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"Abgeschnitten" – Trotz Ekel-Set: Darüber lachten Bleibtreu, Yardim und Bauer

"Je ekliger, desto mehr Witze"  

Trotz Ekel-Set: Darüber lachten Bleibtreu, Yardim und Bauer

Von Janna Specken, Nicolas Lindken

12.10.2018, 11:34 Uhr
Trotz harter Dreharbeiten: Bleibtreu, Bauer und Yardim waren beim t-online.de-Redaktionsbesuch bester Laune (Quelle: t-online.de)
"Abgeschnitten": Moritz Bleibtreu, Jasna Fritzi Bauer und Fahri Yardim über Leichen und Penisse

Ja, ihren Spaß haben Moritz Bleitbreu, Fahri Yardim und Jasna Fritzi Bauer bei ihrem Besuch in der t-online -Redaktion definitiv. Dabei ist ihr neuer gemeinsamer Film „Abgeschnitten“ alles andere als zum Lachen. Es geht um: Vergewaltigung, Entführung und eine perverse Schnitzeljagd mit Leichen. (Quelle: t-online.de)

Viel Spaß beim t-online.de-Interview: Moritz Bleibtreu, Jasna Fritzi Bauer und Fahri Yardim über Leichen und Penisse. (Quelle: t-online.de)


Moritz Bleibtreu, Fahri Yardim und Jasna Fritzi Bauer stellen in der t-online.de-Redaktion ihren neuen Film "Abgeschnitten" vor. Die Thematik: Vergewaltigung, Entführung und eine Schnitzeljagd mit Leichen. Spaß hatten die Schauspieler trotzdem. 

"Es waren harte Dreharbeiten, man merkt es auch am starken Bedürfnis rumzublödeln. Die Geschichte ist düster. Da braucht es Ausgleich, um nicht in Finsternis zu versinken", erklärt Fahri Yardim und Moritz Bleibtreu pflichtet ihm bei: "Das stimmt, je ekliger und dramatischer es wird, desto mehr Witze macht man eigentlich am Set." Im Video oben in diesem Artikel sehen Sie, warum ausgerechnet ein männliches Geschlechtsteil die Künstler zum Lachen gebracht hat. 

"Es ist eine unfassbare Reise"

Im Film "Abgeschnitten" geht es um einen Professor, der in einer Leiche einen Zettel mit der Telefonnummer seiner Tochter findet. Die panische Suche nach einem jungen Mädchen beginnt. Dem Zuschauer bietet sich dabei nicht nur der Anblick von zahlreichen verstümmelten Leichen. Er taucht außerdem ein in die kranken Machenschaften eines zutiefst sadistischen Vergewaltigers (gespielt von Lars Eidinger). Leichen, Folter, Vergewaltigung: Wie viel kann man den Zuschauern in einem Kinofilm eigentlich zumuten, wollen wir im Interview wissen. 

Lars Eidinger: Er spielt einen sadistischen Vergewaltiger.  (Quelle: © 2018 Ziegler Film GmbH & Co. KG / Syrreal Entertainment GmbH / Warner Bros. Entertainment GmbH)Lars Eidinger: Er spielt einen sadistischen Vergewaltiger. (Quelle: © 2018 Ziegler Film GmbH & Co. KG / Syrreal Entertainment GmbH / Warner Bros. Entertainment GmbH)

"Im fiktiven Rahmen kann man dem Zuschauer einiges zumuten", findet Fahri Yardim, der dann durchaus auch mal ernstere Töne anschlagen kann: "Im Thriller hat die Gewalt eine Symbolkraft. Film bietet eine Reise zum Tod ohne wirklich sterben zu müssen. Man schneidet sonst ja nicht so gerne an anderen Leuten herum. Im Film können wir die Grenze des Realistischen überschreiten und uns dadurch unserem Wesen nähern." 

"Die echte Gewalt stumpft unheimlich ab"

"Ich finde die echte Gewalt, die du heute auf Facebook oder Youtube findest, die nicht in einem dramaturgischen Zusammenhang steht, viel schlimmer", sagt Moritz Bleibtreu dazu. "Diese echte Gewalt macht es uns Filmemachern unheimlich schwer, Bilder zu erschaffen, die Gewalt in einen künstlerischen Kontext setzt. Bilder, die dem Zuschauer insofern etwas bringen, als dass er reflektieren kann, die mit ihm persönlich etwas machen. Denn die echte Gewalt stumpft einfach unheimlich ab." Er sehe im Internet oft ungefragt extreme Bilder, die er nicht aus seinem Kopf bekomme. "Das ist der große Unterschied zu einem Film wie 'Abgeschnitten'. Es steht einfach in einem künstlerischen Kontext und wird dramaturgisch behandelt. Die Gewalt hat eine Konsequenz, es gibt eine Moral und all das. Dafür sind Filme ja auch da, dass man die Möglichkeit hat, sich mit Themen auseinanderzusetzen, ohne direkt mit ihnen in Berührung zu kommen. Die Gewaltvideos im Internet haben überhaupt keinen Sinn außer zu schockieren und das ist ganz furchtbar, das sollte man verbieten."

