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"Weiter, immer weiter" im Profifußball – das Ende naht


Weiter, immer weiter

  • Noah Platschko
Von Noah Platschko

Aktualisiert am 14.06.2022Lesedauer: 4 Min.
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Thomas Müller: Der Bayern-Spieler steht vor einem kurzen Urlaub, ehe die Vorbereitung für die kommende Bundesliga-Saison ansteht.
Thomas Müller: Der Bayern-Spieler steht vor einem kurzen Urlaub, ehe die Vorbereitung für die kommende Bundesliga-Saison ansteht. (Quelle: ActionPictures/imago-images-bilder)
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Noch ein Spiel, dann ist es geschafft. Mit der Partie gegen Italien verabschieden sich die Nationalspieler in den Sommerurlaub. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt aber nicht – im Gegenteil, es wird immer schlimmer.

Die Luft ist raus. Zu dieser Schlussfolgerung kommt, wer bei Hansi Flick dieser Tage genau hingehört hat. Wobei Flicks Kritik an der großen Belastung seiner Spieler nicht einmal versteckt daherkam. "Nach so einer langen Saison sind vier Spiele einfach zu viel." Seine Spieler, das wurde zuletzt deutlich, sind erschöpft. Und hatten doch keine andere Wahl in diesem Marathonjahr 2022.


Ein DFB-Star überragt, einer bekommt die Note fünf

Die deutsche Nationalmannschaft hat den ersten Nations-League-Sieg in diesem Jahr erneut verpasst. Gegen Ungarn reichte es nur zu einem 1:1. Dabei zeigten viele Akteure mehr Schatten als Licht. Die Einzelkritik.
Manuel Neuer: Parierte erst stark gegen Szalai, wenige Sekunden später dann chancenlos gegen Zsolt Nagy (6. Minute). Sicher bei Fiolas halbhoher Hereingabe (27.). Hielt mit einer überragenden Fußabwehr gegen Fiola das 1:1 zur Pause fest (44.). Verhinderte stark eine Ecke (50.), lenkte einen strammen Schuss gekonnt über die Latte. Wieder tadellos. Note 1
+15

Zwischen dem 4. und 14. Juni mussten beziehungsweise müssen die DFB-Spieler vier Partien absolvieren, die letzte folgt am kommenden Dienstag gegen Italien (20.45 Uhr, im Liveticker bei t-online). "Viele Spieler haben nur eine kurze Sommerpause – und steigen dann fast ohne Vorbereitung in den Bundesliga-Alltag ein, ehe dann wieder die Champions League startet", kritisierte der Bundestrainer das Jahr ohne Pause.

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Kurzer Urlaub für Müller und Co.

Auch Thomas Müller, unter Hansi Flick ein fester Bestandteil der A-Nationalmannschaft, sieht die Vielzahl an Spielen kritisch: "Vier Spiele sind enorm viel in diesem Zeitraum", erklärte der Angreifer, scheint aber schicksalsergeben zu sein: "Das ist sicher nicht unser Wunschtraum, aber es ist einfach, wie es ist. Das ist unser Job, den wir erledigen müssen. Anderen Nationen ergeht es da nicht anders", so der 32-Jährige auf t-online-Nachfrage. Weiter, immer weiter, so das Motto.

t-online-Nationalmannschaftsreporter Noah Platschko spricht Thomas Müller auf die enorme Belastung während der Saison an.
t-online-Nationalmannschaftsreporter Noah Platschko spricht Thomas Müller auf die enorme Belastung während der Saison an. (Quelle: Screenshot DFB-PK/ t-online/leer)

Erst an diesem Mittwoch wird Müller in den Urlaub fliegen können. Gut zwei Wochen später startet sein FC Bayern dann schon in die Saisonvorbereitung, allerdings zunächst noch ohne den Angreifer und die anderen Nationalspieler, die erst Mitte Juli das Training beim Rekordmeister wieder aufnehmen werden.

Fest steht: In diesem Jahr wird die Belastung für die Top-Spieler noch mal höher sein als sonst. Der Grund: Die Winter-WM in Katar, die vieles, wenn nicht alles durcheinanderwirbelt. Die Bundesligasaison startet 2022 bereits am 5. August, schon eine Woche zuvor wird die erste DFB-Pokalrunde ausgetragen. Aufgrund des umstrittenen Turniers im Wüstenstaat geht der deutsche Profifußball dann bereits nach dem 15. Spieltag in die Winterpause, letzter Spieltag des Jahres ist der 13. November.

