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Zum 50. Todestag von Paul Celan

Lyriker der Nachkriegszeit  

Zum 50. Todestag von Paul Celan

20.04.2020, 13:33 Uhr | t-online, loe

Zum 50. Todestag von Paul Celan. Paul Celan zählt zu den wichtigsten deutschsprachigen Lyrikern. (Quelle: Getty Images/ ullstein bild Dtl.)

Paul Celan zählt zu den wichtigsten deutschsprachigen Lyrikern. (Quelle: ullstein bild Dtl./Getty Images)

Heute vor 50 Jahren starb Paul Celan. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Lyriker nach dem Zweiten Weltkrieg und beschäftigte sich viel mit der Judenverfolgung.

In der Schule gehört er schon lange zur Pflichtlektüre: Paul Celan steht für wichtige deutschsprachige Lyrik, mit der er sich vor allem auch mit dem Holocaust auseinandersetzte. Vor 50 Jahren beendete er – aus nicht vollends geklärten Umständen – in der Pariser Seine sein Leben. 

"Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts", so beginnt die "Todesfuge", Paul Celans Aushängeschild und das wohl bekannteste seiner Werke. Es entstand drei Jahre nach Kriegsende 1948 und thematisiert die nazionalsozialistische Judenvernichtung. Celan selbst war einer der wenigen Holocaust-Überlebenden. Mit seinen Werken versuchte er auch sein Trauma der Überlebensschuld zu verarbeiten.

Schuldgefühle, die Eltern im Stich gelassen zu haben

Geboren wurde Celan 1920 als einziger Sohn deutschsprachiger, jüdischer Eltern im damals rumänischen, heute ukrai­nischen Tschernowitz. Nach einem Jahr Medizinstudium in Paris kehrte er zurück in die Heimat, um dort Romanistik zu studieren.

1942 wurden seine Eltern in ein Zwangsarbeitslager deportiert. Der Vater starb wenige Monate später an Typhus, die Mutter wurde von einem SS-Mann erschlagen. Die Deportation und der Tod seiner Eltern hinterließen tiefe Spuren und Gefühle der Schuld in Paul Celan. Er selbst überlebte zwei Jahre Zwangsarbeit in verschiedenen rumänischen Lagern. Über Ungarn floh er nach Wien und zog weiter nach Paris, wo er bis zu seinem Tod lebte.

Er litt sein gesamtes Lebens an Schuldgefühlen und musste wegen seines Überlebenstraumas mehrmals in Kliniken eingewiesen werden. Einmal versuchte er im Wahnzustand seine Frau mit einem Messer zu töten. Sie beschlossen, getrennt voneinander zu wohnen, blieben aber in Kontakt zueinander.

Paul Celan ein vielseitiger Künstler

Zahlreiche Bewunderer seiner Arbeit aus aller Welt teilten heute Gedanken zu Ehren Celans auf Twitter. 

Überlebensschuld, Flüchtling-Sein und viele Kultureinflüsse seines Lebens prägten Celans Werke. Zahlreichen Liebesbriefe zeigten aber auch eine zärtliche, eher unbekannte Seite des Künstlers. 

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