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Bierhoff sieht FIFA bei WM-Gastgeber Katar in der Pflicht

Von dpa
Aktualisiert am 05.01.2022Lesedauer: 2 Min.
DFB-Direktor Oliver Bierhoff.
DFB-Direktor Oliver Bierhoff. (Quelle: Swen Pförtner/dpa./dpa)
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Frankfurt/Main (dpa) - Oliver Bierhoff ist weiterhin gegen einen Boykott der Fußball-WM in Katar. Angesichts von angeblich 15.000 toten Gastarbeitern seit der Vergabe im Jahr 2010 sieht der DFB-Direktor allerdings den Weltverband in der Pflicht.

"Wenn diese Zahlen stimmen, sind sie natĂŒrlich erschreckend. Hier ist nun die FIFA als Ausrichterin und Organisatorin des Turniers gefordert, fĂŒr AufklĂ€rung zu sorgen", sagte Bierhoff dem Magazin "Stern".

Ein Verzicht auf eine WM-Teilnahme habe keinen Sinn. "Der Sport hat die Kraft, BrĂŒcken zu bauen, im Dialog zu bleiben und VerĂ€nderungen anzustoßen, das hat er schon oft bewiesen. Diese Möglichkeit wollen wir nicht unversucht lassen", sagte Bierhoff. "Die verbleibenden elf Monate bis zum Eröffnungsspiel sollten nun von allen Beteiligten wirkungsvoll genutzt werden", forderte der 53-JĂ€hrige.

"Ich bin froh, dass wir mĂŒndige Spieler haben"

Ob die deutschen Nationalspieler wie im MĂ€rz 2021 auch beim Turnier vom 21. November bis 18. Dezember mit Aktionen auf die problematische Menschenrechtslage in Katar aufmerksam machen werden, wollte Bierhoff nicht prognostizieren. "Das kann ich zum gegenwĂ€rtigen Zeitpunkt noch nicht sagen, denn der Impuls fĂŒr solche Aktionen kommt direkt aus der Mannschaft selbst", betonte der DFB-Direktor. "Ich bin froh, dass wir mĂŒndige Spieler haben. Eine sensible Mannschaft, die weiß, dass Fußball mehr ist als nur Sport, und diese BĂŒhne nutzt, um offensiv fĂŒr Menschenrechte einzutreten."

Sportlich bleibt Bierhoff bei der Zielvorgabe Halbfinale: "An der Weltspitze zu spielen bedeutet fĂŒr alle unsere Nationalmannschaften, bei jedem Turnier zu den besten vier Teams der Welt zu gehören und alle zehn Jahre einen Titel nach Deutschland zu holen. Das ist unser Anspruch", sagte er. Die Auswahl von Bundestrainer Hansi Flick startet mit einem Test gegen Israel am 26. MĂ€rz ins WM-Jahr. In der Nations League sind noch vor der WM im Juni und September Italien, England und Ungarn je zweimal die Gegner.

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