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Peiffer holt erste deutsche WM-Medaille in Pokljuka

Von dpa
Aktualisiert am 17.02.2021Lesedauer: 3 Min.
Beendet die deutsche Durststrecke in Pokljuka: Arnd Peiffer.
Beendet die deutsche Durststrecke in Pokljuka: Arnd Peiffer. (Quelle: Sven Hoppe/dpa./dpa)
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Pokljuka (dpa) - Arnd Peiffer hÀngte sich ganz corona-konform seine hart erkÀmpfte WM-Silbermedaille selbst um den Hals - und jubelte dann im leeren Stadion in Richtung seiner Teamkollegen.

Der zweite Platz im Einzel von Pokljuka war fĂŒr die bislang so enttĂ€uschenden deutschen Biathleten eine wahre Erlösung. "Dass es fĂŒr eine Medaille reicht, ist genial. Das tut dem ganzen Team gut", sagte Peiffer und verriet sein persönliches Motto fĂŒr den schweren Klassiker: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. So bin ich rangegangen."

Zuvor hatten die SkijĂ€ger in sechs Rennen keine einziges Edelmetall geholt und liefen den hohen Erwartungen weit hinterher. Doch nach viel Kritik sorgte einmal mehr Peiffer, mit 33 Jahren erfahrenster Athlet im DSV-Team, fĂŒr das Erfolgserlebnis. Nach 20 Kilometern und ganz ohne Schießfehler musste sich der Niedersachse einzig dem ebenfalls fehlerlosen Norweger Sturla Holm Laegreid geschlagen geben. Bronze ging an dessen Teamkollegen Johannes Dale. FĂŒr Peiffer war es in seiner langen Laufbahn schon WM-Medaille Nummer 17.

"Ich wollte nur fĂŒr mich ein gutes Rennen machen, da war mir die Platzierung erstmal egal", sagte der Sprint-Olympiasieger von Pyeongchang, nachdem er alle 20 Treffer ins Ziel brachte. Auch von einem Randtreffer am Anfang ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen. Es war der Grundstein fĂŒr die erste Medaille der SchĂŒtzlinge von Bundestrainer Mark Kirchner in Slowenien. Nur 16,9 Sekunden fehlten Peiffer zu seinem zweiten WM-Einzelgold nach 2019 in Schweden.

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Wie groß der Druck im deutschen Team war, zeigte die emotionale Reaktion von Kirchner, der nach Peiffers finalem Treffer völlig euphorisch losjubelte. Zuvor hatte ein historisches WM-Debakel gedroht. WĂ€re es so weitergegangen wie zuvor im Sprint und in der Verfolgung, hĂ€tte das deutsche MĂ€nner-Team erstmals seit 1969 am Ende ohne Medaille dastehen können. Doch Peiffer bewahrte sein Team davor und sorgte fĂŒr das ersehnte Selbstvertrauen fĂŒr die Staffel am Samstag und den abschließenden Massenstart tags darauf.

Die nackten Zahlen nach Sprint und Verfolgung lasen sich ernĂŒchternd: 20, 31, 36, 41, 39, 45, 66. So schlecht lief es noch nie fĂŒr die DSV-SkijĂ€ger. Die Deutschen bekamen ausgerechnet beim Saisonhöhepunkt beide Teilleistungen zuvor nicht zusammen: WĂ€hrend beim schlechtesten Sprint der Geschichte und auch im Jagdrennen vor allem am Schießstand teils haarstrĂ€ubende Ergebnisse abgeliefert wurden, konnten im Verfolger wenigstens in der Loipe Doll als Zweitschnellster, Peiffer als Sechster und KĂŒhn als Neunter ĂŒberzeugen.

Doch Peiffer und seine Kollegen drĂŒckten wie erhofft den Reset-Knopf und stellten alles noch mal auf Null - vor allem mental. Und rehabilitierten sich nun mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung im schweren Einzelrennen: Benedikt Doll als Achter und Roman Rees als Zehnter schafften ebenfalls starke Resultate. Johannes KĂŒhn wurde 24. "Top-Ten-Ergebnisse sind ja schön, aber wenn man mit einer Medaille belohnt wird, ist es umso schöner. Es freut mich richtig fĂŒr Arnd", sagte Doll, der mit seinem Rennen auch zufrieden war: "Heute war es am Schießstand ein Genuss, Ruhe, Sicherheit, ein sauberes Abarbeiten. Mit zwei Fehlern bin ich unfassbar zufrieden, denn zuvor war es alles andere als gut."

Einer hatte im Vorfeld auf Peiffer getippt. "Ich wette, dass Arnd Zweiter wird und im Einzel einen guten Wettkampf macht", sagte Frankreichs mittlerweile zurĂŒckgetretener Superstar Martin Fourcade - und behielt Recht. "Schön, dass es auch im positiven Sinne selbsterfĂŒllende Prophezeiungen gibt", sagte Peiffer.

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