalige Champion holte gleich beim Erlöschen der Roten Ampeln einen Platz auf und ließ Sergio Perez im zweiten Red Bull hinter sich. Nicht umsonst hatte dessen Teamchef Christian Horner unmittelbar vor dem Rennbeginn betont: "Wir dürfen Lewis hinter uns nicht abschreiben."

Auch wenn der neue Silberpfeil noch nicht weltmeisterlich abgestimmt ist, kennt Hamilton in diesem Jahr nur ein Ziel: Achter WM-Titel und das bittere Finale am 12. Dezember 2021 mit dem gefühlt beraubten WM-Triumph durch den mittlerweile abgesetzten damaligen Rennleiter Michael Masi vergessen machen. Es dürfte ein langer Weg werden in diesem Jahr. "Für uns ist eigentlich wie ein eigener Test", betonte Teamchef Toto Wolff bereits. "Schadensbegrenzung", gab Hamiltons neuer Teamkollege Russell daher vorm Start schon als Ziel aus.

Fix konnte sich aber auch der Neuzugang, der in der Qualifikation nur Neunter geworden war, verbessern und lag nach Hamiltons erstem Boxenstopp bereits in der zwölften Runde auf fünf - direkt vor Magnussen. Nach den starken Eindrücken bei den Testfahrten und beim Training in Bahrain bestätigte der neue Haas-Rennwagen, dass er ein Punkteauto sein kann.

Verstappen schimpfte mit dem eigenen Team

Dass das für Mick Schumacher nicht der Fall war, lag an einem Dreher gleich zu Beginn – unverschuldet. Von Platz zwölf aus losgefahren, wurde der von Esteban Ocon mit dessen Alpine gerammt. Dreher, Schaden am Wagen. Der 22-Jährige konnte zwar weiterfahren, fiel zunächst weiter zurück.

Vorn versuchte es Verstappen mit einem früheren Reifenwechsel als Leclerc. Er kam zwar näher dran, aber es reichte nicht, um durch den Boxenstopp die Führung zu übernehmen. Dann aber: In der 17. Runde, die Funken sprühten auf der Start- und Zielgerade unterm Red Bull, Verstappen bremste spät, zog innen an Leclerc vorbei. Der Monegasse konterte umgehend, passierte Verstappen wieder. Nächste Runde, nächster Versuch, gleicher Ablauf, die Fans bekamen gleich Action geboten. Und es ging weiter, diesmal in der 18. Runde zog er wieder vorbei, verbremste sich aber, die Reifen qualmten. Leclerc dankte.

Zwei Siege schaffte der Fahrer aus dem Fürstentum erst. 2019 war das. Einmal beim Heimrennen der Scuderia in Italien, einmal in Belgien. Rivale Verstappen versuchte es auch beim zweiten Reifenwechsel wieder mit einem früheren Stopp. Ferrari reagierte aber umgehend, holte Leclerc ebenfalls rein. Es reichte.

Verstappen motzte mit dem eigenen Team und klagte nach dem zweiten Reifenwechsel auch noch über Lenkprobleme. Dann die Safety-Car-Phase, weil der Alpha Tauri von Pierre Gasly brannte. Nach dem Skandal von Abu Dhabi wurden die Regeln überarbeitet, die Rennleitung ersetzt. Und alles ging glimpflich aus. Leclerc verteidigte erneut seine Position gegen Verstappen und fuhr den ersten Sieg für Ferrari seit dem 19. September 2019 durch seinen damaligen Teamkollegen Sebastian Vettel in einer gleich spektakulären Schlussphase ein. Leclerc war damals Zweiter geworden.

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Von Nils Kögler
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Motorsport

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