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Portugal und Ronaldo draußen: Hazard lĂ€sst Belgien jubeln

Von dpa
Aktualisiert am 27.06.2021Lesedauer: 3 Min.
Die Belgier setzten sich im EM-Achtelfinale gegen Portugal durch.
Die Belgier setzten sich im EM-Achtelfinale gegen Portugal durch. (Quelle: Cezaro De Luca/dpa./dpa)
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Sevilla (dpa) - Cristiano Ronaldo riss sich die KapitÀnsbinde vom Arm und warf sie auf den Rasen, ehe Romelu Lukaku den Superstar tröstend in den Arm nahm.

Belgiens Rote Teufel feierten im Achtelfinale von Sevilla einen 1:0 (1:0)-Sieg ĂŒber Portugal - und zerstörten die TrĂ€ume des Gegners von der Titelverteidigung. Mit einem spektakulĂ€ren Distanzschuss war Dortmunds Thorgan Hazard der TorschĂŒtze des Tages (42. Minute) vor 11.504 Zuschauern im Estadio La Cartuja. Die Mannschaft von Chefcoach Roberto MartĂ­nez spielt nun am Freitag in MĂŒnchen gegen Italien um den Halbfinaleinzug.

"Wir haben gegen den Europameister gewonnen, das ist sehr schön", meinte der strahlende TorschĂŒtze Hazard im ARD-Interview. "Die zweite Halbzeit heute war sehr schwierig. Wir musste viel laufen."

De Bruyne verletzt raus

Belgien muss vor dem Viertelfinale allerdings um den Einsatz von Regisseur Kevin De Bruyne bangen, der zwei Minuten nach der Pause verletzt den Platz verließ. Bei der Gratulationstour nach dem Abpfiff war der Mann von Manchester City aber wieder dabei. "Er hat einen Schlag bekommen auf das Sprunggelenk", sagte Thorgan Hazard und meinte, das auch sein Bruder Eden verletzt sei: "Das sind zwei schwierige Situationen fĂŒr uns. Ich hoffe, sie kommen schnell zurĂŒck. Wir brauchen eine gute Mannschaft mit den besten Spielern."

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Mit letzter Kraft sprangen die Belgier ĂŒber die Werbebanden und ließen sich von ihren Fans feiern. Die Seleção hatte zuvor bei all ihren EM-Teilnahmen mindestens das Viertelfinale erreicht. Die erfolgreiche Titelverteidigung gelang bisher nur Spanien. Der 36-jĂ€hrige Ronaldo konnte nach fĂŒnf Toren in den Gruppenspielen seinem Team gegen den FIFA-Weltranglistenersten selten helfen. Auch fĂŒr seinen 66-jĂ€hrigen Trainer Fernando Santos endete die EM mit einer EnttĂ€uschung.

Sevillas malerische Innenstadt war am Tag ganz in Rot getaucht durch die vielen portugiesischen und belgischen Fans. Beide Mannschaften hatten zuvor noch nie in einer Endrunde eines großen Turniers gegeneinander gespielt. Belgiens Trainer MartĂ­nez erlebte eine ganz besondere Premiere: Der gebĂŒrtige Katalane hatte zuvor als Coach noch nie ein Pflichtspiel in Spanien absolviert.

Courtois lÀsst Ronaldo aussteigen

In Belgiens Mittelfeld durfte Thorgan Hazard diesmal wieder von Beginn an ran, neben seinem Dortmunder Clubkollegen Axel Witsel. Portugal begann ĂŒberaus vorsichtig und schien sich bei knapp 30 Grad erst mal aufs Kontern zu verlegen. Ein gedankenschnelles Zuspiel des starken Renato Sanches auf Diogo Jota sorgte so gleich mal fĂŒr Gefahr, der Liverpool-Profi schloss aber ĂŒberhastet ab (6.)

Nach 25 Minuten brachte sich Ronaldo erstmals in seine breitbeinige Freistoß-Position. Thibaut Courtois konnte den Ball aus rund 20 Meter aber abwehren. Der Belgien-Keeper sorgte spĂ€ter fĂŒr Applaus seiner Fans, als er Portugals KapitĂ€n aussteigen ließ.

Bloß kein unnötiges Risiko - das hieß auch weiterhin das Motto. Martinez hatte vor der Partie betont, dass viel davon abhĂ€nge, wer das erste Tor macht. Das wĂ€re beinahe Dortmunds Routinier Thomas Meunier mit einem Außenrist-Schlenzer gelungen (37.). Noch höhere Schusskunst zeigte Thorgan Hazard bei seinem FĂŒhrungstreffer, als er aus 20 Metern abzog und die Flugkurve auch Portugals schlecht postierten Schlussmann Rui Patricio verblĂŒffte.

Portugal rennt an

Die Belgier mussten sich Belgier nach De Bruynes Ausfall neu sortieren. In der 58. Minute glĂ€nzte Ronaldo plötzlich als energischer und prĂ€ziser Vorbereiter fĂŒr Jota, der das Tor aber wieder nicht traf. In der intensiven Schlussphase hatte der MĂŒnchner Schiedsrichter Felix Brych viel MĂŒhe, die erhitzten GemĂŒter auf beiden Seiten zu beruhigen. BVB-Profi Raphael Guerrero traf noch den Pfosten fĂŒr die verzweifelt anrennende Mannschaft von Ronaldo.

Der fĂŒnfmalige "Weltfußballer des Jahres" verpasste auch den alleinigen Weltrekord. Nach 179 LĂ€nderspielen steht der Angreifer von Juventus Turin weiter bei 109 Toren - wie der Iraner Ali Daei (52).

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