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Michael Jackson, Kurt Cobain & Co.: Das sind die Schicksale der 90er-Stars

Überdosis, Krankheit, Absturz  

Die tragischen Schicksale der Musikstars der 90er

Von Maria Holzhauer, Janna Halbroth

29.12.2019, 14:52 Uhr
Roxette-Sängerin Marie Fredriksson gestorben

Die Sängerin des Popduos Roxette, Marie Fredriksson, ist tot. Ihre Hits "Joyride", "Listen To Your Heart", "How Do You Do!" oder die Ballade "It Must Have Been Love" gehören zu den großen Hits der 80er und 90er. (Quelle: dpa)

Einer der letzten Auftritte im Video: Marie Fredriksson hat den Kampf gegen Krebs verloren. (Quelle: dpa)


Die Musikwelt trauert um Marie Fredriksson. Die Roxette-Sängerin erlag im Alter von 61 Jahren ihrer Krebserkrankung. Sie ist nicht die einzige Neunzigerikone mit einem tragischen Schicksal.

Dieser Artikel gehört zu den besten Beiträgen, die 2019 bei t-online.de erschienen sind. Er wurde am 11. Dezember zum ersten Mal veröffentlicht.

Die Neunzigerjahre: ein Jahrzehnt, in denen große Künstler noch größere Erfolge feierten. Doch wo viel Licht ist, da lauert auch Schatten. Was auf der Bühne oft beeindruckend aussah, barg hinter den Kulissen traurige Schicksale. Psychische und körperliche Probleme, Drogensucht, Tod. Die tragischen Geschichten der Musikstars aus den Neunzigern.

Marie Fredriksson 

Aktuell erschüttert das Schicksal von Marie Fredriksson zahlreiche Fans. Sie war die geborene Künstlerin, jede Bühne, die sie betrat, füllte sie aus, riss mit ihrer energievollen Art das Publikum mit sich. 1989 eroberte sie mit Roxette die Weltcharts, es hätte ewig so weitergehen können. Doch dann kam der Krebs. Ärzte diagnostizierten bei ihr 2002 einen Gehirntumor. Es folgte eine künstlerische Pause, die Schwedin zog sich zurück, sang Songs auf Schwedisch als Solokünstlerin, nahm mit Roxette zwei neue Songs auf, kämpfte sich zurück auf die Bühne. 

Doch der Krebs war stärker. Nach Auftritten, die Marie Fredriksson im Sitzen absolvierte, musste sie sich endgültig von ihrer Leidenschaft verabschieden. 2019 dann das tragische Ende einer starken Frau: Am 9. Dezember erlag sie den Folgen ihrer Krebserkrankung, bleibt aber mit ihren Songs weiter in den Köpfen und Herzen

Kurt Cobain 

Nur wenigen Menschen gelingt es, eine ganze Generation zu prägen. Einer von ihnen war definitiv Kurt Cobain. Die Grunge-Ikone erschuf mit Nirvana eine neue Musikrichtung, der Song "Smells Like Teen Spirit" und das Album "Nevermind" wurden Anfang der Neunzigerjahre zur Hymne einer ganzen Bewegung. 

Kurt Cobain: Der Musiker starb im Alter von nur 27 Jahren.  (Quelle: dpa)Kurt Cobain: Der Musiker starb im Alter von nur 27 Jahren. (Quelle: dpa)

Doch Kurt Cobain plagten Probleme. Er fühlte sich missverstanden, litt außerdem unter starken Magenproblemen. Ärzte konnten ihm nicht helfen, also unterdrückte er seinen Schmerz mit Drogen. Auch nach mehreren Entzugsversuchen konnte der Musiker nicht von seiner Heroinsucht geheilt werden. Er starb am 5. April 1994, nach einer Überdosis nahm er sich das Leben. Der Sänger wurde nur 27 Jahre alt.

Michael Jackson

Der "King of Pop" wurde in eine musikalische Familie hineingeboren. Schon in den Sechzigerjahren starteten er und seine Brüder mit den Jackson Five durch. Später war Michael Jackson auch solo erfolgreich. Seine größten Hits stammen aus den Achtzigern und Neunzigern. Die Alben "Thriller" (1982), "Bad" (1987) und "Dangerous" (1991) landeten allesamt in jeglichen Ländern auf Platz eins. Jackson hält zahlreiche Rekorde in der Musikindustrie. Doch auch die Schattenseiten dürfen nicht vergessen werden.

Michael Jackson: Er war seit den Sechzigerjahren erfolgreich im Musikbusiness. (Quelle: Vinnie Zuffante/Hulton Archive/Getty Images)Michael Jackson: Er war seit den Sechzigerjahren erfolgreich im Musikbusiness. (Quelle: Vinnie Zuffante/Hulton Archive/Getty Images)

In den Neunzigerjahren kamen zum ersten Mal Vorwürfe des Kindesmissbrauchs gegen Michael Jackson auf. Dieser beteuerte öffentlich seine Unschuld. Da keine belastenden Beweise gefunden wurden, stellte man die Untersuchungen schließlich ein. 2003 gab es erneute Vorwürfe gegen Jackson. 2005 wurde er einstimmig freigesprochen. Missbrauchsvorwürfe kommen aber auch nach dem Tod des Musikers immer wieder auf, zuletzt mit der Veröffentlichung des Dokumentarfilms "Leaving Neverland" im Januar 2019.

