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Reiner Calmund wird 70: "Ich bin hyperaktiv, Zeit meines Lebens"


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"Ich bin hyperaktiv, Zeit meines Lebens"

sid, Nils Bastek

Aktualisiert am 23.11.2018Lesedauer: 3 Min.
Pressekonferenz zur Charity Sports NIm deutschen Fußball bekannt wie ein bunter Hund: Reiner Calmund arbeitete von 1976 bis 2004 in unterschiedlichen Positionen für Bayer Leverkusen. Mittlerweile ist er TV-Experte und Buchautor.ight 2018 Dorint Hotel Köln an der Messe Schirmherr Reiner Calm
Im deutschen Fußball bekannt wie ein bunter Hund: Reiner Calmund arbeitete von 1976 bis 2004 in unterschiedlichen Positionen für Bayer Leverkusen. Mittlerweile ist er TV-Experte und Buchautor. (Quelle: Herbert Bucco/imago-images-bilder)
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Als Manager von Bayer Leverkusen wurde Rainer Calmund zur Kultfigur und war seiner Zeit oft meilenweit voraus. Heute wird der ehemalige t-online.de-Kolumnist 70 – und ist umtriebig wie eh und jeh.

Versuchen Sie mal, ein Treffen mit Reiner Calmund zu organisieren. Das Freizeichen ertönt oft nur ein- oder zweimal, bis der ehemalige Manager des Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen abnimmt. Dann wird man vertröstet. "Pass op' Jung. Jerade is janz schlecht", war in den vergangenen Wochen oft die erste Antwort.

Mal stand Calmund kurz vor einem Vortrag: "Ich muss jetzt jeden Moment raus auf die Bühne." Mal war er unterwegs zwischen irgendwelchen anderen Terminen: "Rufen Sie die Tage nochmal an." Ein Treffen in den nächsten Tagen? "Quasi unmöglich." Calmund ist auch mit 70. Jahren kein bisschen ruhiger geworden.

Der umtriebige Calmund

Es kommt dann immerhin ein schriftliches Interview zustande. Es ist zwar schon mehr als 14 Jahre her, dass Calmunds Karriere im Profifußball bei Bayer 04 zu Ende ging. Doch seine Umtriebigkeit ist seitdem gefühlt genauso hoch geblieben wie sein Gewicht.

Calmund sei damals schon ein "Hans-Dampf-in-allen-Gassen" gewesen, wie der "Kicker" beschreibt. Der 70-Jährige selbst sagt über sich: "Ich bin hyperaktiv, Zeit meines Lebens." Und: "Für den Ruhestand bleibt immer noch Zeit."


Diese Zeit hat er bisher noch nicht gefunden, weil er sie auch nie gesucht hat. Als im Sommer 2004 seine Zeit in Leverkusen endet, widmet Calmund sich neuen Projekten: Seitdem schrieb er zwei Bücher, trat in Kochshows auf, hielt Vorträge und war er Kolumnist bei t-online.de.

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Calmund ist mit sich im Reinen

Über das Fernsehen ließ er die Öffentlichkeit außerdem an den Versuchen zu einer Diät teilhaben. "So einen gewalkten Halbmarathon in der Elefantenklasse, während links und rechts die Gazellen dich überholen – das hat schon etwas", sagt er. Gelassenheit und Humor sind ihm mit zunehmendem Alter ebenfalls nicht verloren gegangen. Auch die Sprüche sind geblieben. Calmund ist mit sich im Reinen.


Dabei ist auch beim "Rentner mit den 13 Jobs" ("Die Welt") nicht immer alles so gelaufen, wie er sich das gewünscht hätte. Die Hintergründe seines plötzlichen Abschieds von Bayer Leverkusen 2004 sind bis heute nicht vollumfänglich bekannt. Zudem ärgert es ihn immer noch, dass der Klub sich während seiner Zeit einen Namen als "Vizekusen" machte, weil er mehrere Male nur ganz knapp den Meistertitel verpasste. In Erinnerung von Calmund bleibt in Leverkusen aber vor allem das, was er aus dem Werksverein gemacht hat: ein etabliertes Mitglied der Bundesliga.

Bild vom 16. Mai 1992: Reiner Calmund (r.) mit dem damaligen Stuttgart Trainer Christoph Daum (l.), den er 1996 nach Leverkusen holte.
Bild vom 16. Mai 1992: Reiner Calmund (r.) mit dem damaligen Stuttgart Trainer Christoph Daum (l.), den er 1996 nach Leverkusen holte. (Quelle: Pressefoto Baumann/imago-images-bilder)

Calmunds besondere Schlitzohrigkeit

Das gelang auch, weil Calmund schon in den 80er Jahren den brasilianischen Spielermarkt entdeckt hatte. 1987 wurde Tita der erste Brasilianer, den Calmund ins Rheinland holte. "Kleines, dickes Bandito" nannte der Angreifer den Manager bei seinem Abschied aus Leverkusen ein Jahr später. Und auch all die anderen Anekdoten von Calmunds Wirken in Südamerika beschreiben vielleicht am besten die Schlitzohrigkeit, mit der er über Leverkusen hinaus zur Kultfigur wurde. Calmund sei "der gefürchtetste Kopfjäger der Branche", schrieb der "Spiegel" schon 1993 in einem Artikel mit der Überschrift "Tricks von Onkel Reiner".

"Der Reiner ist mehrfach chemisch gereinigt", sagt sein langjähriger Wegbegleiter und Freund Christoph Daum. Das bedeutet: Calmund ist mit allen Abwassern gewaschen. Mit den Verpflichtungen von späteren Weltklasse-Spielern wie Lucio, Emerson oder Zé Roberto bescherte "Calli" den Leverkusenern nicht nur spielerischen Glanz, sondern teils auch sensationelle Erlöse beim späteren Verkauf. "Ein Wahnsinnsjob" sei seine Zeit in Leverkusen gewesen, erzählt Calmund. "Viel Stress, aber tausend Mal mehr Freude."


Auf den Feiern zu seinem runden Geburtstag am heutigen Freitag werden einige dieser Geschichten vielleicht wieder aufkommen. Calmund hat doppelt eingeladen. Er feiert in seiner neuen Heimat Saarlouis im engsten Familienkreis. Aber Reiner Calmund wäre wohl kaum er selbst, wenn er parallel dazu nicht auch etwas Großes geplant hätte: Denn die eigentliche Sause zu seinem 70. steigt am Sonntag. Dann sind Freunde, Familie und Weggefährten aus vielen Jahren Profifußball ins Phantasialand eingeladen, einen Freizeitpark in der Nähe von Köln.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur sid
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