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Bundesliga zur├╝ck auf dem Trainingsplatz

Von dpa
Aktualisiert am 06.04.2020Lesedauer: 3 Min.
Die Bayern-Profis haben in Kleingruppen das Training auf dem Platz wieder aufgenommen.
Die Bayern-Profis haben in Kleingruppen das Training auf dem Platz wieder aufgenommen. (Quelle: Matthias Balk/dpa./dpa)
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Frankfurt/Main (dpa) - Die Bundesliga-Clubs sind weitgehend zur├╝ck auf dem Trainingsplatz - in Kleinstgruppen unter strengsten beh├Ârdlichen Auflagen.

Einige Vereine beklagen jedoch das unterschiedliche Vorgehen der Ämter in der Corona-Krise bei den Ausnahmegenehmigungen für Berufssportler. Eine einheitliche Regelung des Bundesinnenministerium gibt es nicht. Mit Argusaugen beobachten hochklassige Amateurteams das Treiben bei den fast 500 Profis im Oberhaus. Der DFB warnt eindringlich davor, es ihnen nachzumachen.

"Es ist schon besser, als allein daheim zu trainieren. Doch es hat mit Normalit├Ąt nichts zu tun", beschrieb Maximilian Arnold vom VfL Wolfsburg stellvertretend f├╝r viele seiner Kollegen den ungewohnten ├ťbungsbetrieb. "Jede Gruppe hat eine separate Kabine. Wir haben separate Duschen und einen festen Physiotherapeuten", sagte der Mittelfeldspieler im "Welt"-Interview. Im Kraftraum habe jeder seine eigene Matte und m├╝sse Handschuhe tragen. "Nach jeder ├ťbung m├╝ssen wir alles, was wir angefasst haben, desinfizieren."

├ťblich sind landauf-landab meist Spieler-Duos, die zusammen trainieren, - nicht aber in Nordrhein-Westfalen: Der 1. FC K├Âln schwitzt sogar in Gruppen mit bis zu acht Profis, der FC Schalke 04 mit bis zu sieben, Borussia M├Ânchengladbach mit bis zu f├╝nf. Alle Vereine betonen ausdr├╝cklich, dass s├Ąmtliche Vorgaben der Beh├Ârden eingehalten werden. Dazu z├Ąhlt weiterhin auch ein gewisser Mindestabstand zueinander.

Auch Tabellenf├╝hrer FC Bayern M├╝nchen - mit dem zuletzt verletzten Torj├Ąger Robert Lewandowski - und seine Verfolger Borussia Dortmund und RB Leipzig d├╝rfen wieder fu├čballspezifischer ├╝ben, w├Ąhrend der Spielbetrieb bis mindestens 30. April ruht. "Es war schon ein sehr ungewohntes Gef├╝hl, heute in Kleingruppen ein Training abzuhalten. Aber es war auch sch├Ân, die Jungs mal wieder live zu sehen", sagte Bayern-Kapit├Ąn Manuel Neuer. Das Homeoffice unter pr├Ązisen Vorgaben haben viele satt. "Ich wei├č nicht, wie oft ich vor Anstrengung fast vom Rad gekippt bin", erz├Ąhlte Eintracht Frankfurts Erik Durm.

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Werder Bremen bef├╝rchtete noch am Montag zun├Ąchst einen Wettbewerbsnachteil, bekam dann am Nachmittag aber vom Ordnungsamt der Stadt Bremen doch noch eine entsprechende Genehmigung - allerdings unter strengen Auflagen. Statt der von Werder beantragten zehn Spieler d├╝rfen jeder Kleingruppe auf dem Trainingsplatz nur maximal vier Profis angeh├Âren. Die Trainingseinheiten d├╝rfen ausschlie├člich unter freiem Himmel stattfinden, die Spieler m├╝ssen danach zu Hause duschen und vor allem vor jeder Einheit von den Mannschafts├Ąrzten "einem pr├Ąventiven Eingangsscreening" unterzogen werden, wie es in einer Mitteilung der Senats-Pressestelle hei├čt.

Trainer Florian Kohfeldt hatte vor der Genehmigung noch gesagt: "Wir hoffen hierbei keinen Wettbewerbsnachteil zu erleiden, sondern w├╝rden eine bundesweit einheitliche L├Âsung begr├╝├čen." Auch Bremens Innensenator Ulrich M├Ąurer (SPD) hatte auf eine bundesweit einheitliche Regelung gehofft - die wird es aber zun├Ąchst nicht geben. Th├╝ringens Innenminister Georg Maier (SPD), auch Vorsitzender der Innenministerkonferenz, werde in dieser Frage keine Empfehlung aussprechen, sagte eine Sprecherin seines Ministeriums.

Jonas Boldt, Sportvorstand des Hamburger SV, sieht in den unterschiedlich Startvoraussetzungen "momentan noch keine entscheidende Wettbewerbsverzerrung. Wir wissen ja nicht, wann ├╝berhaupt gespielt wird." So hatte Stadt- und Zweitligarivale FC St. Pauli - sehr zum Unwillen der Beh├Ârden - schon zu Beginn der vergangenen Woche Trainingseinheiten absolviert.

In Hessen beklagte sich Kickers Offenbach bitterlich, dass Eintracht Frankfurt auf der anderen Seite des Mains bereits seit vergangenem Freitag wieder trainiert. Dem Regionalligisten ist dies nach einem Verbot des ├Ârtlichen Ordnungsamts untersagt. "Ich finde es unglaublich, dass innerhalb eines Bundeslandes unterschiedliche Regelungen m├Âglich sind", sagte Gesch├Ąftsf├╝hrer Thomas Sobotzik.

Derweil stehen die Profis des SV Wehen Wiesbaden wieder auf dem Platz, die des Zweitliga-Rivalen SV Darmstadt 98 warten auf eine Anweisung der hessischen Landesregierung, "die das allgemein regelt". Das Innenministerium spricht grunds├Ątzlich von einer Abgrenzung des Profisports "als bezahlte Vollzeitt├Ątigkeit von Berufssportlern in Kapitalgesellschaften bzw. ├╝ber den Wirtschaftsbetrieb von Vereinen".

Mit seinen Amateurclubs hatte sich der Deutsche Fu├čball-Bund vergangene Woche auf eine weitere Aussetzung des Trainings- und Spielbetriebs verst├Ąndigt. Am Montag mahnte der DFB, dieser Anordnung "im Sinne der Bek├Ąmpfung des Coronavirus' streng Folge zu leisten". F├╝r die Spielklassen unterhalb der Regionalliga seien die Verf├╝gungen der zust├Ąndigen Gesundheitsbeh├Ârden entscheidend, "an ihnen wird sich streng orientiert".

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