Jackson starb am 25. Juni 2009 im Alter von 50 Jahren an einer Vergiftung durch das Narkosemittel Propofol. Dieses sei dem "King of Pop" über mehrere Wochen hinweg von seinem Leibarzt Conrad Murray verabreicht worden, um seiner Schlaflosigkeit zu entgehen. Murray wurde wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, 2011 schuldig gesprochen und zu vier Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. 2013 wurde er vorzeitig entlassen.

George Michael

Viele saßen vielleicht gerade beim späten Weihnachtsessen, trafen über die Feiertage alte Freunde, als völlig überraschend die Nachricht auf dem Smartphone aufploppte, dass George Michael mit nur 53 Jahren verstorben sei – gerade er, der mit dem Wham!-Song "Last Christmas" Jahr für Jahr in der Vorweihnachtszeit im Radio rauf und runter läuft. Als Todesursache des britischen Popsängers wurde laut BBC Herzversagen angegeben.

George Michael galt als einer der größten Musikstars der Welt, sowohl solo als auch mit Wham!. Doch immer hatte er auch mit Drogen und anderen Schicksalsschlägen zu kämpfen. 1993 starb seine große Liebe Anselmo Feleppa, wenig später auch seine Mutter. "Ich fühlte mich, als sei ich verflucht", sagte er mal in einer TV-Show und erklärte, drei Jahre getrauert zu haben. George Michael bekam auch Depressionen. Eine Zeit lang habe er 25 Joints am Tag geraucht. Er wurde mehrfach wegen Drogenbesitzes verurteilt und war sogar vier Wochen im Gefängnis, weil er unter Cannabiseinfluss mit dem Auto in eine Ladenfront gefahren war. 2015 machte Michael einen Entzug. Am 25. Dezember 2016 verstarb er. 

Tupac

Um den Rapper Tupac Shakur ranken sich noch heute zahllose Mythen – bis heute wabern Verschwörungstheorien durch das Netz, wonach der Wortkünstler noch am Leben sei. Tupac feierte in den Neunzigern große Erfolge in den USA und schaffte es immer wieder auch in die deutschen Charts.

Tupac: Der Sänger wurde 1996 ermordet. (Quelle: imago images / MediaPunch)Tupac: Der Sänger wurde 1996 ermordet. (Quelle: imago images / MediaPunch)

Zwischen ihm und dem Rapper The Notorious B.I.G. entwickelte sich in den Neunzigern ein offener Schlagabtausch – Hass und Missgunst beherrschten den verbal ausgetragenen Rap-Krieg der einst befreundeten Künstler. Am 7. September 1996 wurde Tupac auf offener Straße von mehreren Projektilen getroffen, als das Auto, in dem er saß, beschossen wurde. Er wurde in ein künstliches Koma versetzt. Am 13. September erlag er seinen Schussverletzungen. Tupac wurde nur 25 Jahre alt. 

Whitney Houston 

Ausnahmesängerin Whitney Houston schaffte ihren Durchbruch in den Achtzigerjahren. Doch ihre größten Erfolge feierte sie wohl in den Neunzigerjahren. 1991 sang sie die Nationalhymne beim Super Bowl XXV, dieser Auftritt wurde zu ihrem bis dahin größten Karriere-Highlight. Nur ein Jahr später überzeugte die Sängerin auch auf der Leinwand. Im Film "Bodyguard" war sie nicht nur Hauptdarstellerin, sondern lieferte auch den dazugehörigen Soundtrack. Der Megastar Whitney Houston schien nicht mehr aufzuhalten zu sein. "I Will Always Love You" hielt sich 14 Wochen lang in den US-Charts ganz vorn und gehört auch heute noch zu den beliebtesten Lovesongs auf der ganzen Welt. 

Es folgten weitere erfolgreiche Jahre, zunächst als Schauspielerin und dann wieder mehr als Sängerin. Doch nach ihrer zweiten Welttournee 2009 bemängelten immer mehr Kritiker die Stimme der Sängerin. Immer wieder versagte sie bei Auftritten, Zuschauer verließen sogar ihre Konzerte vor dem Ende. 

