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French Open - Party bis morgens: Deutsches Doppel feiert Paris-Triumph

French Open  

Party bis morgens: Deutsches Doppel feiert Paris-Triumph

10.06.2019, 10:08 Uhr | dpa

French Open - Party bis morgens: Deutsches Doppel feiert Paris-Triumph. Nach dem Sieg im Doppel bei den French Open ging für Kevin Krawietz (l) und Andreas Mies die Party los.

Nach dem Sieg im Doppel bei den French Open ging für Kevin Krawietz (l) und Andreas Mies die Party los. Foto: Pavel Golovkin/AP. (Quelle: dpa)

Paris (dpa) - Die Titelsause in einem Pariser Nachtclub dauerte bis morgens um halb sechs. Völlig übermüdet traten Kevin Krawietz und Andreas Mies am Tag nach ihrem French-Open-Triumph die Heimreise an. Mies mit dem Flieger nach Köln, Krawietz im Zug nach München.

Die spontan geplante Party in seinem Tennisverein Rot-Weiss Köln sagte Mies ab, sie soll aber so bald wie möglich nachgeholt werden. Krawietz musste schon am Bahnhof Autogramme schreiben und für Selfies posieren. Sogar die Dame im Bord-Bistro erkannte ihn, wie der 27 Jahre alte Coburger am Telefon erzählte. "Es ist noch immer ein bisschen unwirklich", sagte Krawietz über das Tennis-Ereignis, das guten Gewissens und ohne die branchenüblichen Übertreibungen als Sensation und historisch bezeichnet werden darf.

In der Geschichte des Profi-Tennis, der sogenannten Open Era ab 1968, hatte noch nie ein rein deutsches Doppel bei einem Grand Slam den Titel gewonnen. Letzte gemeinsame deutsche Sieger bei einem der vier großen Turniere waren Gottfried von Cramm und Henner Henkel vor 82 Jahren. "Unser Traum ist in Erfüllung gegangen", sagte Mies.

Dem Anlass angemessen feierte das rheinisch-fränkische Duo bis zum nächsten Tag. Zunächst saß die gesamte Freunde-und-Familie-Delegation im Restaurant der Tennis-Anlage am Bois de Boulogne. Zwei Kuchen mit ihren Namen drauf und zwei Flaschen Champagner spendierte der Hausherr. Es wurde gesungen und getanzt, ehe sie um 23 Uhr höflich, aber bestimmt hinauskomplimentiert wurden. "Dann sind wir entspannt Essen gegangen mit der ganzen Gruppe, 50 Mann, mit Familie und Freunden. Wir haben toll gefeiert", erzählte der 28 Jahre alte Mies am Tag nach dem Pokal-Coup. Mit Booten fuhren sie zu einem Restaurant auf einer Seine-Insel, danach ging es noch "in die Stadt".

"Ich lag gegen sechs im Bett, habe ein paar Stunden geschlafen, bin immer noch komplett euphorisiert und kann es immer noch gar nicht fassen", sagte Mies. "Das Glücksgefühl ist so unbeschreiblich", sagte Krawietz. "Was für eine Reise, what a journey", sprudelte es aus beiden heraus. Der große Coupe Jacques Brugnon stand mitten auf dem Tisch in der kleinen Interview-Ecke, mit der sie zunächst vorlieb nehmen mussten. Zwei kleine Replika hatte jeder vor sich aufgebaut.

Krawietz und Mies stehen nun in einer Reihe mit den ganz großen deutschen Duos: Boris Becker und Michael Stich holten 1992 in Barcelona olympisches Gold, Rainer Schüttler und Nicolas Kiefer gewannen 2004 in Athen Silber. Auch deutsche Doppel-Sieger bei Grand Slams hat es schon gegeben: Philipp Petzschner triumphierte mit dem Österreicher Jürgen Melzer 2010 in Wimbledon und 2011 bei den US Open. Stich eroberte die Doppel-Trophäe an der Seite des US-Amerikaners John McEnroe 1992 in Wimbledon.

Dass aber zwei Deutsche gemeinsam das oberste Treppchen der Grand-Slam-Bühne betreten, begeisterte ganz Tennis-Deutschland. Längst sind die beiden auch bei Bundestrainer Michael Kohlmann auf dem Nominierungs-Zettel für den Davis Cup im November.

Die beiden sind außerhalb des Platzes eloquent, humorvoll und unterhaltsam, auf dem Platz harmonieren sie prächtig und "interpretieren das Doppel auf eine verdammt gut anzusehende taktische Art und Weise", wie es die angesehenen "Sandplatzgötter" in den sozialen Netzwerken kommentierten. Das 6:2, 7:6 (7:3) gegen die Franzosen Jeremy Chardy (32) und Fabrice Martin (32) krönte einen Fabellauf durch das Turnier mit Siegen gegen gesetzte und deutlich höher eingeschätzte Kontrahenten wie das österreichisch-kroatische Weltklasse-Doppel Oliver Marach/Mate Pavic, Australian-Open-Sieger von 2018.

Dabei waren die Herren Krawietz und Mies vor kurzem nur Insidern ein Begriff. Seit einem Jahr erst spielen die beiden regelmäßig zusammen. Sie gewannen sechs Titel bei ITF- oder Challenger-Turnieren und zuletzt Anfang dieses Jahres erstmals in New York auf der ATP-Tour. 2018 meldeten sie in Wimbledon zum ersten Mal zusammen bei einem Grand Slam für die Qualifikation und kamen prompt ins Achtelfinale.

Nur ein Gegner war dann doch selbst für die beiden Doppel-Titanen zu groß. Aus der Ankündigung, das 324 Meter hohe Wahrzeichen der französischen Hauptstadt abreißen zu wollen, wurde nichts. "Wir haben dran gerüttelt, aber er wollte irgendwie nicht", sagte Krawietz. Mies erzählte grinsend: "Wir haben uns da leider doch übernommen. Wir waren zwar 50 Leute, aber der Eiffelturm ist dann doch zu stabil."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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