Elf Wochen ohne Durchschnaufen

Doch auch die Partien auf internationaler Ebene sollen, müssen nach dem offiziellen Rahmenterminkalender bis zum Beginn der Katar-WM ausgetragen sein – zumindest die der Gruppenphasen in Champions League, Europa League und Conference League.

Die Folge: Ein Rhythmus, in dem alle drei Tage gespielt wird – eine immense Belastung für die Top-Spieler. Zwischen dem 26. August (4. Bundesliga-Spieltag) und eben jenem 13. November muss beispielsweise ein Spieler des FC Bayern nicht nur wöchentlich in der Bundesliga ran (plus Englischer Woche am 8. und 9. November), sondern parallel dazu alle sechs Champions-League-Gruppenspiele sowie zwei DFB-Pokalrunden absolvieren. Hinzu kommen noch zwei Länderspiele Ende September in der Nations League gegen England und Ungarn. 22 Spiele in zweieinhalb Monaten. Ein Mammutprogramm.

Uefa erhöht Anzahl der Gruppenspiele

Flick fordert ein Umdenken: "Man sollte das ganze schon mal hinterfragen und überlegen, wie man den Spielern eine Pause gönnen könnte. Das sind Dinge, die man von den Experten in den Gremien der Fifa und der Uefa erwartet", so der Bundestrainer vergangene Woche in einer Medienrunde.

Hansi Flick: Der Bundestrainer weiß um die hohe Belastung seiner Spieler, wollte diese aber nicht für die Sieglos-Serie als Ausrede gelten lassen.
Hansi Flick: Der Bundestrainer weiß um die hohe Belastung seiner Spieler, wollte diese aber nicht für die Sieglos-Serie als Ausrede gelten lassen. (Quelle: Matthias Koch/imago-images-bilder)

Müller ist skeptisch: "Ich weiß nicht, ob wir irgendwann dort hinkommen, dass wir eine drei- bis vierwöchige Vorbereitung machen können, oder ob wir uns von dem Gedanken verabschieden müssen." Die Pläne der Uefa liefern eine Antwort: Die Reform der Champions League sieht ab der Spielzeit 24/25 nicht mehr nur sechs, sondern gar acht Gruppenspiele in der Königsklasse vor. Also: Mehr Spiele, mehr TV-Gelder.

Dabei geht die hohe, dreitägige Belastung schon jetzt nicht spurlos an den Sportlern vorbei. "Spitzenspieler unterliegen einem Dauerstress. Der innere Kritiker erzeugt oft großen Druck", sagte der Sportwissenschaftler Thomas Wörz vergangenes Jahr dem "Standard". Auch der mediale Druck spiele eine Rolle. "Man wird bewertet, das kann sehr belastend sein. Und es gibt auch eine gewisse Angst, die durch Konkurrenzdruck erzeugt wird."

Goretzka nicht "platt"

Einer fiel dagegen ungewollt aus der Reihe: Nationalspieler Leon Goretzka mochte nach dem Remis gegen England nicht so recht einstimmen in den Tenor der großen Belastung. Er habe noch "alle Körner", posaunte der Mittelfeldspieler. Der 27-Jährige musste allerdings auch zwischen Dezember 2021 und März 2022 wegen einer Hüftverletzung pausieren. Im Gegensatz zu seinen Klub-Kollegen Müller (3.565 Minuten), Manuel Neuer (3.501) und Joshua Kimmich (3.405) stand Goretzka daher "nur" 2.027 Minuten für die Bayern auf dem Spielfeld, verpasste fast 20 Spiele.

Gegen Italien müssen die Top-Spieler des FC Bayern vermutlich nochmals ran. Aufgrund der durchwachsenen Bilanz mit drei Remis in drei Spielen wird der Bundestrainer auf die für ihn beste Elf setzen, um die Saison mit einem Erfolgserlebnis zu beenden. Ein solches wünscht sich auch Goretzka. "Ich kann mich ehrlich gesagt gar nicht mehr an meinen letzten Sieg erinnern", gestand er. "Auch bei Bayern lief's ja am Ende nicht mehr so doll."

Am 23. April war es übrigens, dass Goretzka das letzte Mal jubeln konnte. Damals schlugen die Bayern Borussia Dortmund mit 3:1. Es war das Spiel, das die Bayern zum Meister machte. Danach war die Saison gelaufen. Es folgten, DFB und FCB vereint, fünf Remis und eine Niederlage.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherchen
  • DFB-Pressekonferenzten
  • Aussagen von Leon Goretzka in der Mixed Zone
  • Rahmenterminkalender 22/23
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Von Nils Kögler
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