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Flick oder Salihamidzic? Einer muss jetzt gehen

  • Robert Hiersemann
  • Florian Wichert
Von Robert Hiersemann und Florian Wichert

Aktualisiert am 22.03.2021Lesedauer: 1 Min.
Hansi Flick (l.) und Hasan Salihamidzic: Zwei Bayern, die sich zuletzt nicht immer gut verstanden.
Hansi Flick (l.) und Hasan Salihamidzic: Zwei Bayern, die sich zuletzt nicht immer gut verstanden. (Quelle: t-online/imago-images-bilder)
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Bayerns Cheftrainer hat sich bei seinem Sportvorstand entschuldigt und mit ihm Frieden geschlossen. Doch kann das wirklich das Ende der Streitigkeiten sein?

Der Zwist zwischen Bayern-Trainer Hansi Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic hat in den vergangenen Tagen fĂŒr viel Unruhe gesorgt. Es soll Unstimmigkeiten ĂŒber Personalien und Verantwortungen geben. Unter anderem soll Flick seinen Kollegen vor einigen Wochen bei einer Busfahrt angeraunzt haben: "Jetzt halt endlich mal das Maul!" So berichtete es die "Bild".


FC Bayern: Was diese ehemaligen Stars heute machen

t-online.de hat sich 20 ehemalige Spieler des deutschen Rekordmeisters herausgesucht und aufgeschrieben, was sie heute machen. Tobias Rau beispielsweise, 2003 bis 2005 im Verein, unterrichtet heute in der NĂ€he von Bielefeld an einer Gesamtschule Biologie und Sport.
Thomas Helmer (1992–1999): Jahrelang eine Bank in der Defensive des FC Bayern. Zuletzt moderierte der Europameister von 1996 die Sport1-Kultsendung "Doppelpass", im Sommer 2021 gab er sie jedoch an Florian König ab. Helmer ist dennoch weiterhin fĂŒr Sport1 als Moderator im Einsatz, moderiert unter anderem den "Doppelpass on Tour", den Sport1-Fantalk oder auch die Spiele des DFB-Pokals.
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Inzwischen verkĂŒndete der Bayern-Trainer öffentlich den Friedensschluss zwischen beiden. Er entschuldigte sich sogar fĂŒr seine ĂŒberzogene Aussage gegenĂŒber dem Sportvorstand. Ihm sei – auch unter der großen Anspannung einiger Corona-FĂ€lle beim deutschen Rekordmeister in der jĂŒngeren Vergangenheit – aus der EmotionalitĂ€t heraus ein Satz herausgerutscht, "auf den ich nicht stolz war und der mir leid tut."

"Wir haben uns die Hand gegeben"

Der Vorfall und die jĂŒngsten Meinungsverschiedenheiten seien nach einer Aussprache am vergangenen Mittwoch ausgerĂ€umt und "vergessen", erklĂ€rte Flick. "Wir haben uns die Hand gegeben." Ist damit wirklich alles wieder gut? Werden sich beide auch kĂŒnftig fĂŒr den Erfolg zusammenraufen? Sky-Experte Dietmar Hamann kann sich das nicht vorstellen. Er sagte am Wochenende: "Dass beide in der Konstellation zusammen weiterarbeiten, halte ich fĂŒr ausgeschlossen." Das fĂŒhrt zu der Frage:

Muss sich der FC Bayern zwischen Flick und Salihamidzic entscheiden?

Pro
Florian Wichert
Florian Wichert

Ja, auf Dauer kann das nicht gutgehen

Haben Sie zu Ihren Chefs schon mal "Halt doch mal dein Maul" gesagt? Oder diesen Satz von einem Mitarbeiter zu hören bekommen? Unvorstellbar! Selbst wenn er im Affekt fĂ€llt und spĂ€ter eine Entschuldigung folgt: Der Satz sagt viel aus ĂŒber das VerhĂ€ltnis zwischen Chef und Mitarbeiter. Vor allem, dass es gestört ist.

Flick und Salihamidzic mögen sich ausgesprochen und sogar beim Spiel gegen Stuttgart abgeklatscht haben: Ganz offensichtlich sind sie keine Freunde und werden es auch nicht mehr. Zu groß sind die Differenzen. Salihamidzic holt Spieler, die Flick nicht braucht – und ist dann sauer, dass sie nicht spielen: Alexander NĂŒbel, Bouna Sarr, Douglas Costa, Marc Roca. Ohnehin: Wenn man in dieser Reihe der Flops auch Alvaro Odriozola, Michael Cuisance und Lucas Hernandez aus der letzten Saison ergĂ€nzt, drĂ€ngt sich die Frage auf: Wen hat Salihamidzic da ĂŒberhaupt alles geholt?

NatĂŒrlich können und mĂŒssen sich beide fĂŒr eine gewisse Zeit im Sinne des Vereins zusammenreißen, aber: Einen Kader aus einem Guss dank einer eingespielten Transferpolitik wird es nicht geben, solange diese beiden zusammenarbeiten. Das bedeutet: Bayern muss sich entscheiden und einer muss gehen – besser heute als morgen. Und wenn man sich die Transfers von Brazzo anguckt, kann es nur eine Entscheidung geben: pro Flick.

Kontra
Robert Hiersemann
Robert Hiersemann

Nein, der Ärger wird sich wieder legen

Flick und Salihamidzic sind kein Zoffpaar, sondern ein Erfolgsduo. Gemeinsam gewannen sie in der vergangenen Saison mit dem FC Bayern das Triple! Und deshalb sollte sich der Verein von keinem trennen, sondern alles dafĂŒr tun, dass sie sich wieder gut miteinander verstehen. Und der Anfang ist getan.

Flick erklĂ€rte öffentlich, dass er sich bei seinem Sportvorstand fĂŒr seinen "Halt's Maul"-Spruch entschuldigt hat. Und das reicht dann auch mal! Der 56-JĂ€hrige und Salihamidzic sind beide ehemalige Fußballprofis. Solch ein Spruch fĂ€llt auf dem Trainingsplatz andauernd – das gehört, auch wenn es einige nicht hören wollen, dazu.

Und ĂŒberhaupt: Streitigkeiten zwischen zwei Personen mĂŒssen nicht immer zum Riesenproblem werden. Sondern hĂ€ufig entsteht genau aus solch hitzigen Diskussionen die Grundlage fĂŒr etwas ganz Großes. Und so wird es auch in diesem Fall sein. Sportlich zumindest ist der FC Bayern in der Bundesliga und Champions League voll auf Kurs. Und das ist auch der gemeinsamen Arbeit des Erfolgsduos Flick und Salihamidzic zu verdanken.

Beide wollen ganz sicher auch in dieser Saison Titel mit dem Verein gewinnen und wissen, dass sie dafĂŒr Ruhe im Klub brauchen. Diesem Erfolg werden sie alles unterordnen – und dadurch wird sich auch der Ärger zwischen beiden wieder legen.

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