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"Unglaublich bitter": DHB-Team verpasst EM-Halbfinale

Von dpa
Aktualisiert am 23.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Julian K├Âster (M.
Julian K├Âster (M.) war mit vier Toren bester Werfer der deutschen Mannschaft. (Quelle: Marijan Murat/dpa./dpa)
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Bratislava (dpa) - Bundestrainer Alfred Gislason schlich nach dem verpassten Halbfinale mit ernster Miene ├╝ber das Spielfeld.

W├Ąhrend sich die entt├Ąuschten deutschen Handballer trotz einer schwachen Vorstellung noch kurz von den mitgereisten Fans in Bratislava feiern lie├čen, hockte der Isl├Ąnder alleine auf seinem Stuhl am Seitenrand. Nach dem 21:25 (10:12) gegen Vize-Weltmeister Schweden hat die coronageplagte DHB-Auswahl keine Chance mehr auf die K.o.-Runde bei der Europameisterschaft in der Slowakei und Ungarn.

"Auch mit dieser Mannschaft konnten wir die Schweden schlagen", sagte Gislason in der ARD. "Das ist unglaublich bitter. Aber trotz allem bin ich sehr zufrieden mit der Mannschaft, was sie leistet unter diesen Bedingungen." Auch seine Spieler haderten.

Am Ende fehlte die Kraft

"Es tut weh. Wir wollten mal mit einem Erfolgserlebnis ins Hotel fahren. Wir waren dran, haben aber wieder die falschen Entscheidungen getroffen", sagte Patrick Wiencek. "Uns hat zum Schluss die Kraft gefehlt", meinte Paul Drux. Der junge Julian K├Âster, mit vier Toren bester Werfer der deutschen Mannschaft, sagte: "Wir liefern einen ├╝berragenden Kampf, und am Ende scheitert es wieder an Kleinigkeiten."

In der abschlie├čenden Partie der Hauptrunde muss Deutschland am Dienstag (18.00 Uhr/ZDF) gegen Russland ran. Hoffnung macht der Auftritt gegen die Skandinavier aber nicht. Obwohl auch die Schweden keine gute Leistung boten, ergriff die DHB-Auswahl die sich bietende Chance nicht, weil sie selbst zu viele Fehler im Angriff machte - was m├Âglicherweise auch mit der Personalsituation zu tun hatte.

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13 deutsche Spieler sind bei diesem Turnier in der Slowakei und Ungarn mittlerweile positiv auf Corona getestet worden. Erst am Samstag waren Christoph Steinert und Sebastian Firnhaber (beide HC Erlangen) hinzugekommen. Sie traten ebenso wie Spielmacher Luca Witzke (SC DHfK Leipzig) und Linksau├čen Lukas Mertens (SC Magdeburg) nach tagelanger Isolation am Sonntag schon die Heimreise an. Am Abend folgten Djibril MÔÇÖBengue (FC Porto) und Till Klimpke (HSG Wetzlar), am Montag sollen dann weitere vier Akteure in die Heimat aufbrechen.

Wagner mit Problemen

Immerhin einer der urspr├╝nglich Infizierten konnte gegen die Schweden aber sein Turnier-Deb├╝t feiern. Zweitliga-Profi Hendrik Wagner stand nach zwei negativen PCR-Tests und medizinischem Check im Aufgebot - hatte aber Probleme, wie Gislason sagte. "Nachdem er drei Angriffe gespielt hat, kam er an und hat gesagt, ich krieg keine Luft mehr."

Wagner war nur beim Turnier, weil er vor einer Woche f├╝r den ebenfalls positiv getesteten Julius K├╝hn nachnominiert worden war. Insgesamt waren sogar zehn nachnominierte Akteure im Kader - diesem zusammengew├╝rfelten Team fehlte selbst gegen ├Ąu├čerst schwache Schweden die Klasse.

Vorne zu viele Fehler

"Die Abwehr steht gut. Das Problem sind die Fehler, die ihr vorne macht", sagte Gislason w├Ąhrend einer Auszeit im ersten Durchgang. Tats├Ąchlich l├Ąsst sich so die Vorstellung der DHB-Auswahl auf den Punkt bringen. Im Angriff der DHB-Auswahl reihten sich Patzer an Patzer. Was die deutsche Mannschaft sich an Passfehlern erlaubte, wird auf diesem Niveau nicht verziehen. Vor allem Spielmacher Philipp Weber und Fabian Wiede erlebten einen miserablen Abend. Aber auch ihre Mitspieler machten es kaum besser. Dennoch blieb es kurioserweise eng, weil auch den Schweden nicht viel gelang.

Aber fast jedes Mal, wenn sich die Chance bot, heranzukommen oder vorbeizuziehen, machte die deutsche Mannschaft neue Fehler. Zu den wenigen Lichtblicken z├Ąhlte der J├╝ngste der DHB-Auswahl. Obwohl der 21-j├Ąhrige K├Âster beim VfL Gummersbach ebenfalls noch in der 2. Liga aktiv ist, ├╝berzeugte er einmal mehr mit Unbek├╝mmertheit und Wurfkraft. Doch die Fehler beim Abspielen oder Werfen, sie brachten Gislason am Seitenrand mitunter an den Rand der Verzweiflung. "Ich habe mich extrem aufgeregt und ge├Ąrgert", gab er zu. Nach einem weiteren Patzer im zweiten Durchgang tobte der Isl├Ąnder und raufte sich die Haare. Der Vize-Weltmeister war an diesem Abend schlagbar, aber die DHB-Auswahl packte nicht zu.

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