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Peng Shuai: IOC-Präsident Thomas Bach rechtfertigt Linie

Im Fall Peng Shuai  

Präsident Bach rechtfertigt IOC-Linie

07.12.2021, 10:25 Uhr | dpa, t-online, Mey

Peng Shuai: IOC-Präsident Thomas Bach rechtfertigt Linie. Hält an der IOC-Linie im Fall Peng Shuai fest: Der deutsche Präsident des Weltverbandes Thomas Bach. (Quelle: imago images/Xinhua)

Hält an der IOC-Linie im Fall Peng Shuai fest: Der deutsche Präsident des Weltverbandes Thomas Bach. (Quelle: Xinhua/imago images)

Die chinesische Tennisspielerin Peng Shuai ist nach wie vor verschwunden. Das IOC hat dennoch keine öffentlichen Forderungen an China gestellt. Präsident Thomas Bach rechtfertigt das Vorgehen.

Trotz der herben Kritik am Internationalen Olympischen Komitee im Fall Peng Shuai will IOC-Chef Thomas Bach nicht von seiner Linie abweichen. "Aus unserer Sicht ist die stille Diplomatie ein Erfolg versprechender Weg, den wir weiter verfolgen werden", sagte Bach in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Das IOC hatte die Vorwürfe der Tennisspielerin gegen einen chinesischen Spitzenpolitiker, den sie sexueller Übergriffe beschuldigt, nicht in seinen Mitteilungen zu der Affäre benannt und keine öffentlichen Forderungen an China zur Aufklärung erhoben.

"Haben die Sorge um Peng Shuai geteilt"

"Ich kann versichern: Es werden alle Aspekte dieses Falles mit der chinesischen Seite besprochen", sagte Bach nun. Der 67-Jährige beteuerte: "Gemeinsam mit vielen Sportlern und Menschen weltweit haben wir die Sorge um Peng Shuai geteilt, als sie lange nicht erreichbar gewesen ist."

Die 35-Jährige hatte Anfang November im sozialen Netzwerk Weibo ihre Vorwürfe veröffentlicht. Der Beitrag wurde bald danach gelöscht. Seither gibt es große Sorgen um ihr Wohlergehen.

Die Damen-Tennistour WTA setzte wegen des Falls vorerst alle Turniere in China aus. "Die WTA ist ihren Weg gegangen und hat ihre Entscheidung getroffen. Viele andere Sportorganisationen haben einen anderen Weg gewählt. Die Wege können unterschiedlich, die Ziele aber durchaus gleich sein", sagte Bach.

Der Würzburger versicherte, dass das IOC sich auch über Winter-Olympia in Peking im Februar hinaus um Peng Shuai bemühen werde. "Wir werden diesen humanitären Ansatz fortsetzen und den Kontakt pflegen. Die Winterspiele werden kein Endpunkt sein", sagte der IOC-Präsident.

Olympia-Boykott? "Rein politische Diskussion"

Auch ein weiteres Thema sorgt seit Anfang der Woche für Aufregung. Nach dem Boykott der US-Regierung stellt sich die Frage, ob ein solcher auch bei der deutschen Regierung möglich ist. Bach will nicht in die Debatte um einen diplomatischen Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking eingreifen. "Das ist eine rein politische Diskussion. Auch in dieser Frage ist das IOC politisch neutral", sagte Bach in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Die US-Regierung hat angekündigt, keine diplomatischen oder offiziellen Vertreter zu den Winterspielen zu schicken. Hintergrund seien der "Genozid" in der autonomen Region Xinjiang und andere Menschenrechtsverletzungen Chinas.

Auch die designierte deutsche Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hatte einen solchen Schritt zuletzt nicht ausgeschlossen. Bach verwies indes auf die jüngste UN-Resolution zur Erklärung des olympischen Waffenstillstands. "Die Spiele haben die Mission, egal wo sie stattfinden, die Welt im sportlichen und friedlichen Wettstreit zu vereinen - und über jedwede anderen Auseinandersetzungen zu stellen", sagte der 67-Jährige.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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