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Nach WM-Aus in Katar: Reiner Calmund kritisiert "Einheitsbrei" beim DFB


Calmund schlägt Alarm: "Da bin ich natürlich schockiert"

  • Steven Sowa
Von Steven Sowa

Aktualisiert am 02.12.2022Lesedauer: 3 Min.
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Reiner Calmund: Die Manager-Legende hat das WM-Aus der DFB-Elf schwer getroffen. (Quelle: IMAGO/Christoph Hardt)
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Nach dem WM-Aus in Katar fordert Reiner Calmund Konsequenzen für den deutschen Fußball. Gegenüber t-online kritisiert er die Nachwuchsarbeit des DFB scharf.

Reiner Calmund hat das Aus der DFB-Elf in Katar praktisch aus nächster Nähe erlebt. Die Manager-Legende von Bayer Leverkusen ist gerade in Doha. Dort hat der 74-Jährige einen alten Bekannten getroffen: "Der japanische Fußball-Präsident Kozo Tashima, der an der Kölner Sporthochschule studiert und bei uns in Leverkusen hospitiert hat, war über das Erreichen der WM-K.o.-Runde überglücklich", schreibt uns Calmund aus Doha und schickt dazu dieses Foto:

Reiner Calmund (l.)
Reiner Calmund (l.) mit Japans Fußball-Präsident Kozo Tashima in Doha: "Schon ein bisschen glücklich".

Japan hatte am Donnerstagabend die Sensation geschafft und die Flick-Elf mit einem Sieg gegen Spanien aus dem Turnier gekickt. "Trotzdem schränkte Tashima realistisch ein: Wenn man gegen Deutschland mit einem Ballbesitz von 26 Prozent und gegen Spanien mit 18 Prozent jeweils 2:1 gewonnen hat, ist das schon glücklich." Für Calmund ist das wohl nur ein schwacher Trost, wie er t-online verrät.

t-online: Dieses deutsche WM-Aus ist schmerzhaft – wie sehr trifft es Sie auch persönlich?

Reiner Calmund: Natürlich sehr. Deutschland ist mein Heimatland, die Nationalelf war, ist und bleibt mein Lieblingsverein. Und wenn wir so krachend und unglücklich ausscheiden, bin ich natürlich zuerst schockiert und dann gefrustet. Früher hättest du mich tagelang nicht ansprechen dürfen – mit ein bisschen mehr Lebenserfahrung ist das heute anders. Das Fußballland Deutschland muss jetzt in allen Bereichen direkt auf Angriff umschalten. In anderthalb Jahren eröffnen wir die Heim-EM – da sollte man sich schon Gedanken machen, wie man sportlich erfolgreicher abschneidet.

Was macht dieses erneute Vorrunden-Aus nach dem Drama in Russland 2018 mit dem Selbstverständnis der Deutschen – auch über den Fußball hinaus?

Der Fußball hat mehrfach gezeigt, wie er unser Land vereinen kann. Ich erinnere nur an 1954, als wir plötzlich wieder wer waren. An 1990, als Ost und West erstmals gemeinsam einen magischen italienischen Sommer feierten. Oder an 2006, als die Welt zu Gast bei Freunden war. Gerade in der jetzigen Zeit hätte uns ein ähnliches Erfolgserlebnis in Deutschland gutgetan. Denn unser Land ist in einigen Bereichen gespalten. Vielleicht ist das Aus aber auch ein Weckruf.

Was meinen Sie?

Mein Freund Karsten Schmidt, ein Berliner Anwalt, fand in einer von einem großen Nachrichtenmagazin veröffentlichten Lesermeinung die richtigen Worte, wie ich finde. Er schrieb: "Der Sport ist das Spiegelbild unseres gesamten Landes. Wir ruhen uns auf unseren früheren Erfolgen aus und sehen nicht, dass andere Staaten und Kontinente uns abhängen. Verdiente Niederlagen in Sport, Wirtschaft und Politik." Mein kleiner Hinweis für einige Politiker und Moralisten: Konzentriert euch wieder auf das Wesentliche und macht endlich eine vernünftige Politik zum Wohle des Volkes. Aber missbraucht nicht den Sport.

Wie müsste ein sportlicher Neuanfang aussehen?

Wir dürfen jetzt nicht in Hektik verfallen und alles über den Haufen werfen. Wir haben unsere Hausaufgaben gegen Spanien und Costa Rica weitestgehend gemacht, Japan bedeutete das Aus. Es muss aber auch klar sein: Es braucht eine schonungslose Analyse. Das kam mir in den vergangenen Jahren zu kurz. Es wurde immer nur von der Analyse gesprochen, aber wurde eine gemacht? Denn: Geändert hat sich nichts. Ansetzen müssen wir dabei in unseren Nachwuchsleistungszentren. Wir bilden zu wenige Typen aus, die mal dazwischenhauen, wenn es nicht läuft. Wir brauchen mehr Leader – und nicht nur Einheitsbrei. Für die EM 2024 sehe ich in unserem Nationalteam ein offensives und kreatives Mittelfeld. Die jungen Jamal Musiala, Florian Wirtz und Kai Havertz besitzen das Potenzial zur absoluten Weltklasse.

Ist DFB-Direktor Oliver Bierhoff dagegen noch der Richtige für die DFB-Elf? Sie als erfahrener Manager könnten das sehr dezidiert beantworten.

Nach dem frühen Ausscheiden aus den letzten drei großen Turnieren kommt natürlich Kritik auf. Ich bin nicht nahe genug an der Nationalmannschaft dran, um alle Abläufe objektiv und umfassend zu beurteilen. Ich würde jetzt so schnell wie möglich eine kleine, aber kompetente Taskforce einsetzen, die die WM aufarbeitetet und den Gremien Handlungsalternativen aufzeigt. Mein unbürokratischer Vorschlag für die Besetzung: DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Bundestrainer Hansi Flick, DFB-Geschäftsführer Oliver Bierhoff, von der DFL-Führung Donata Hopfen, Aki Watzke und aus der Bundesliga Bayern-Präsident Olli Kahn und der dienstälteste Bundesliga-Trainer Christian Streich.

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Verwendete Quellen
  • E-Mail von Reiner Calmund
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