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Wagnis DEL-Saison startet mit Derby

Von dpa
Aktualisiert am 16.12.2020Lesedauer: 3 Min.
Mit dem 228.
Mit dem 228. Derby Kölner Haie gegen die DĂŒsseldorfer EG startet die DEL in die zweimal verschobene neue Saison. (Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa./dpa)
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Köln (dpa) - Mehr geht nicht. Zum Start der bislang ungewöhnlichsten und riskantesten Saison in 26 Jahren DEL bietet die Deutsche Eishockey Liga das Attraktivste, was sie hat.

Mit dem 228. Derby Kölner Haie gegen die DĂŒsseldorfer EG startet die Liga am Donnerstag (19.30 Uhr/MagentaSport) nach neunmonatiger Pause in die zweimal verschobene neue Saison. Mehr Tradition, mehr Prestige, mehr RivalitĂ€t zwischen zwei Teams gibt es in der DEL nicht. "Wir freuen uns riesig, dass es jetzt los geht. Wir haben monatelang darauf gewartet", sagte Haie-Coach Uwe Krupp.

"Ich denke, dass die Sehnsucht und die Leidenschaft der Eishockey-Fans absolut ungebrochen sind", sagte DEG-Sportchef Niki Mondt der Deutschen Presse-Agentur. Dies ist zumindest die große Hoffnung der Liga. Erst der Verzicht der Spieler auf teils 60 Prozent der GehĂ€lter, Staatshilfen und das Einspringen von Gönnern und Sponsoren ermöglichte das Wagnis, in die neue Spielzeit zu starten. "Neun Monate hat die Liga pausiert, es wird Zeit, dass wir endlich starten", sagte Schwenningens Sportchef Christof Kreutzer.

Allerdings wird es eine Spielzeit ohne Zuschauer, mit verkĂŒrzter Hauptrunde und Playoffs und der ungewohnten Unterteilung in Nord- und SĂŒdgruppen, was die Infektionsgefahr durch weniger Reisen etwas einschrĂ€nken soll. Zudem wurde die Wieder-EinfĂŒhrung von Auf- und Abstieg verschoben, um wegen der erschwerten Kaderplanung keine finanziellen Wagnisse bei den Clubs zu fördern.

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Zumindest in das Bewusstsein der Öffentlichkeit kehrt die Liga nun zurĂŒck. MagentaSport zeigt das Eröffnungs-Derby frei empfangbar auch fĂŒr Nicht-Abonnenten und -Telekom-Kunden. "Die Menschen haben wieder Lust auf Eishockey. Die SolidaritĂ€t, die wir in den letzten Monaten erleben durften, hat uns gezeigt: Das Feuer der Kölner Eishockey-Fans brennt so hell wie eh und je", sagte Haie-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Philipp Walter. Dabei hatten vor allem die Kölner um die Saison und ihren Standort gezittert. An keinem der anderen 13 DEL-Standorte ist die ohnehin immense AbhĂ€ngigkeit von Ticketeinnahmen angesichts der geringen TV-Einnahmen so groß wie in Köln. Mit gut 13 000 Fans pro Spiel haben die Haie den höchsten Zuschauerschnitt der Liga, die außerhalb des Fußballs regelmĂ€ĂŸig die meisten Fans anlockt.

Doch am Donnerstag wird die 18 600 Zuschauer fassende Arena in Köln wegen der Corona-Pandemie leer sein. Clubs und Liga sind darauf eingestellt, dass sich dies bis zum Saisonende nicht Àndern wird. "Eishockey lebt von der AtmosphÀre in den Hallen. Da die Fans fehlen, kann unser Produkt nicht mehr das gleiche sein", merkte Augsburgs Manager Duanne Moeser an. Die Budgets der Clubs sanken zu dieser Saison im Schnitt notgedrungen um rund die HÀlfte.

Neun Monate nach der notgedrungen abgebrochenen Spielzeit 2019/2020 und angesichts einer komplett ohne Zuschauer geplanten neuen Saison gibt es natĂŒrlich Ängste. "Die Gefahr einer Entfremdung ist auf jeden Fall gegeben und sollte nicht außer Acht gelassen werden", sagte Bremerhavens Manager Alfred Prey. Nur: Ohne Spielzeit 2020/2021 - ein lange realistisches Szenario - wĂ€re diese BefĂŒrchtung wohl noch grĂ¶ĂŸer geworden. "Klar ist aber, dass wir vor allem spielen, um eben dieser Entfremdung entgegen zu wirken", sagte Moeser.

Die Frage bleibt aber, inwiefern wĂ€hrend der Corona-Krise eine geregelte Saison möglich ist. "Es ist sehr gut möglich, dass Spiele verschoben oder abgesagt werden mĂŒssen. Man wird auch nie genau wissen, welche Spieler einem fĂŒr die nĂ€chste Partie zur VerfĂŒgung stehen", sagte Mannheims Manager Jan-Axel Alavaara.

Einen Vorgeschmack lieferten einige positive Corona-FĂ€lle beim Vorbereitungsturnier, an dem acht der 14 Clubs teilnahmen. Berlin und Schwenningen mussten gar aus dem Turnier aussteigen. "Ich hoffe natĂŒrlich, dass wir die Saison wie geplant spielen können, aber auch hier mĂŒssen wir flexibel sein und gegebenenfalls auf die Entwicklungen reagieren. Zur Not mit der Anpassung des Spielplans oder des Modus", sagte Berlins Sportchef Stephane Richer.

Bedenken, ob die Saison wie geplant beendet werden kann, gibt es. "Ich hoffe es wirklich", sagte Mondt, und Kreutzer ergĂ€nzte: "Seit Corona ist nichts mehr sicher." Ein Wagnis bleibt die Spielzeit fĂŒr die meisten Clubs. "Eine Saison ohne Risiko? Gibt es momentan nicht", sagte Walter. Kreutzer befand: "NatĂŒrlich ist es in solch einer fĂŒr uns noch nie da gewesenen Krise eine große finanzielle Belastung, aber wir glauben und hoffen, dass es keinen Club zerreißt."

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