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Reals "größte Heldengeschichte" wird zu "Peps Alptraum"

Von dpa
Aktualisiert am 05.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Die Spieler von Real Madrid feiern ihren Finaleinzug.
Die Spieler von Real Madrid feiern ihren Finaleinzug. (Quelle: Manu Fernandez/AP/dpa./dpa)
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Madrid (dpa) - Nach dem Real-Wunder in der magischen Nacht von Madrid konnte esToni Kroosin Badeschlappen kaum fassen, die Fußball-Welt verneigte sich vor den Königlichen. Unfassbar, unglaublich, unbegreiflich.

"Keiner hätte gedacht, dassReal Madridin dieser Saison noch mal ein Finale spielt", sagte TrainerCarlo Ancelotti, machte eine kurze Pause, hob leicht die linke Augenbraue und stellte mit einem Ausdruck der Genugtuung fest: "Jetzt sind wir drin."

UndManchester Cityist raus. Schon wieder, aber diesmal mit einem kaum mehr zu steigernden Drama. 4:3 in einem bereits berauschenden Hinspiel, 1:3 im zweiten Duell nach Verlängerung. "City wurde einfach überwältigt hier, die Meister der Kontrolle geschlagen von einem anderen Moment der Energie, des Lichts, der Magie und was auch immer", schrieb der "Guardian". "Peps Alptraum!", fasste es der "Daily Mirror" zusammen.

Guardiola betrübt

Ja, es fühle sich grausam an, sagte City-CoachPep Guardiola. "Jetzt brauchen wir Zeit, um das sacken zu lassen." Ein oder zwei Tage - "aber wir werden wieder aufstehen. Wir müssen es", betonte der Spanier. Schon am Sonntag steht für City daheim gegen Newcastle United ein weiteres wichtiges Spiel im Titelfernduell mit demFC Liverpoolin der Premier League an.

Real hatte sein nationales Meisterstück vor dem Rückspiel in derChampions Leagueschon perfekt gemacht - und will nun die ultimative Krönung am 28. Mai in Paris gegenJürgen Klopps Liverpoolmit dem achten Triumph. "Ich glaube, dass es ein fantastisches und ausgeglichenes Finale sein wird, mit zwei sehr unterschiedlichen Mannschaften", sagte Ancelotti und lobte vor allem auch den deutschen Coach: "Klopp ist ein großartiger Trainer, wir haben uns schon oft getroffen, ich habe größten Respekt vor ihm und seinen Teams."

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Jetzt zeigen sie ihr wahres Gesicht
Die ARD-Intendanten v.l.n.r.: Manfred Krupp (HR), Prof. Dr. Karola Wille (MDR), Dr. Katja Wildermuth (BR), Generalsekretärin Dr. Susanne Pfab, Programmdirektorin Christine Strobl, Martin Grasmück (SR), Dr. Yvette Gerner (Radio Bremen), Joachim Knuth (NDR). Vorne Ex-RBB-Intendantin Patricia Schlesinger, Tom Buhrow (WDR) und Dr. Kai Gniffke (SWR).


Respekt vor Real haben erst recht seit Mittwochabend alle. "Von einer anderen Welt", titelte die spanische Sportzeitung "AS". "Gott muss runterkommen, um das zu erklären", schrieb die Madrider Fachzeitung "Marca": "Real Madrid schreibt die größte Heldengeschichte, die je erzählt wurde."

Rodrygos Doppelpack

Und die ging so: Nach einem 3:4 im Hinspiel in Manchester, das die Fußball-Fans bereits entzückt hatte, geriet Madrid im Estadio Santiago Bernabéu vor über 61.000 Zuschauern in der 73. Minute durchRiyad Mahrezin Rückstand. Das 0:1 wäre das Aus gewesen. Doch torlos daheim in einem K.o.-Spiel der Champions League? Zuletzt passierte das vor elf Jahren gegen den FC Barcelona. Nicht aber am Mittwoch gegen Manchester.

"Unterschätze nie das Herz eines Champions", twitterte sogar der norwegische Schach-SerienweltmeisterMagnus Carlsen. Das hätten sich auch die Fans sagen sollen, die im Glauben des sicheren Ausscheidens vorzeitig das Stadion Richtung U-Bahn verließen und nach dem Ausgleich wieder rein wollten - aber nicht durften, wie "Marca" mit Verweis auf eine entsprechende Regelung des Vereins berichtete.

"Wir waren dabei zu verlieren, wir waren tot, aber dann ist das alles passiert", sagteRodrygo. Mit seinemDoppelpack in der 90. Minuteund der Nachspielzeit hatte das 21 Jahre alte brasilianische Leichtgewicht (64 Kilogramm) Real in die Verlängerung gerettet: "Dann hat wohl Gott auf mich heruntergeblickt und gesagt: Heute wirst Du der Mann sein." Er und mal wiederKarim Benzema. Mit seinem Tor zum 3:1 in der Verlängerung per Elfmeter besiegelte der seit Monaten in Weltklasseform spielende Franzose den Einzug ins Finale.

Kroos stolz

"Wahnsinn, wir waren während der K.o.-Phase schon 26 Mal raus und haben uns 26 Mal zurückgekämpft", sagteEx-Weltmeister Kroosam DAZN-Mikrofon: "Das ist manchmal schwer zu erklären, auch für mich." Es sei der Glaube, es sei das Stadion, die Kombination sei magisch. "Das ist geisteskrank. Wir haben einen Charakter innerhalb der Mannschaft, der sehr speziell ist", betonte David Alaba, der dieses Mal angeschlagen bei Real nur Ersatz war.

Denn es war nicht das erste Mal in dieser Champions-League-Spielzeit, dass Real sich so zurückmeldet. Im Achtelfinale unterlag die Mannschaft bei Paris Saint-Germain im Hinspiel 0:1. Das Rückspiel in Madrid begann mit einer Führung durch PSG und endet mit einem 3:1-Sieg von Real. Im Viertelfinale gewann Real das Hinspiel beim FC Chelsea mit 3:1 - beide Male dank eines Benzema-Dreierpacks.

Im Rückspiel lag Madrid dann eine Viertelstundende vor Schluss mit 0:3 hinten. Endergebnis 2:3 nach Verlängerung, die Torschützen hießen Rodrygo und Benzema. "Ich kann nicht sagen, dass wir an dieses Leben gewöhnt sind", sagte Ancelotti: "Wenn man überlegt, warum, dann hat die Geschichte dieses Clubs sicher etwas damit zu tun, dass wir weitermachen, wenn es so aussieht, als wäre alles vorbei."

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