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Basketball-Bundesliga will Protestaktionen nicht bestrafen

Von dpa
Aktualisiert am 03.06.2020Lesedauer: 2 Min.
Gesch├Ąftsf├╝hrer der Basketball-Bundesliga: Stefan Holz.
Gesch├Ąftsf├╝hrer der Basketball-Bundesliga: Stefan Holz. (Quelle: Nicolas Armer/dpa./dpa)
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M├╝nchen (dpa) - Sogar der deutsche Basketball-Bund retweetete Per G├╝nthers Aufforderung zum Ungehorsam bei der Quarant├Ąne-Meisterrunde in M├╝nchen.

"Liebe @easyCreditBBL Spieler. Wenn ihr euch beim anstehenden Turnier ausdr├╝cken und gegen Rassismus positionieren wollt - bitte f├╝hlt euch frei, es zu tun. Die ersten 10.000 an Strafe gehen auf mich", schrieb der 32 Jahre alte Ex-Nationalspieler bei Twitter. Der Ulmer reagierte damit auf die ├äu├čerungen von BBL-Gesch├Ąftsf├╝hrer Stefan Holz, der im dpa-Interview gesagt hatte, dass den Spielern politische Statements wie zuletzt in der Fu├čball-Bundesliga untersagt seien.

"Den Sportlern geht es vor allem um ein Statement gegen Rassismus und nicht um eine individuelle politische Meinungs├Ąu├čerung. Daher werden wir selbstverst├Ąndlich in diesem Zusammenhang von Sanktionierungen absehen", erkl├Ąrte Holz dann am Abend in einer Medien-Mitteilung. Als Liga habe man die Aufgabe, auf Statuten hinzuweisen und deren Einhaltung zu ├╝berpr├╝fen, sagte Holz. Von Samstag an steht bei den Basketballern in M├╝nchen das Quarant├Ąne-Turnier mit zehn Teams an. Am 28. Juni soll dann der Meister feststehen.

Mund halten und dribbeln sei absolut fehl am Platz, meinte Ex-Nationalspieler Jan Jagla. "Wenn der Basketball nicht f├╝r Offenheit, Respekt und Toleranz steht, wer oder was dann?", betonte Jagla. Bayern-Kapit├Ąn Danilo Barthel k├╝ndigte an: "Wenn ich dazu gefragt werde, werde ich auch meinen Standpunkt klar ├Ąu├čern."

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Ausdr├╝cklich zum Einstehen gegen Rassismus ermunterte Bayern-Gesch├Ąftsf├╝hrer Marko Pesic seine Korbj├Ąger. "In einer Zeit, in der es um Solidarit├Ąt und Zusammenhalt geht, kann niemand den Spielern das Wort verbieten. Sich gegen Rassismus zu stellen, ist keine politische ├äu├čerung, sondern eine Lebenseinstellung. Und wir sind uns ganz sicher, dass unsere Spieler genau wissen, welche Werte der Basketball an sich und welche Haltung speziell dieser Verein und seine handelnden Personen bei diesem leider sehr gro├čen Thema besitzen", erkl├Ąrte Pesic.

"Der Kampf gegen Rassismus ist die Pflicht eines jeden, wie ich finde", sagte Rasta Vechtas Clubchef Stefan Niemeyer und k├╝ndigte an, zu 100 Prozent hinter den Spielern zu stehen, wenn sie sich in diesem Sinne engagieren w├╝rden. "Wir stellen uns gegen #Rassismus! Diese Grundhaltung ist keine politische Botschaft, sie ist ein nicht zu verhandelnder Konsens & Teil unserer DNA. Wir lassen unsere Spieler nicht im Regen stehen. Schon gar nicht jetzt!", meinte Herrmann Sch├╝ller, der Chef der EWE Baskets Oldenburg. "Wir sind uns sicher, dass diese Haltung Konsens im deutschen Basketball ist", erkl├Ąrte Frank Meinertshagen, Gesch├Ąftsf├╝hrer der BG G├Âttingen.

Am vergangenen Spieltag der Fu├čball-Bundesliga hatten mehrere Profis durch verschiedene Aktionen und Gesten auf dem Rasen gegen den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd infolge eines brutalen Polizeieinsatzes in den USA protestiert. Der DFB verzichtete am Mittwoch auf eine Bestrafung. Stattdessen hat Verbandspr├Ąsident Fritz Keller eine Diskussion ├╝ber politische Botschaften im Stadion initiiert. Hintergrund ist die im internationalen Sport bestehende Regel, wonach w├Ąhrend des Spiels den Aktiven das Aussenden politischer Botschaften untersagt ist.

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