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Ein unmoralisches Angebot

  • Robert Hiersemann
  • Florian Wichert
Von Robert Hiersemann und Florian Wichert

Aktualisiert am 17.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Erling Haaland: Ob er Borussia Dortmund ├╝ber den Sommer 2022 hinaus erhalten bleibt, ist weiter offen.
Erling Haaland: Ob er Borussia Dortmund ├╝ber den Sommer 2022 hinaus erhalten bleibt, ist weiter offen. (Quelle: t-online/imago-images-bilder)
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Dortmunds Torj├Ąger verdirbt mit brisanten Aussagen die gute Stimmung im Verein. Er f├╝hlt sich unter Druck gesetzt, doch die Klubf├╝hrung will das nicht verstehen. Ein Fehler?

Trotz seiner beiden Tore am Freitagabend beim 5:1 (3:0) ├╝ber den SC Freiburg (hier erfahren Sie mehr zu der Partie) wirkte der Dortmunder Erling Haaland frustriert. Und als sich dann seine Teamkollegen nach Abpfiff von den wenigen Hundert Fans vor der S├╝dtrib├╝ne feiern lie├čen, platzte es aus dem Torj├Ąger beim Interview mit dem norwegischen TV-Sender Viaplay heraus. "Die letzten sechs Monate habe ich beschlossen, aus Respekt vor Dortmund nichts zu sagen. Nun hat der Klub begonnen, mich zu dr├Ąngen, eine Entscheidung zu treffen. Aber alles, was ich will, ist Fu├čball spielen", klagte der 21-J├Ąhrige.


Bundesliga: Ex-BVB-Stars: Das machen Amoroso, Koller und Co. heute

Julio Cesar (1994-1998): Der Brasilianer wurde in Dortmund zum Fan-Liebling. Die BVB- Fans verabschiedeten ihn mit einem Banner, auf dem geschrieben stand: "Du kamst als Fremder und gingst als Freund und als Borusse." Heute engagiert er sich im Rahmen eines Regierungsprogramms in Sao Paulo f├╝r bessere Bildung von Kindern und sucht nach neuen Fu├čballtalenten.
Sebastian Kehl (2002-2015): Heute ist der Ex-Nationalspieler Leiter der Lizenzspielerabteilung beim BVB. 2022 wird Kehl in der Dortmunder Hierarchie weiter aufsteigen und zum Nachfolger von Michael Zorc als Sportdirektor.
+18

Damit machte der Ausnahmest├╝rmer seinem Unmut ├╝ber die Forderung der Vereinsspitze Luft, bis M├Ąrz seine Zukunft zu kl├Ąren. "Sie wollen eine Antwort. Es ist also an der Zeit, die Dinge in Angriff zu nehmen", kommentierte Haaland mit fast drohendem Unterton. Aufgrund einer Ausstiegsklausel kann er den Bundesliga-Zweiten trotz eines bis 2024 datierten Vertrags in diesem Sommer f├╝r 75 Millionen Euro verlassen.

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BVB-Boss Watzke reagiert prompt

In einer ersten Reaktion auf diese ├╝berraschenden Aussagen versuchte Hans-Joachim Watzke, die Wogen zu gl├Ątten: "Erling ist ein spontaner Mensch und noch ein junger Bursche, der darf das, das ist kein Problem. Aber er muss auch ein bisschen Verst├Ąndnis f├╝r unsere Situation haben. Wenn er morgen wach wird, wird er das haben", sagte der BVB-Gesch├Ąftsf├╝hrer der "Funke Mediengruppe".

Den Vorwurf Haalands, unter Druck gesetzt zu werden, h├Ąlt Watzke f├╝r ├╝bertrieben: "Es gibt aktuell weder Gespr├Ąche noch Termine, daher kann ich das nicht nachvollziehen." Der Verein k├Ânne nicht bis Mai warten, "das wird ihm auch einleuchten. Dass man irgendwann mal ├╝ber die Zukunft spricht, muss er als Profi auch verstehen."

