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FC Bayern: Sollte sich Hansi Flick den DFB wirklich antun?

PRO & KONTRATrainer-Zukunft  

Bundestrainer? Hansi Flick hat bessere Optionen

Von Robert Hiersemann und Florian Wichert

10.05.2021, 15:20 Uhr
FC Bayern: Sollte sich Hansi Flick den DFB wirklich antun?. Hansi Flick: Er verlässt nach der Saison den FC Bayern. Wird er neuer Bundestrainer? (Quelle: imago images/Sven Simon)

Hansi Flick: Er verlässt nach der Saison den FC Bayern. Wird er neuer Bundestrainer? (Quelle: Sven Simon/imago images)

Alle halten ihn für die Idealbesetzung – Hansi Flick aber will eine Rückkehr zum DFB als Bundestrainer nach wie vor nicht bestätigen. Gibt es etwa bessere Alternativen für ihn? 

Karl-Heinz Rummenigge rief zur Eile auf. Wo immer sich dem Vorstandsvorsitzenden von Bayern München am Samstagabend die Gelegenheit bot, Hansi Flick als den "perfekten" Nachfolger für Bundestrainer Joachim Löw zu preisen – er tat es. Zugleich wunderte er sich, warum die Personalie noch nicht festgezurrt ist. "Worauf die warten, weiß ich nicht. Das dauert schon wieder. Das Wetter ist gerade schön, es wird nicht besser", lästerte Rummenigge über die Verantwortlichen des DFB.

Inzwischen gab es einen Medienbericht aus München, wonach Flick beim DFB einen Vertrag bis 2024 bekommen soll.

Dass Flick die Idealbesetzung für den freiwerdenden Posten wäre, hat Rummenigge nicht exklusiv. Aber: "Er", also Flick, "ist nicht nur beim DFB gefragt. Ich kann mir auch vorstellen, dass viele europäische Klubs an ihm Interesse haben", sagte er zu Sport1. Zockt Flick vielleicht sogar auf ein Cheftrainer-Angebot aus einer Topliga?

"Ich bin für viele Dinge offen"

"Ich bin für viele Dinge offen", antwortete Flick am Samstag bei Sky auf die Frage nach seiner Zukunft.

Sicher ist: Der DFB braucht Flick mehr als Flick den DFB. Denn viele geeignete Kandidaten sind nicht auf dem Markt. Doch der Ruf des Verbands hat zuletzt arg gelitten. Präsident Fritz Keller steht wegen seiner jüngsten Verfehlungen (mehr dazu lesen Sie hier) massiv in der Kritik. Und das 0:6-Debakel gegen Spanien im November 2020 und die 1:2-Blamage im März 2021 gegen Nordmazedonien haben gezeigt, dass die Qualität der Nationalmannschaft zu wünschen übrig lässt.

Sollte sich Hansi Flick den DFB wirklich antun?

Robert Hiersemann

Head of Fußball und Sport

Pro

Ja, es könnte eine einmalige Chance sein

Cheftrainer der Nationalmannschaft seines Heimatlandes zu werden, ist immer noch das Größte, was man als Trainer erreichen kann. Und ganz egal wie sehr es aktuell ruckelt beim DFB: Diese Chance darf sich Hansi Flick nicht entgehen lassen. Sie könnte einmalig sein.

Bundestrainer zu sein ist nicht nur einfach ein Job, sondern eine Ehre, eine Auszeichnung, eine riesige Verantwortung, die mit keiner anderen in der deutschen Sportwelt zu vergleichen ist. Dass er den Posten ausfüllen kann, hat er längst bewiesen.

Flick übernahm die Bayern 2019 in einer schwierigen Phase und führte den Verein in kürzester Zeit zu Meisterschaft, DFB-Pokal- und Champions League-Erfolg. Er kennt viele der Nationalspieler persönlich – nicht zuletzt weil er einige von ihnen beim Rekordmeister selbst trainiert.

Dass er nicht längst offiziell als neuer, zukünftiger Bundestrainer vorgestellt wurde, ist eine Farce. Denn weder für Flick noch für den DFB sieht das aktuell gut aus. Flick druckst weiter herum, der DFB hält sich bedeckt. Was soll das?

Klar ist: Jetzt hängt alles von den Verantwortlichen des Verbands ab. Man muss Flick endlich final davon überzeugen, dass der Job des Bundestrainers der einzig richtige für ihn ist – und das kann doch eigentlich nicht so schwer sein ...

Florian Wichert

Stellvertretender Chefredakteur

Kontra

Nein, Hollywood hatte Flick bei Bayern genug

Eines vorweg: Flick wird nach der EM als Bundestrainer zum DFB gehen, daran gibt es kaum Zweifel. Aber ist das auch gut für den DFB und Flick? Nein, im Gegenteil!

Denn Flick verlässt den FC Bayern auch wegen seines ewigen Streits mit Sportvorstand Salihamidzic. Der Verein hat dadurch sogar kurzzeitig sein früheres FC-Hollywood-Image wieder aufleben lassen. Und jetzt will er zum DFB, wo derzeit ein noch viel größeres Führungschaos herrscht? Selbst wenn Präsident Keller und einige seiner Gegenspieler in Kürze weg sein sollten: Der DFB wird seine Probleme nicht bis nach der EM in den Griff bekommen. Unmöglich. Nach Jahren der Krise sind sowohl die Nationalelf als auch der DFB als Arbeitgeber so unattraktiv wie seit fast 20 Jahren nicht mehr. Überall gibt es nur Fragezeichen.

Flick ist nach seinen Erfolgen der begehrteste Trainer auf dem Markt. Er kann sich seinen künftigen Arbeitgeber eigentlich aussuchen. Diesen Sommer Juventus Turin mit Cristiano Ronaldo? Oder irgendwann Real Madrid oder den FC Barcelona? Bis dahin eine Pause?

Das wären bessere Optionen. Und übrigens verbunden mit der Möglichkeit zu beweisen, dass Flick seinen Bayern-Abschied nicht von vornherein nur angestrebt hat, um zu Kumpel Bierhoff und dem DFB wechseln zu können.

Wer hat recht?

Im "Zweikampf der Woche" kommentieren wöchentlich Florian Wichert (Stellvertretender Chefredakteur bei t-online) und Robert Hiersemann (Head of Fußball und Sport) aktuelle Fußballthemen.

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