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Fußball ist derzeit die Nummer-eins-Sportart in den USA

Von dpa
Aktualisiert am 10.07.2020Lesedauer: 3 Min.
Kai Wagner (l) spielt in den USA fĂŒr Philadelphia Union.
Kai Wagner (l) spielt in den USA fĂŒr Philadelphia Union. (Quelle: Stephen M. Dowell/TNS via ZUMA Wire/dpa./dpa)
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Orlando (dpa) - Fußball die Nummer eins in den USA? Das war noch vor wenigen Wochen undenkbar. Nun aber hat die MLS mit ihrem Corona-Comeback-Turnier in Florida als erste der großen Profiligen im US-Sport die RĂŒckkehr auf den Platz und damit auch ins Fernsehen geschafft.

"Das hĂ€tten wahrscheinlich die wenigsten gedacht, dass Fußball als erstes wieder gespielt wird", sagte Kai Wagner der Deutschen Presse-Agentur. Der aus Geislingen an der Steige stammende 23 Jahre alte Verteidiger hat sein erstes Gruppenspiel mit Philadelphia Union gegen den FC New York City 1:0 gewonnen und hofft auf einen Sieg in dem Wettbewerb im WM-Format.

DafĂŒr muss der Club von der US-OstkĂŒste beim Finale am 11. August noch dabei sein - und hat zu dieser Zeit Konkurrenz von nahezu allen wichtigen US-Sportarten. Noch aber ist der Fußball den anderen voraus. Ein Überblick ĂŒber den Stand der PlĂ€ne.

MLS - FUSSBALL

Seit dem 7. Juli spielen die Teams der Major League Soccer in Florida um den Titel beim "MLS is Back" (Die MLS ist zurĂŒck)-Turnier. Von den ursprĂŒnglich eingeplanten 26 Mannschaften sind noch 24 ĂŒbrig - der FC Dallas und das Team des Nashville SC dĂŒrfen nach zu vielen Corona-FĂ€llen nicht mehr teilnehmen. Die Gruppen sind deswegen schon etwas angepasst worden - nicht unbedeutend, da die Bilanz aus dieser Turnierphase auch fĂŒr die nach nur zwei Spieltagen unterbrochene Saison zĂ€hlt, die nach dem Finale (11. August) fortgesetzt werden soll. Die Teams wohnen, trainieren und spielen alle auf dem GelĂ€nde der ESPN Wide World of Sports in Disneyworld in Florida.

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NBA - BASKETBALL

Dort, in Disney World, befinden sich seit dieser Woche auch die Basketball-Profis aus der NBA. Die Liga bringt alle jene Teams nach Florida, die beim Abbruch der Saison im MĂ€rz bereits fĂŒr die Playoffs qualifiziert waren oder diese Tabellenregion binnen sechs Spielen noch hĂ€tten erreichen können. Das fĂŒhrt zu 22 Mannschaften in Orlando, die zunĂ€chst die endgĂŒltigen Teilnehmer der Playoffs und die Reihenfolge der Setzliste ausspielen. Los geht es mit einem echten Kracher: Die Los Angeles Clippers treffen am 30. Juli auf die Los Angeles Lakers. Beide Mannschaften zĂ€hlten zumindest bis zur Corona-Pause zu den Topfavoriten auf den NBA-Titel.

Sich besuchen und Partien der anderen Sportart verfolgen dĂŒrfen Basketballer und Fußballer ĂŒbrigens nicht.

NHL - EISHOCKEY

Am gleichen Wochenende wie die NBA will auch die NHL ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen - direkt in einem erweiterten Playoff-Format mit 22 Mannschaften. In der ersten Runde reichen drei Siege fĂŒrs Weiterkommen, ab der Runde der besten 16 Teams sollen wie ĂŒblich vier Siege in einer Serie fĂŒr ein Weiterkommen und am Ende auch fĂŒr den Stanley Cup notwendig sein. Die NHL verteilt die Mannschaften zunĂ€chst auf zwei Spielorte. Eine Entscheidung ist offiziell noch nicht gefallen, viel deutet auf die kanadischen StĂ€dte Edmonton (Eastern Conference) und Toronto (Western Conference) hin. FĂŒr NHL-Topscorer Leon Draisaitl und seine Edmonton Oilers, die in der Western Conference spielen gĂ€be es also keinen Heimvorteil. Zuschauer sind an beiden Spielorten aber ohnehin nicht erlaubt.

MLB - BASEBALL

Im MĂ€rz, als Corona die USA gerade erst so richtig erreicht hatte und keiner wusste wie und ob es weiter geht, da machte die MLB zunĂ€chst eine gute Figur. Es gab konkrete PlĂ€ne und ein Saisonstart am 4. Juli, dem UnabhĂ€ngigkeitstag des Landes, war das Ziel. Nach wochenlangem öffentlichen Streit zwischen Spielergewerkschaft und Liga ist Major League Baseball aber einer der grĂ¶ĂŸten Corona-Verlierer - denn herausgekommen ist eine 60-Spiele-Saison, die sowohl Teams wie auch Spieler schlechter stellt als die meisten der VorschlĂ€ge, die irgendwann mal auf dem Tisch lagen. Am 23. Juli geht es los, die Mannschaften spielen ohne Zuschauer ihn ihren Stadien.

NFL - AMERICAN FOOTBALL

Die NFL-Saison soll im September beginnen, ganz regulĂ€r. Sorgenfrei ist die Liga deswegen aber nicht. Denn die UmstĂ€nde sind angesichts der rapide steigenden Infektionszahlen in den USA völlig unklar. Dass Teams da durchs ganze Land reisen und sich niemand ansteckt? Zudem ist Football ein Vollkontaktsport und die Kader deutlich grĂ¶ĂŸer als etwa eine Mannschaft im Basketball.

Die ĂŒblichen 90 Spieler in den Trainingslagern (deren Termine noch unklar sind) werden es zwar wohl nicht werden, wohl aber 75 oder 80 Profis. Dass die NFL das Trikottauschen in der kommenden Saison verbieten will wirkt in diesem Zusammenhang inkonsequent und sorgte auch prompt fĂŒr Kritik einiger Spieler. "Warum lassen sie uns ĂŒberhaupt spielen", fragte Deshaun Watson von den Houston Texans. Verhandelt wird derzeit zwischen der Spielergewerkschaft und der Liga ĂŒber Ablauf und Zahl der Corona-Tests.

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