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Doping: WADA kündigt Untersuchung zu Moskauer Dopingdaten an

Es drohen harte Sanktionen  

WADA kündigt Untersuchung zu Moskauer Dopingdaten an

23.09.2019, 14:14 Uhr | sid

Doping: WADA kündigt Untersuchung zu Moskauer Dopingdaten an. Das Schild der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA mit der Aufschrift "Russian National Anti-Doping Agency" auf einem Gebäude in Moskau. (Quelle: dpa)

Das Schild der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA mit der Aufschrift "Russian National Anti-Doping Agency" auf einem Gebäude in Moskau. (Quelle: dpa)





Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat eine Untersuchung gegen Russland eingeleitet, die Sport-Großmacht hat drei Wochen Zeit, sich zu den Manipulationsvorwürfen der Daten aus dem Moskauer Dopinglabor zu erklären.

Russland ist endgültig zurück im Fadenkreuz der internationalen Doping-Wächter. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat am Montag ein offizielles Verfahren gegen die Sport-Großmacht eingeleitet, da Daten aus dem Moskauer Dopinglabor manipuliert sein könnten. Dem Riesenreich drohen harte Sanktionen.

"Experten haben sich die Daten angesehen, die wir von Whistleblowern bekommen haben, und die Daten, die wir von Russland erhalten haben. Es gibt Fragen, die gestellt werden müssen", sagte WADA-Generaldirektor Olivier Niggli nach einer Sitzung der WADA-Exekutive in Tokio. Moskau bekam drei Wochen Zeit, um auf die Unregelmäßigkeiten zu reagieren.

"Ich wäre keineswegs überrascht"

"Ich wäre keineswegs überrascht, wenn sich jetzt Manipulationen an den an die WADA übergebenen Proben herausstellen sollten", sagte Dagmar Freitag, Vorsitzende im Sportauschuss des Deutschen Bundestages dem SID. "Es muss ja einen Grund gegeben haben, warum sich die Herausgabe so lange verzögert hat", ergänzte Freitag, die für den Fall, dass sich der Verdacht erhärtet, "zwingend Konsequenzen" fordert.

Konkret geht es um Daten, die das Ausmaß des institutionalisierten Dopingprogramms belegen sollen. Die Übergabe der Daten aus dem Labor-Informations- und Management-System (LIMS) des Moskauer Labors war eine Voraussetzung für die Wiederaufnahme der RUSADA in die WADA. Darin enthalten sind die Testdaten zwischen Januar 2012 und August 2015, in diesem Zeitraum sollen im Moskauer Labor systematisch positive Tests vertuscht worden sein.

Nach langen Verhandlungen

"Die Gewährung der Echtheit der Moskauer Labordaten war eine Bedingung für die Wiederaufnahme der RUSADA", betonte die WADA am Montag erneut in einer Erklärung. Erst nach langen Verhandlungen gab Russland Anfang 2019 die Daten heraus, dafür wurde die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA in einem vielkritisierten Tauschhandel wieder aufgenommen. Bisher wurden aus den Daten 298 besonders verdächtige Fälle bekannt.

Die WADA hatte im Vorfeld gewarnt, "strengste Sanktionen" zu ergreifen, falls sich herausstellt, dass die Daten manipuliert seien. Nicht nur die erneute Suspendierung der RUSADA könnte ein Thema werden, auch müssen sich russische Athleten auf Konsequenzen einstellen. Bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang durften russische Sportler nur unter neutraler Flagge antreten.

Am Montag traf sich auch das Council des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF. Die führenden Köpfe um Präsident Sebastian Coe wollten entscheiden, ob die fast vierjährige Suspendierung Russlands durch die IAAF kurz vor der WM in Doha (27. September bis 6. Oktober) aufgehoben wird. Das dürfte wegen der jüngsten Vorfälle eher unwahrscheinlich sein.

"Russland möchte natürlich wieder zurück, und die Leichtathletik-Familie würde Russland auch gerne aufnehmen, aber die Bedingungen, die dazu abgearbeitet werden müssen, hat Russland noch nicht erfüllt. Da muss noch einiges geschehen", hatte DLV-Präsident Jürgen Kessing dem SID schon vor den neuerlichen Anschuldigungen gesagt.


"Ich hoffe, dass der Internationale Leichtathletikverband bei seinen heutigen Beratungen bei seiner bisherigen klaren Linie bleibt und Russland nach den Meldungen dieses Wochenendes weiterhin suspendiert", sagte Freitag.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur SID

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