Doch nun stellt sich die Frage:

Ist es richtig, dass der BVB seinen Spieler Erling Haaland zu einer Entscheidung dr├Ąngt?

Pro
Florian Wichert
Florian Wichert

Ja, Druck ist zwingend n├Âtig

Laut Ausstiegsklausel im Vertrag hat Haaland bis Mai Zeit, sich zu entscheiden ÔÇô dem BVB gegen├╝ber w├Ąre das allerdings unfair und egoistisch. Denn f├╝r Dortmund geht es um zwei elementar wichtige Fragen, deren Beantwortung nicht bis Mai warten kann: Ist unser bester Spieler im Sommer weg? Haben wir 75 Millionen Euro zur Verf├╝gung oder nicht? Da ist etwas Druck nicht nur erlaubt, sondern zwingend n├Âtig. Zum einen haben dem Verein in den letzten Jahren schon genug Spieler auf der Nase herumgetanzt. Zum anderen ist doch l├Ąngst klar, was passieren wird.

Haaland hat in 77 Spielen 78 Tore geschossen. Er scheint im K├Ârper eines Au├čerirdischen zu stecken. Sein Marktwert liegt bei 150 Millionen Euro. Kurz gesagt: Haaland ist ein Weltstar und dem BVB l├Ąngst ├╝ber den Kopf gewachsen.

Ein Verbleib in Dortmund? Undenkbar! Zumal Haalands Berater Mino Raiola seit mindestens neun Monaten an einem Transfer zu einem Topklub schraubt. Damals startete er eine Tour durch Europa, um den Markt zu sondieren. Wenn er in dieser Zeit keinen Transfer auf den Weg gebracht hat, ist er wohl nicht so gut wie gedacht.

"Ich gehe." Es sind nur diese zwei Worte, die Haaland ├╝ber die Lippen bringen muss. Das d├╝rfte selbst f├╝r den wortkargen St├╝rmer nicht zu viel sein. Dortmund k├Ânnte endlich planen.

Kontra
Robert Hiersemann
Robert Hiersemann

Nein, Watzke und Zorc m├╝ssen umdenken

Bei fast jedem anderen Fu├čballer muss man genauso handeln, wie es die Dortmunder Vereinsspitze aktuell tut. Denn als Management brauchst du Planungssicherheit. Nur einen wie Erling Haaland darfst du eben nicht zu einer Entscheidung dr├Ąngen. Er ist die Lebensversicherung des Teams, besitzt eine Ausstiegsklausel und wei├č, dass die europ├Ąischen Topklubs Schlange bei ihm stehen.

Was passiert, wenn man einen k├╝nftigen Weltstar wie ihn unter Druck setzt, konnte man am Freitag nach dem Spiel sehen: Der Norweger war angefressen. Sein Frust ├╝ber das Verhalten seiner Bosse war so gro├č, dass ihn nicht einmal sein Doppelpack aufheitern konnte. So verspielt der BVB seine letzte Chance auf Haalands Verbleib.

Watzke, Zorc und Kehl m├╝ssen nun umdenken. Will man sich zumindest ein F├╝nkchen Hoffnung auf eine weitere Haaland-Saison in Dortmund bewahren, muss man etwas daf├╝r tun, dass sich der Torj├Ąger wieder zu 100 Prozent wohlf├╝hlt. Daf├╝r braucht es ein unmoralisches Angebot: Die Vereinsspitze sollte ihm alle Zeit der Welt geben, um sich ├╝ber die eigene Zukunft Gedanken zu machen. Und sein Gehalt muss schon jetzt deutlich erh├Âht werden. Er muss sp├╝ren, wie besonders dieser Verein ist.

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Im "Zweikampf der Woche" kommentieren w├Âchentlich Florian Wichert (Stellvertretender Chefredakteur bei t-online) und Robert Hiersemann (Head of Fu├čball und Sport) aktuelle Fu├čballthemen.

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