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Nachwuchs braucht noch Zeit: Deutsches Damen-Tennis sucht neue Stars - "Brauchen Geduld"

"Werden Durchbruch schaffen"  

Deutsches Damen-Tennis sucht neue Stars - "Brauchen Geduld"

04.01.2021, 14:52 Uhr | dpa

Nachwuchs braucht noch Zeit: Deutsches Damen-Tennis sucht neue Stars - "Brauchen Geduld". "Wir haben durchaus viele gute Jugendspielerinnen und ich hoffe, in ein paar Jahren werden einige den Durchbruch schaffen", sagt Angelique Kerber.

"Wir haben durchaus viele gute Jugendspielerinnen und ich hoffe, in ein paar Jahren werden einige den Durchbruch schaffen", sagt Angelique Kerber. Foto: Aaron Favila/AP/dpa/Archiv. (Quelle: dpa)

Melbourne (dpa) - Ein bisschen wehmütig ist Barbara Rittner schon. Erstmals seit 31 Jahren wird die Damen-Chefin im Deutschen Tennis Bund (DTB) den Januar nicht in Australien verbringen.

War sie sonst seit 1990 stets zunächst als Spielerin und dann als Trainerin zu Beginn des Jahres in Melbourne, wird sie diesmal von Deutschland aus verfolgen, was sich ab dem 31. Januar in der Metropole am Yarra River so tut. Dort sollen zunächst ein paar Vorbereitungsturniere und dann ab dem 8. Februar die Australian Open stattfinden. "Es fühlt sich schon irgendwie komisch an", gesteht Rittner. Doch Corona sorgt auch in diesem Fall für ein Ende liebgewonnener Routinen.

Richtig viel zu sehen gäbe es für Rittner in Melbourne aus deutscher Sicht wahrscheinlich aber ohnehin nicht. Gerade einmal vier deutsche Spielerinnen stehen bislang beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres im Hauptfeld: Angelique Kerber, Laura Siegemund, Mona Barthel und Andrea Petkovic. Wo früher eine zweistellige Zahl an Spielerinnen selbstverständlich für die Highlights qualifiziert war, geht es nun überschaubar zu.

Es ist ein Zeichen für den aktuellen Zustand des deutschen Damen-Tennis, der sich am Beginn einer Übergangsphase befindet. "Wir haben das ja kommen sehen", sagt Rittner. Denn schon lange ist offensichtlich, dass hinter der sogenannten Goldenen Generation um Kerber, Petkovic, Julia Görges und Sabine Lisicki eine Lücke klafft. "Es wird eine Weile dauern, bis wir wieder an diese Erfolge anknüpfen. Momentan sehe ich da keine Überfliegerin", sagt die 47-Jährige.

Die Generation hinter der dreimaligen Grand-Slam-Turnier-Siegerin Kerber und der inzwischen zurückgetretenen Görges ist dem DTB aus den verschiedensten Gründen weggebrochen. Annika Beck, Carina Witthöft, Antonia Lottner, Dinah Pfizenmaier, Anna-Lena Friedsam - aus diesem Quintett spielt nur noch Friedsam eine Rolle. Die 26-Jährige will ab Sonntag über die Qualifikation in Dubai noch den Sprung zu den Australian Open schaffen.

Rittner setzt ihre Zukunftshoffnungen daher notgedrungen auf Spielerinnen, die alle um die Jahrtausendwende oder sogar erst später geboren sind. "Da haben wir einige gute Spielerinnen dabei", sagt sie über Jule Niemeier, Nastasja Schunk oder Alexandra Vecic. "Doch man muss ihnen Zeit geben. Gerade durch Corona und die vielen Absagen ist es für diese Generation sehr schwer." Normalerweise müssten sie jetzt erste Schritte auf der WTA-Tour gehen, doch die Pandemie hat gerade bei den Damen fast alle Turniere ausfallen lassen. "Ich hoffe, dass sie sich davon nicht entmutigen lassen und dran bleiben", sagt Rittner.

Kerber, die nach überstandener Verletzung ab dem Vorbereitungsturnier in Melbourne wieder voll angreifen will, ist vom Potenzial der neuen Generation überzeugt. "Wir haben durchaus viele gute Jugendspielerinnen, und ich hoffe, in ein paar Jahren werden einige den Durchbruch schaffen", sagte die 32-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. "Wobei es momentan nicht danach aussieht, dass es direkt nach uns wieder so schnell Top-10-Spielerinnen geben wird."

Und so werden erst einmal die frühere Weltranglisten-Erste sowie Viel-Spielerin Siegemund, die schon diese Woche in Abu Dhabi ins neue Jahr startet, für deutsche Erfolge bei den Damen sorgen müssen. "Noch sind ja auch ein paar da, die auf hohem Niveau spielen", sagte Kerber. "In der Hinsicht wird auch das neue Jahr für die Deutschen extrem interessant."

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