Moritz Bleibtreu: Im Film wird seine Tochter entführt.  (Quelle: © 2018 Ziegler Film GmbH & Co. KG / Syrreal Entertainment GmbH / Warner Bros. Entertainment GmbH)Moritz Bleibtreu: Im Film wird seine Tochter entführt. (Quelle: © 2018 Ziegler Film GmbH & Co. KG / Syrreal Entertainment GmbH / Warner Bros. Entertainment GmbH)

"Freunde kommen im Moment zu kurz"

Hinter den Schauspielern liegt eine anstrengende Drehzeit und trotzdem: Als die drei Künstler uns in der t-online.de-Redaktion besuchen kommen, lachen sie, scherzen und wirken ziemlich entspannt. Dabei stehen bei allen Dreien schon neue Projekte in den Startlöchern und genau das ist manchmal gar nicht so einfach. "Ich weiß nicht wann, aber mir ist die Zeit verloren gegangen", erklärt Fahri Yardim. "Familie und Beruf, mehr Raum bleibt nicht. Freunde kommen im Moment bei mir zu kurz. Ich vermisse sie. Und auch das Alleinsein fehlt mir, dafür gehe ich jetzt wesentlich länger aufs Klo", fügt er lachend hinzu.

"Zeit für die, die man liebt, muss man sich nehmen"

Moritz Bleibtreu hingegen kann sich über fehlende Zeit alleine nicht beschweren. Er wohnt in Hamburg und drehe dort eher selten. "Abends bin ich dann im Hotel alleine. Da wünscht man sich schon die Familie herbei. Aber das sind wirklich Luxusprobleme. Wir haben einen tollen Beruf und Familie. Zeit für die, die man liebt, muss man sich eben nehmen."

Politische Äußerungen seien vor allem jetzt wichtig 

Während es im Film marginal auch um politische Themen, wie das Strafgesetz geht, spielt die Politik für Schauspielerin Jasna Fritzi Bauer eine große Rolle. "Ich habe mich früh dafür entschieden, meine politische Meinung zu äußern, meine Werte zu vertreten", erklärt sie auf Nachfrage. "Ich finde, wir tragen eine Verantwortung, weil wir viele Menschen erreichen können. Wer das nicht machen möchte, muss es nicht machen. Aber ich finde es dumm, vor allem jetzt, wo wir in dieser Situation stehen."

Es gehe ihr dabei nicht darum, jemandem ihre Meinung aufzudrücken, sondern vielmehr darum, in den Dialog zu treten, und andere Meinungen zu respektieren. "Ich mache das nicht erst seit Chemnitz, ich gehe auf Demonstrationen, seitdem ich 14 Jahre alt bin", verrät sie.

"Ich habe mich wieder in die Demokratie verliebt"

Auch Fahri Yardim findet, dass es gerade in diesen Zeiten wichtig sei, sich zu bestimmten Themen zu äußern. "Ich habe mich seit einiger Zeit nachträglich in die Demokratie verliebt", sagt der 38-Jährige. "Sie hat sich aus ihrem Selbstverständnis befreit und ist mir in neuem Gewand erschienen. Was für ein Kunstwerk sie doch eigentlich ist. Gerne werde ich ein Kämpfer der Demokratie. Wenn die fürchterlichen Verschiebungen unserer Zeit etwas Gutes haben, dann das vielen bewusst wird, was es zu schützen gilt."


Fahri Yardim, Jasna Fritzi Bauer und Moritz Bleibtreu mit t-online.de-Redakteurin Janna Specken.  (Quelle: t-online.de)Fahri Yardim, Jasna Fritzi Bauer und Moritz Bleibtreu mit t-online.de-Redakteurin Janna Specken. (Quelle: t-online.de)

Für Moritz Bleibtreu sei Politik eher etwas Privates. "Es ist ein Konstrukt, von dem ich glaube so wenig zu wissen, dass meine Meinung da nicht viel bewirken kann. Ich habe andere Mittel, mit denen ich Menschen etwas geben kann. Ich arbeite nicht im Auftrag der Politik, ich arbeite im Auftrag der Fantasie." Außerdem falle es ihm sehr schwer in unserer parlamentarischen Demokratie jemanden zu finden, hinter den er sich bedingungslos stellen würde. "Wenn ich das mache, dann auch ganz. Ich möchte dann nicht einen kleinsten gemeinsamen Nenner finden und das kleinere Übel wählen. Ich lebe mein Leben nicht nach dem kleineren Übel und ich möchte auch in der Politik kein kleineres Übel. Deswegen halte ich mich da zurück und überlasse das Leuten, die mehr darüber wissen als ich. Ich bleibe lieber dabei, die Herzen zu erobern – mit etwas Glück."

"Abgeschnitten" läuft seit dem 11. Oktober im Kino. 

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