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Dagmar Berghoff feiert ihren 75. Geburtstag

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Erste Frau bei der "Tagesschau"  

Dagmar Berghoff feiert ihren 75. Geburtstag

25.01.2018, 16:02 Uhr | Dorit Koch, dpa, mho, t-online.de

Dagmar Berghoff feiert ihren 75. Geburtstag. Dagmar Berghoff: Die Nachrichtensprecherin wird 75 Jahre alt, 23 davon hieß sie das Publikum bei der "Tagesschau" willkommen. (Quelle: dpa)

Dagmar Berghoff: Die Nachrichtensprecherin wird 75 Jahre alt, 23 davon hieß sie das Publikum bei der "Tagesschau" willkommen. (Quelle: dpa)

Als Dagmar Berghoff 1976 zur "Tagesschau" kam, waren die Nachrichten noch eine Männerdomäne. Der Chefsprecher meinte, Frauen würden bei Unglücken sofort in Tränen ausbrechen. Sie blieb 23 Jahre. 

Die Frau mit den blonden Haaren und dem makellosen Image war die erste "Miss Tagesschau" und blieb bis zu ihrem Abschied am Silvesterabend 1999 auch in der Beliebtheit für viele die Nummer eins. Viele erkennen immer noch ihre Stimme. Heute feiert Dagmar Berghoff ihren 75. Geburtstag. Pläne gibt es dafür schon länger.

Dagmar Berghoff am 31. Dezember 1999 während ihrer letzten "Tagesschau"-Sendung in Hamburg. (Quelle: dpa)Dagmar Berghoff am 31. Dezember 1999 während ihrer letzten "Tagesschau"-Sendung in Hamburg. (Quelle: dpa)

"Mein Lebensgefühl ist gute 20 Jahre jünger"

Mit ihrem Ex-Kollegen Wilhelm Wieben und zwei weiteren Freunden wird Rummikub gespielt, wie seit vielen Jahren an Geburts- und Feiertagen. Was sie sich wünscht? "Eigentlich nur Gesundheit. Wenn man jünger ist, wünscht man sich so viel, aber – so banal es auch klingen mag – Gesundheit ist doch das Wichtigste." Wie 75 fühle sie sich nicht. "Wenn man früher an dieses Alter gedacht hat, dann hat man alte, schwarz gekleidete Frauen gesehen. Mein Lebensgefühl ist gute 20 Jahre jünger", sagt sie. "Ich glaube, das liegt daran, dass man in der heutigen Zeit so viele Angebote hat. Wenn man noch ein bisschen neugierig und lebhaft ist, kann man ganz viel davon annehmen." Anders sei das natürlich bei Krankheiten.

Locken, Versprecher, Lachanfälle

23 Jahre lang begrüßte Dagmar Berghoff das Publikum zur "Tagesschau". Die Momente, in denen sie selbst mal vor laufender Kamera für Schlagzeilen sorgte, gehören zu den bekanntesten Anekdoten in der Geschichte der Sendung. Etwa die Proteste, die die Sprecherin auslöste, als sie eines Tages mit Lockenfrisur auf dem Bildschirm erschien. "Mir schrieben die Leute zum Beispiel: Mein Hirtenhund liegt vorm Fernseher und bellt Sie an." Auch ihr Lachkrampf beim "WCT-Turnier"-Versprecher ist legendär:

"Tagesschau"-Chefsprecher Karl-Heinz Köpcke holte sie 1976 zu seinem nur aus Männern bestehenden Team holte – obwohl auch er zu den Zweiflern zählte. "Er war eigentlich nicht der Meinung, dass Frauen die 'Tagesschau' sprechen können. Von Politik würden sie nichts verstehen, von Sport schon gar nichts, und bei Unglücken in Tränen ausbrechen", hatte Dagmar Berghoff mal erzählt. Nachdem sie unter anderem beim damaligen Südwestfunk als TV-Ansagerin, Moderatorin und Hörfunksprecherin in Baden-Baden gearbeitete hatte, begrüßte sie am 16. Juni 1976 erstmals die Zuschauer der "Tagesschau".

Dagmar Berghoff vor ihrem ersten Auftritt in der ARD-"Tagesschau" im Jahr 1976. (Quelle: dpa)Dagmar Berghoff vor ihrem ersten Auftritt in der ARD-"Tagesschau" im Jahr 1976. (Quelle: dpa)

Schauspieltraum gegen "Tagesschau"-Karriere

Dabei hatte die gebürtige Berlinerin Schauspielerin werden wollen. Anfangs nahm sie parallel zur TV- und Radioarbeit einige Rollen an, etwa für Dieter Wedels "Die Semmelings". Als die "Tagesschau" kam, war Schluss damit. "Dieter Wedel, mit dem ich damals liiert war, sagte mir: "Wenn du 'Tagesschau'-Sprecherin wirst, ist dein Gesicht für die Schauspielerei verbraucht, dann bist du wirklich das Gesicht der 'Tagesschau'." Zumal ich auch noch die erste Frau bei der "Tagesschau" war", erinnert sich Dagmar Berghoff.

Mit Wedel habe sie nur wenig Kontakt, "aber wenn wir uns sehen, begrüßen wir uns herzlich", erzählt Berghoff und sagt angesichts der Schlagzeilen um ihn: "Ich denke, Dieter Wedel hatte es nicht nötig, eine Frau gegen ihren Willen ins Bett zu bekommen. Außerdem meine ich, dass jede Frau, wenn sie nicht gerade noch sehr jung und unerfahren ist, weiß, wie sie sich zu wehren hat." Der #MeToo-Debatte stehe sie etwas zwiegespalten gegenüber. "Ich selbst habe sexuelle Annäherungsversuche erlebt, nicht innerhalb der 'Tagesschau', aber von anderen Kollegen. Ich wusste aber so etwas sofort abzuwehren."

Quelle:
- dpa

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