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Tour 2021: Die Gewinner und Verlierer – Topstars im Sturzpech


Die Gewinner und Verlierer  

Tour 2021: Ein Deutscher schafft den Durchbruch – Topstars im Sturzpech

Von Alexander Kohne, Paris

19.07.2021, 08:06 Uhr
t-online-Reporter Alexander Kohne über Pogačar: "Einer der umstrittensten Sieger der letzten Jahre"

Die diesjährige Tour de France wurde von einem Mann beherrscht: Tadej Pogačar. Doch die dominante Vorstellung des erst 22-Jährigen hat einen Beigeschmack bei den Fans, wie unsere Reporter Alexander Kohne erklärt. (Quelle: t-online)

"Einer der umstrittensten Sieger aller Zeiten": t-online-Reporter Alexander Kohne zeigt in Paris auf, warum die letzte Etappe einen faden Beigeschmack hat. (Quelle: t-online)


Tadej Pogačar hat die Tour de France so dominiert, dass die Gesamtwertung schnell langweilig wurde. Gut für die deutschen Fans, dass ein 27-jähriger Kölner mit Spitznamen "Giraffe" den großen Durchbruch schaffte. Die großen Gewinner und Verlierer dieser Tour.

Seit Sonntag ist die 108. Tour de France Geschichte. Die letzte Etappe mit Ziel auf dem Pariser Prachtboulevard Avenue des Champs-Élysées gewann der Belgier Wout van Aert. Mit insgesamt drei Etappensiegen war der belgische Steuerkünstler eine der Positiv-Erscheinungen. Ein anderer drückte der Frankreichrundfahrt allerdings noch deutlicher seinen Stempel auf – und auch ein Deutscher reüssierte.

t-online zeigt die großen Gewinner und Verlierer der Tour de France 2021.

Gewinner und Verlierer der 108. Tour de France: Während Gesamtsieger Tadej Pogacar und der deutsche Etappensieger Nils Politt (r.) zu den Strählemännern gehörten, musste Mitfavorit Primoz Roglic sturzgeplagt aufgeben. (Quelle: imago images/Panoramic International/Belga/t-online)Gewinner und Verlierer der 108. Tour de France: Während Gesamtsieger Tadej Pogačar und der deutsche Etappensieger Nils Politt (r.) zu den Strahlemännern gehörten, musste Mitfavorit Primož Roglič sturzgeplagt aufgeben. (Quelle: Panoramic International/Belga/t-online/imago images)

Die Gewinner:

Nils Politt (Bora-hansgrohe)

Der 27-Jährige schaffte bei dieser Tour den endgültigen Durchbruch. Nach Platz zwei bei Paris-Roubaix 2019 holte er auf dem zwölften Teilstück von Saint-Paul-Trois-Châteaux nach Nîmes seinen ersten Tour-Etappensieg – und war am Ende in Paris regelrecht baff. "Ich komme mit einem Tour-Etappensieg nach Hause, was ein super schönes Gefühl ist. Dazu noch der fünfte Platz am Freitag, es war einfach eine schöne Frankreich-Rundfahrt", führte der Kölner, der bei seinen Kollegen den Spitznahmen "Giraffe" hat, aus.

Auch auf der letzten Etappe nach Paris machte Politt noch mal auf sich aufmerksam, griff auf den Champs-Élysées mutig an. Und auch wenn dies nicht von Erfolg gekrönt war, stand es sinnbildlich für Politts Mut und Angriffslust. In dieser Galaform ist ihm einiges zuzutrauen. "Er ist extrem gut drauf. Und das lässt natürlich auch hoffen für die Zukunft", erklärte denn auch sein Teamchef Ralph Denk und fügte vielsagend hinzu: "Wir haben wirklich große Aufgaben für ihn."

