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LĂ€nderspiel gegen TĂŒrkei: Die Zeit der LegionĂ€re

  • Noah Platschko
Von Noah Platschko

Aktualisiert am 07.10.2020Lesedauer: 3 Min.
Kai Havertz (l.) und Robin Koch: Die beiden Nationalspieler wagten im Sommer den Schritt auf die Insel.
Kai Havertz (l.) und Robin Koch: Die beiden Nationalspieler wagten im Sommer den Schritt auf die Insel. (Quelle: Bernd MĂŒller/imago-images-bilder)
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Neun Spieler des DFB-Kaders sind derzeit bei Vereinen im Ausland aktiv. Sie alle wagten den Schritt raus aus der Bundesliga. In Abwesenheit des Bayern-Blocks kommt fĂŒr einige die Chance, sich zu zeigen.

Etwas mehr als zehn Jahre ist es her, dass die Nationalmannschaft bei der WM in SĂŒdafrika Bronze holte. Das Team von Joachim Löw begeisterte mit schnellem Offensiv- und Umschaltspiel, schlug England im Achtelfinale (4:1) und Argentinien im Viertelfinale (4:0) klar. Erst im Halbfinale war gegen den spĂ€teren Sieger Spanien fĂŒr die Löw-Elf Schluss.


Das ist Hansi Flicks November-Kader

Der Kader von Bundestrainer Hansi Flick fĂŒr die letzten zwei Spiele des Jahres steht fest. Das ist das Aufgebot fĂŒr die Partien gegen Liechtenstein und Armenien.
Tor: Manuel Neuer (35 Jahre, FC Bayern MĂŒnchen)
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Das besondere am damaligen Kader: er bestand nur aus Spielern, die in Deutschland ihr Geld verdienten. GrĂ¶ĂŸen wie Bastian Schweinsteiger, Mesut Özil oder Lukas Podolski schnĂŒrten fĂŒr den FC Bayern, Werder Bremen oder den 1. FC Köln die Schuhe statt fĂŒr Manchester United, Real Madrid oder den FC Arsenal.

Neun LegionÀre im DFB-Team

Schaut man nun auf die Nationalmannschaft, so hat sich das Blatt um 180 Grad gewendet. Gleich neun Akteure des aktuellen 28-Mann-Kaders des Bundestrainers spielen im Ausland, darunter auch der jĂŒngst zu Leeds United gewechselte Robin Koch.

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"FĂŒr mich war es wichtig, mich in der wohl besten Liga der Welt zu beweisen. Die Premier League ist noch einmal ein StĂŒck weit herausfordernder als die Bundesliga. Darum ist sie fĂŒr viele Spieler extrem reizvoll", begrĂŒndete Koch bei einem Medientermin auf Nachfrage von t-online seinen Schritt ins Ausland.

Koch feierte vor knapp einem Jahr (am 9.Oktober 2019) sein DebĂŒt fĂŒr die Nationalelf – und hofft, im Test gegen die TĂŒrkei am Mittwoch (ab 20.45 Uhr im Liveticker auf t-online) auf seinen vierten Einsatz. "Das war der grĂ¶ĂŸte Moment in meiner Fußballerkarriere", erinnerte sich Koch an sein DebĂŒt. Gut möglich, dass in Abwesenheit des Bayern-Blocks um Innenverteidiger Niklas SĂŒle Koch von Löw eine erneute BewĂ€hrungschance bekommt.

Die Spieler des FC Bayern und RB Leipzig sowie Toni Kroos reisten am Dienstagabend zur Nationalmannschaft und werden erst fĂŒr die Nations-League-Spiele gegen die Ukraine und die Schweiz zur VerfĂŒgung stehen.

Draxler: "Immer eine Option, in die Bundesliga zurĂŒckzukommen"

Linksverteidiger Robin Gosens, der erst im September sein DebĂŒt fĂŒr das Nationalteam feierte und mit Atalanta Bergamo furios in die Saison startete, schwĂ€rmte ebenso von seiner Profi-Zeit im Ausland. "Das ist ein großer Schritt zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung. Eine neue Kultur kennenzulernen ist enorm wichtig, so wird man zum kompletten Menschen. Allein die Möglichkeit, eine neue Sprache zu lernen, ist gigantisch", so der 26-JĂ€hrige, der sich im Nationalteam auf der Linksverteidigerposition festspielen will.

Auch Julian Draxler, der am Mittwoch gegen die TĂŒrkei als KapitĂ€n auflaufen wird, spielt bereits seit Januar 2017 im Ausland bei Paris – konnte sich aber weder dort noch unter Löw zum absoluten Stammspieler hocharbeiten. Ein Last-Minute-Wechsel zu einem anderen Klub hat sich am Montag zerschlagen. Auch weil, so Draxler, "viele Mannschaften nicht das nötige Geld hĂ€tten, die Ablöse zu bezahlen, die von PSG verlangt wurde."

Julian Draxler: Der 27-JĂ€hrige wird die DFB-Elf am Mittwoch als KapitĂ€n aufs Feld fĂŒhren.
Julian Draxler: Der 27-JĂ€hrige wird die DFB-Elf am Mittwoch als KapitĂ€n aufs Feld fĂŒhren. (Quelle: Herbert Bucco/imago-images-bilder)

Eine RĂŒckkehr in die Bundesliga sei immer eine Möglichkeit, so Draxler auf Nachfrage von t-online: "Ich verfolge die Bundesliga natĂŒrlich extrem. Das ist die Heimat, da guckt man immer, was passiert. FĂŒr mich ist es immer eine Option, in die Bundesliga zurĂŒckzukommen." Draxler betonte jedoch: "Ich wollte in diesem Jahr keinen Schnellschuss machen."

Die Bundesliga gerade erst verlassen hat Chelseas Neuzugang Kai Havertz, der sich "wahnsinnig freut", wieder bei der Nationalmannschaft zu sein. Noch bei den LĂ€nderspielen im September war der 21-JĂ€hrige freigestellt worden, um seinen Wechsel nach London zu finalisieren.

"Es war schwierig fĂŒr mich, weil ich kaum Vorbereitungszeit hatte", berichtete Havertz auf der Pressekonferenz vor dem TĂŒrkei-Spiel von seinen Startproblemen bei den "Blues". "Es ist eine komplett andere Liga, viel intensiver. Ich habe gemerkt, dass die Spiele sehr anstrengend sind. FĂŒr mich persönlich war es ein großer Schritt, mein Umfeld und meine Familie zu verlassen. Da dauert die Akklimatisierung etwas lĂ€nger", so Havertz, der dennoch positiv in die Zukunft blickt, "Ich denke, dass es die letzten Spiele bergauf ging. Auch der Hattrick im Ligapokal hat mir sehr geholfen."

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Koch, Gosens, Draxler und Havertz. Vier von neun LegionĂ€ren in den Reihen des DFB-Teams, die unter Löw noch ihre finale Rolle finden mĂŒssen. Vielleicht schon an diesem Mittwoch gegen die TĂŒrkei.

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