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Emotionale Preisverleihung beim Max Oph├╝ls-Filmfestival

Von dpa
Aktualisiert am 27.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Das Filmfestival Max Oph├╝ls Preis gilt als wichtiges Festival f├╝r den deutschsprachigen Filmnachwuchs.
Das Filmfestival Max Oph├╝ls Preis gilt als wichtiges Festival f├╝r den deutschsprachigen Filmnachwuchs. (Quelle: Oliver Dietze/dpa./dpa)
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Saarbr├╝cken (dpa) - Fast w├Ąren die ├ťberraschung und der H├Âhepunkt der fast zweieinhalbst├╝ndigen Online-Preisverleihung geplatzt.

Denn w├Ąhrend Schauspielerin Idil ├ťner am Mittwochabend noch die Laudatio f├╝r die beste Regie ("Soul of a Beast" von Lorenz Merz) hielt, wurde zeitgleich bereits die Jury-Bewertung f├╝r den besten Spielfilm beim Filmfestival Max Oph├╝ls Preis (MOP) abgespielt: f├╝r "Moneyboys" von C.B. Yi.

Wie gut, dass beides schlecht verst├Ąndlich und der chinesisch-├Âsterreichische Autor und Regisseur da schon auf der Stra├če auf dem Weg zum Filmfest im franz├Âsischen Anger war. So konnten die Zuschauer noch einen verdutzten Yi erleben, der gleich dreimal beim MOP, einem wichtigen Festival f├╝r den jungen deutschsprachigen Film, absahnte - und diese Auszeichnungen direkt bei der Premiere in Frankreich bekanntgeben konnte.

"Moneyboy" gewinnt

Denn "Moneyboys" gewann nicht nur den mit 36.000 Euro dotierten Max Oph├╝ls Preis f├╝r den besten Spielfilm, sondern erhielt zus├Ątzlich den Preis f├╝r das beste Drehbuch und den Preis der ├Âkumenischen Jury. Der Film handelt von dem homosexuellen Chinesen Fei (Kai Ko), der als Moneyboy (Stricher) arbeitet. "Der bewusste Einsatz von Farben, Musik und ├ästhetik unterstreicht kraftvoll die Dynamik des schnellen Geldes mit dem eigenen K├Ârper auf einem prek├Ąren Weg in die chinesische Upper Class", urteilte die ├Âkumenische Jury. "Ist doch gut, dass das, was ich erz├Ąhlen will, auch angekommen ist", sagte Yi und gab zu: "Ich freue mich total. Das hat mich ber├╝hrt."

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F├╝r den deutschsprachigen Filmnachwuchs gab es nach zehn Tagen insgesamt 18 Preise im Wert von 118 500 Euro in den Wettbewerben Spielfilm, Dokumentarfilm, mittellanger Film und Kurzfilm. Drei Preise gingen an "Soul of a Beast" von Lorenz Merz (Regie/Buch): f├╝r die beste Regie, als bester Spielfilm f├╝r die Filmkritik und f├╝r Pablo Caprez als bester Schauspielnachwuchs. Der Film erz├Ąhlt von einem Freundes-Trio, das nachts in den Zoo einbricht - und am n├Ąchsten Morgen ist die Welt eine andere. "Ein wilder, wahnsinniger Ritt", so die Jury f├╝r die beste Regie. "Ein Feuerwerk aus Bildern, Musik, Ger├Ąuschen, Sinnlichkeit und Magie. Unberechenbar, unvorhersehbar."

Festival in Hybrid-Form

Lorenz Merz zeigte sich selbst vor allem "unglaublich dankbar": Nicht nur ├╝ber die Preise, sondern auch die "mega sch├Âne Gastfreundschaft" und den menschlichen Austausch in Saarbr├╝cken: "Das war so wundersch├Ân und sanftm├╝tig und sympathisch und inspirierend." Auch Festivalleiterin Svenja B├Âttger und der k├╝nstlerische Leiter Oliver Baumgarten waren gl├╝cklich, dass das 43. MOP nach der Online-Variante 2021 dieses Mal zumindest in Hybrid-Form stattfinden konnte. So wurden die meisten der 80 Filme nicht nur auf einer Streaming-Plattform, sondern auch dezentral in neun saarl├Ąndischen Kinos gezeigt. "Das tat sehr gut, diesen Schritt zur├╝ck zu machen", sagte B├Âttger.

Der rote Teppich und die Promis fehlten zwar bei der Abschlussveranstaltung, die als reines Online-Event stattfand, gro├če Gef├╝hle gab es trotzdem: mit Tr├Ąnen der Freude, mit Sprachlosigkeit oder auch unb├Ąndigem Jubel. Anders als bei einer gemeinsamen Preisverleihung in Saarbr├╝cken musste so mancher Preistr├Ąger in ganz kleinem Rahmen am Bildschirm feiern: mal alleine im Hotelzimmer, mit Freundin im Zug, dem Team auf dem Sofa oder der Familie in Portugal. Das mit anzusehen, war mitunter ebenso am├╝sant wie anr├╝hrend.

Preisverleihung auf Youtube

Nicht nur Paula Kn├╝pling und Marina Prados konnten sich dabei ├╝ber die Bewertung f├╝r ihren Film "Ladybitch" und den Preis f├╝r den gesellschaftlich relevanten Film freuen, sondern auch die Macher des Filmfestivals - darunter Oliver Baumgarten, der nach acht Festivalausgaben nun neue berufliche Wege geht. Laut Jury ist "Ladybitch" genau das, was man sich vom Max Oph├╝ls Preis erhoffe: "Dass junge Filmemacher:innen etwas ausprobieren, experimentieren und etwas riskieren, so dass etwas Neues entstehen kann."

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