Tadej Pogacar (M.) wurde zum zweiten Mal in Folge auf dem Podium in Paris mit dem Gelben Trikot ausgezeichnet. (Quelle: imago images/ PHOTONEWS/PANORAMIC)Tadej Pogačar (M.) wurde zum zweiten Mal in Folge auf dem Podium in Paris mit dem Gelben Trikot ausgezeichnet. (Quelle: PHOTONEWS/PANORAMIC/imago images)

Tadej Pogačar (UAE Team Emirates)

Der 22-Jährige verteidigte in beeindruckender Manier seinen Tour-Erfolg aus dem letzten Jahr. Doch wer den zurückhaltenden Slowenen erstmalig sieht, mag im ersten Moment daran zweifeln, dass es sich wirklich um einen zweifachen Tour-Sieger handelt. Denn Pogačar ist alles andere als ein Lautsprecher, der die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Bei der Siegerehrung in Paris musste er gleich mehrfach viermal aufs Podium – unter anderem für das Gelbe Trikot, das Weiße Trikot des besten Jungprofis und das Bergtrikot –, was ihm besonders zu Beginn nicht übermäßig zu behagen schien.

Auf dem Rad zeigt Pogačar allerdings ein anderes Gesicht: Mit vier Etappensiegen deklassierte er die Konkurrenz, hatte in der Gesamtwertung am Ende 5:20 Minuten Vorsprung auf den zweitplatzierten Dänen Jonas Vingegaard. Seine Machtdemonstrationen in den Bergen erinnerten teilweise an die Zeiten von Lance Armstrong, dem alle seine sieben Tour-Siege wegen Doping aberkannt wurden. Mit dementsprechenden Fragen und Zweifeln geht Pogačar aber offen um und verweist immer wieder darauf, wie oft er getestet wird. Ein Geschmäckle bleibt allerdings – unter anderem weil UAE-Teamboss Mauro Gianetti in der Vergangenheit in einen Dopingskandal verwickelt war. Dennoch gilt natürlich die Unschuldsvermutung. Setzt er seinen Weg so fort, könnte Pogačar eine Ära prägen wie vor ihm nur die ganze Großen des Radsports.

Mark Cavendish (Deceuninck-Quick-Step)

Eigentlich schien die Hochzeit des 36-jährigen Sprintkönigs längst vorbei zu sein. Bei dieser Tour feierte der Brite allerdings ein ebenso unerwartetes wie furioses Comeback. Nach fünf Jahren überquerte er den Etappenzielstrich mal wieder als Erster – und das gleich vier Mal. Mit nun 34 Tour-Etappenerfolgen hat er mit dem legendären Eddy Merckx gleichgezogen. Zudem holte er sich zum zweiten Mal das Grüne Trikot des besten Sprinters.

Die Verlierer:

Primoz Roglic wurde von Sturzverletzungen ausgebremst und steig vorzeitg auf der Tour aus. (Quelle: imago images/Sirotti)Primož Roglič wurde von Sturzverletzungen ausgebremst und stieg vorzeitig auf der Tour aus. (Quelle: Sirotti/imago images)

Primož Roglič (Jumbo-Visma)

Nachdem ihm Landsmann Pogačar im Vorjahr kurz vor Schluss völlig überraschend das Gelbe Trikot wegschnappte, sollte es für den 31-jährigen Slowenen in diesem Jahr endlich klappen. Roglič galt als Topfavorit, hatte den Tour-Sieg fest im Blick. Doch dann kam alles ganz anders: Der ehemalige Skispringer stürzte auf der dritten Etappe kurz vor dem Ziel in Pointivy schwer und quälte sich danach mit diversen Blessuren durch das Rennen. Als sein Rückstand auf Pogačar vor dem neunten Teilstück auf fast 40 Minuten angewachsen war, zog Roglič einen Schlussstrich und beendete das Rennen vorzeitig. Schlechter hätte die Tour für ihn kaum laufen können.

Geraint Thomas (Ineos Grenadiers)

2018 hatte der Brite die Tour noch gewonnen. Nach zwei Jahren und der zwischenzeitlichen Versetzung ins zweite Glied hinter dem 2019er-Sieger Egan Bernal sollte es nun endlich wieder Gelb werden für den Routinier. Doch wie Roglič klebte Thomas das Sturzpech an den Pedalen. Wie der Slowene stürzte auch er auf der dritten Etappe nach Pontivy und kugelte sich dabei die rechte Schulter aus.

Nach medizinischer Behandlung ging es für "G" zwar weiter, letztendlich war das allerdings der Anfang vom Ende seiner Gelb-Träume. Von den Zuschauern in Paris gab es dennoch Applaus, denn Thomas blieb im Rennen und erreichte das Ziel – als 41. Mit über zwei Stunden Rückstand auf Pogačar.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Beobachtung vor Ort

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