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BVB und Erling Haaland: Der wahre Grund für den Frust


Das ist Sprengstoff

Von Robert Hiersemann und Florian Wichert

27.12.2021Lesedauer: 1 Min.
Interview
Was ist ein Pro & Kontra?

Die subjektive Sicht zweier Autoren auf ein Thema. Niemand muss diese Meinungen übernehmen, aber sie können zum Nachdenken anregen.

Erling Haaland beim 2:3 bei Hertha BSC am letzten Spieltag vor der Winterpause. Er gestikulierte, haderte und ließ seinen Frust mehrfach raus.Vergrößern des Bildes
Erling Haaland beim 2:3 bei Hertha BSC am letzten Spieltag vor der Winterpause. Er gestikulierte, haderte und ließ seinen Frust mehrfach raus. (Quelle: Revierfoto/imago-images-bilder)

Der 21-jährige Norweger ist heiß umworben. Im kommenden Sommer könnte er zu einem Topverein wechseln. Borussia Dortmund versucht alles, um ihn zu halten.

Bundesligist Borussia Dortmund kämpft um den Verbleib von Topstürmer Erling Haaland. Wie die "Sport Bild" berichtete, soll es im Januar konkrete Gespräche mit dem BVB geben. Demnach plant der Verein eine Gehaltserhöhung, um den jungen Norweger zu halten. Und die soll es in sich haben: Dem Bericht zufolge soll ihm eine Verdopplung des Gehalts (hier erfahren Sie mehr dazu) von jährlich 8 auf 16 Millionen Euro angeboten werden.

Seit Monaten halten sich die Gerüchte, dass Haaland den Verein vorzeitig im kommenden Sommer verlassen könnte. In seinem Vertrag, der bis 2024 läuft, ist eine Ausstiegsklausel verankert, die es ihm erlaubt, für deutlich unter seinem Marktwert von 150 Millionen Euro zu wechseln.

"Wir werden nach der besten Option suchen. Ich schließe nicht aus, dass er noch ein Jahr bei Dortmund bleibt", sagte Haaland-Berater Mino Raiola zuletzt dem niederländischen Radiosender NOS. Ähnlich hatte sich BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bei "Bild" geäußert und auf ein unlängst geführtes "sehr gutes Gespräch" mit Raiola verwiesen: "Es kann sein, dass Erling geht, es kann sein, dass er bleibt." Das führt zu der Frage:

Sollte der BVB das Gehalt von Haaland verdoppeln, um ihn zu halten?

Pro
Robert HiersemannBereichsleiter Entwicklung

Ja, denn es ist Dortmunds einzige Chance

Erling Haaland ist die Lebensversicherung von Borussia Dortmund. In 76 Pflichtspielen für den Verein hat er 75 Tore erzielt. Eine irre Quote! Mit 21 Jahren ist er Anführer und zugleich größter Star der Mannschaft. Stürmer von seinem Kaliber gibt es nur ganz wenige auf der Welt. Und die sind nun mal teuer. Deshalb ist es richtig, wenn die BVB-Bosse auch aus finanzieller Sicht alles dafür tun, um ihn noch etwas länger zu halten. Das Gehalt zu verdoppeln, ist Dortmunds einzige Chance.

Haaland ist nach Robert Lewandowski der beste Stürmer der Bundesliga. Doch während der Bayern-Star knapp 20 Millionen Euro im Jahr verdient, sind es beim Norweger "nur" acht. Und: Haaland steht laut der Gehalts-Vergleichsseite "salarysport.com", die sich auf Profisportler spezialisiert hat, nicht mal im vereinsinternen Gehalts-Ranking an der Spitze, sondern nur auf Platz fünf – hinter Marco Reus, Mats Hummels, Thomas Meunier und Emre Can. Das ist nicht okay.

Eine Verdopplung auf 16 Millionen klingt illusorisch, wäre aber marktgerecht. Auch wenn das für uns Normalsterbliche nur schwer zu akzeptieren ist: Der BVB muss Haaland ein unmoralisches Angebot machen, um ihn von einem Verbleib zu überzeugen. Sonst ist er im Sommer ganz sicher weg.

Kontra
Florian WichertStellvertretender Chefredakteur

Nein, das ist Sprengstoff für das Gehaltsgefüge

Ist Haaland ein Gehalt von 16 Millionen Euro im Jahr wert? Auf jeden Fall! Erst recht, wenn er dann bis 2023 die Bundesliga bereichert.

Leider würde eine Gehaltsverdopplung am Thema vorbeigehen. Der Stürmer ist frustriert, das wurde beim 2:3 gegen Hertha deutlich. Er ärgert sich in erster Linie aber wohl kaum über zu niedrige Bezüge, sondern vielmehr über das Unvermögen seiner Mitspieler. Haaland will alles gewinnen, sie können das nicht.

Diese Diskrepanz ist auch das wahre Problem des BVB. Bevor Haaland endgültig daran verzweifelt, sollte Dortmund lieber die Ablöse kassieren und einen Topnachfolger holen, der auch langfristig bleiben möchte – sowie den Kader insgesamt verstärken.

Ohnehin: Wenn Dortmund einem Spieler 16 Millionen zahlt, ist das Sprengstoff für das Gehaltsgefüge. Bei einem schwächeren Spiel von Haaland geht sofort das Gemäkel los und Mitspieler wie Reus wollen auch mehr Geld. Genauso setzen Berater potenzieller Zugänge höher an. Das ist nicht mehr einzufangen.

Will der BVB bald wieder über eine Bayern-Jagd diskutieren statt über den Abgang seines besten Spielers, sollte er sein Geld sinnvoll investieren und nicht einfach Haaland in den Rachen schütten.

Wer hat recht?

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Im "Zweikampf der Woche" kommentieren wöchentlich Florian Wichert (Stellvertretender Chefredakteur bei t-online) und Robert Hiersemann (Head of Fußball und Sport) aktuelle Fußballthemen.

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