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Rassimusvorwürfe gegen Michelle Hunziker und Gerry Scotti

"Ich schäme mich sehr"  

Wirbel um TV-Szene mit Michelle Hunziker

14.04.2021, 16:37 Uhr | mbo, t-online

Rassimusvorwürfe gegen Michelle Hunziker und Gerry Scotti. Michelle Hunziker: Nach einer TV-Sendung gibt es Rassismusvorwürfe gegen die Moderatorin. (Quelle: Tristan Fewings/Getty Images)

Michelle Hunziker: Nach einer TV-Sendung gibt es Rassismusvorwürfe gegen die Moderatorin. (Quelle: Tristan Fewings/Getty Images)

Michelle Hunziker und ein Moderationskollege haben in einer Sendung im italienischen TV für Entsetzen gesorgt. Aufgrund bestimmter Gesten wird ihnen Rassismus vorgeworfen. Von Hunziker gibt es nun eine Entschuldigung.

In der satirischen Sendung "Striscia la Notizia" im italienischen Fernsehen zogen die beiden Gastgeber Gerry Scotti, ein ehemaliges Mitglied des italienischen Parlaments, und Model Michelle Hunziker ihre Augen mit den Fingern in die Länge und begannen das R zu rollen. Die beiden machten sich damit über die Aussprache von Chinesen lustig. Das Portal "Diet Prada" hat auf Instagram auf die TV-Szenen hingewiesen und außerdem einen weiteren Moment aufgezeigt, in dem Michelle Hunziker sich rassistisch gegenüber Menschen aus China verhielt.

Als die beiden in Italien angesehenen TV-Persönlichkeit in der Show über den italienischen TV-Sender RAI sprachen, zogen sie ihre Augen nach hinten und sagten statt RAI beispielsweise "LAI". Die Empörung darüber ist vor allem groß, weil die Sendung dem Bericht zufolge Millionen Menschen erreicht, zu ebendieser Episode schalteten 4,6 Millionen Zuschauer ein. Das, was Hunziker und Scott sagen und tun, wird also weit verbreitet. 

Mit dem Klick nach rechts im oben eingehangenen Instagram-Beitrag sehen sie einen Post von Michelle Hunziker, den sie – wann genau, ist nicht bekannt – über ihre Storyfunktion mit 4,9 Millionen Followern teilte. Darin zeigte sie Odino, einen ihrer Hunde, der mit zusammengekniffenen Augen in der Sonne liegt. Dazu schrieb sie auf Italienisch: "Guten Morgen von meinem nackten Baby, das die Sonne liebt und wie ein Chinese aussieht." 

Nicht der erste Rassismusfall in der TV-Sendung

"Diet Prada" zeigt außerdem auch Instagram-Beiträge von dem Autor Louis Pisano, der in seinen Storys ebenfalls auf die italienische TV-Sendung aufmerksam machte und diese kommentierte. Demnach habe es vor einer Woche schon einmal einen Fall von Rassismus in einem Sketch in der Show "Striscia la Notizia" gegeben, über den sich Hunziker und Scotti herzlich amüsiert hätten.

"Ich bin so erschöpft. Die Welt ist im Moment eine große Komödie und ein Albtraum in einem", schreibt jemand in den Kommentaren des Beitrags von "Diet Prada". Auch meint eine Person: "Die Tatsache, dass sie sich so wohl dabei fühlen, dies im Livefernsehen zu tun und auch mit ständigem Lachen hin und her 'scherzen', zeigt, dass sie dies schon oft getan haben und das ist ein rassistisches Umfeld, denn niemand hält sie auf. Sie denken tatsächlich, dass sie lustig sind."

Eine Userin erklärt: "Als jemand, der seit zehn Jahren in Italien lebt und arbeitet und mit einem Italiener verheiratet ist, kann ich wirklich sagen, dass Italien eine MENGE Arbeit zu tun hat." Ein weiterer Nutzer meint: "Als Italiener schäme ich mich wirklich sehr." 

Michelle Hunzikers Entschuldigung

Nun gibt es eine Entschuldigung von der einstigen "Wetten, dass..?"-Co-Moderatorin. Sie hat auf Instagram ein einminütiges Video veröffentlicht, das die Überschrift "meine Entschuldigung" trägt. 

"Es tut mir zutiefst leid, was passiert ist. Ich setze mich für positive Veränderungen ein und war schon immer gegen jede Art von Diskriminierung. Danke, dass ihr mich zur Rechenschaft gezogen habt, 'Diet Prada'", schreibt sie dazu. Im Video erklärt sie schließlich, dass sie ihren Töchtern immer sagt, sie sollen sich beieinander entschuldigen. Deshalb sei es klar, dass nun auch sie sich entschuldigt. 

"Ich entschuldige mich, wenn ich irgendjemanden verletzt habe. Und mir ist klar geworden, dass wir in einer Zeit leben, in der die Menschen empfindlich sind, was ihre Rechte angeht. Ich war naiv", sagt sie. Zum Glück ändere sich zurzeit vieles, eine neue inklusivere Welt entstehe gerade. "Ich möchte definitiv Teil davon sein." Weiterhin erklärt sie, sie sei am weitesten davon entfernt, eine Rassistin zu sein. "Stereotypen schleichen sich einfach in deinen Alltag ein, ohne dass du überhaupt merkst, dass sie da sind, oder dass sie für jemanden schmerzhaft sein könnten." Sie seien zur Normalität geworden, nun müsse man aus solchen Vorfällen lernen. "Bitte kein Hass. Wir machen alle Fehler", sagt die 44-Jährige am Ende des Videos. Viele User zeigen sich damit nicht zufrieden, sprechen von einer Fake-Entschuldigung, viele schreiben in den Kommentaren, von einer inklusiveren Welt könne nicht die Rede sein, wenn solche rassistischen Gesten noch im Fernsehen zu sehen sind. Von Gerry Scotti gibt es noch keine Reaktion.

#StopAsianHate

Mit Beginn der Coronavirus-Pandemie, die ihren Ursprung in der chinesischen Stadt Wuhan hat, nahm der Rassismus gegen Asiaten oder Menschen mit asiatischen Wurzeln noch einmal stark zu. Dabei geht es sowohl um psychische als auch um physische Attacken. Nicht zuletzt durch den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, der das Virus stets als "China Virus" bezeichnete. Im Netz werden Erfahrungen unter dem Hashtag #StopAsianHate geteilt, um so auf diese Problematik aufmerksam zu machen. Dadurch ist antiasiatischer Rassismus in der Öffentlichkeit präsenter, seine Geschichte ist aber lang, reicht hunderte Jahre zurück.

Verwendete Quellen:

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