Whitney Houston: Sie war eine der erfolgreichsten Sängerinnen der Welt.  (Quelle: imago images / Mary Evans)Whitney Houston: Sie war eine der erfolgreichsten Sängerinnen der Welt. (Quelle: imago images / Mary Evans)

Am 11. Februar 2012 passierte dann die Tragödie. Whitney Houston wurde in einem Hotelzimmer in Beverly Hills leblos in der Badewanne aufgefunden. Die Sängerin hatte eine Herzkrankheit. Ein Gerichtsmediziner stellte nach ihrem Tod eine Arterienverkalkung fest und schloss auf hohen Kokainkonsum. In einem abschließenden Urteil zur Todesursache gingen die Ermittler von einer Überdosis aus Betäubungsmitteln, Medikamenten und Alkohol aus. In ihrem Zimmer wurden diverse Drogen gefunden. Besonders tragisch: Ihre Tochter Bobbi Kristina Houston Brown wurde fast genau drei Jahre später bewusstlos in einer Badewanne aufgefunden und starb mehrere Monate danach an Hirnschäden und einer Lungenembolie. 

Britney Spears

Noch knapp ein Star der Neunziger ist Britney Spears. 1999 ging es für sie mit der Veröffentlichung ihrer ersten Single "...Baby One More Time" steil nach oben. Es folgte Album um Album, bis die damalige Popprinzessin im Februar 2007 anderweitig für Schlagzeilen sorgte. Nach der Trennung von Kevin Federline rasierte sie sich eine Glatze und ließ sich spontan zwei Tattoos stechen. Sie begab sich in den Entzug, verließ diesen jedoch schnell wieder.  

Den Sorgerechtsstreit um die beiden Söhne konnte Kevin Federline für sich entscheiden. Anfang Januar 2008 hatte sich Spears mit den Kindern verbarrikadiert, wurde schließlich von Beamten auf einer Trage aus ihrer Villa in Los Angeles geholt. Das Besuchsrecht wurde ihr entzogen, sie wurde zwangseingewiesen. Im Februar desselben Jahres folgte die Entmündigung – bis zum November 2019 wurde sie von ihrem Vater bevormundet. Mittlerweile ist eine langjährige Mitarbeiterin Spears’ Vormund. 

Nach ihrem Tief kämpfte sich Britney Spears zurück, veröffentlichte mit Erfolg neue Alben und bekam 2013 eine Show in Las Vegas. Schon 2016 wurde sie bei den Billboard Music Awards für ihr Lebenswerk geehrt. 

Sqeezer-Star Jim Reeves

Mit Liedern wie "Tamagotchi (Tschoopapa…)" oder "Blue Jeans" waren in den Neunzigerjahren Sqeezer erfolgreich. Mit diversen Songs schafften sie es in die deutschen Charts, wenn auch nicht unbedingt auf die vorderen Plätze. Gegründet wurde die Band Sqeezer 1995 von Jim Reeves. Er ist der Einzige, der von Anfang an mit dabei war. Im Februar 2016 wurde er in einem Hostel in Berlin tot aufgefunden. Die Obduktion ergab, dass er vor seinem Tod gefoltert wurde und inneren Blutungen erlag.

Im November 2018 wurden zwei Männer zu langjährigen Haftstrafen wegen Totschlags in besonders schwerem Fall verurteilt. Die Tat sei aus einer homophoben Einstellung heraus begangen worden, hieß es in dem Urteil. Er sei missbraucht und "in einer degradierenden, homophobe Gefühle ausdrückenden Art mehrfach mit einem Stuhlbein gepfählt" worden. Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein und strebte eine Verurteilung wegen Mordes an. Die Band Sqeezer wollte nach dem Tod von Jim Reeves nicht weitermachen.

Aaron Carter

Nachdem sein Bruder Nick Carter mit den Backstreet Boys große Erfolge feierte, wurde auch mit Aaron Carter ein Musikalbum aufgenommen. Damals, 1997, war der kleine Junge aus Florida gerade einmal neun Jahre alt. Sein Song "Crush on You" war ein Erfolg, hielt sich wochenlang in den Charts, bekam sogar Gold. Vier weitere Songs waren darüber hinaus international erfolgreich, bis Anfang 2000 die gewünschte Resonanz ausblieb. In den USA erfreute er sich dagegen weiterer Beliebtheit, er ging auf verschiedene Tourneen. 

Immer wieder gab es Schlagzeilen um das Verhältnis zwischen Aaron und seinem älteren Bruder Nick. 2017 überraschte Aaron dann mit einem Auftritt in der Show "The Doctors". Er erklärte, bisexuell zu sein und sagte, er habe ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt. Deswegen ließ er sich in der TV-Show auf HIV testen. Das Ergebnis war negativ. Ein Drogentest fiel allerdings positiv aus. 

In einem anderen TV-Auftritt erklärte der heute 32-Jährige, dass Ärzte bei ihm diverse psychische Krankheiten feststellten. Er sei unter anderem schizophren, manisch-depressiv und habe eine multiple Persönlichkeit. Infolgedessen müsse er viele Medikamente nehmen. Zuletzt musste der Musiker im Krankenhaus behandelt werden. Außerdem soll er vor Gericht ausfallend geworden sein, als der Richter anordnete, er solle seine Waffen abgeben, da er "zu gefährlich" sei. 

Verwendete Quellen:

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