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Anne Spiegel – und ihr kranker Mann: Sie macht ihn nicht das erste Mal zum Thema


Karriere- und Kinderplanung
Anne Spiegel ließ schon einmal wegen ihrer Familie aufhorchen

Von t-online, sow

Aktualisiert am 11.04.2022Lesedauer: 4 Min.
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Nach öffentlicher Entschuldigung: Die Grünen-Politikerin Anne Spiegel ist als Bundesfamilienministerin zurückgetreten. (Quelle: t-online)
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Die Familienministerin ist über ihre familiären Verpflichtungen gestürzt. Zuvor hatte Anne Spiegel eine denkwürdige Pressekonferenz gegeben. Im Zentrum der Rede: ihr kranker Mann. Dabei macht sie ihn nicht das erste Mal zum Thema.

"Es war wirklich an einem Punkt, zum ersten Mal für uns als Familie, wo wir Urlaub gebraucht haben – weil mein Mann nicht mehr konnte", so schildert es Anne Spiegel am Sonntag live in einer Pressekonferenz. Die Bundesfamilienministerin bittet in dem rund siebenminütigen Auftritt um Entschuldigung. Ihr vierwöchiger Familienurlaub nach der Flutkatastrophe im vergangenen Sommer sei ein "Fehler" gewesen.

Spiegel stand damals als Umweltministerin von Rheinland-Pfalz in der Verantwortung. Allein 134 Menschen kamen im Ahrtal ums Leben, große Teile der Infrastruktur sowie Tausende Häuser wurden zerstört. Die 41 Jahre alte Bundesministerin erklärte am Montag ihren Rücktritt – und hatte zuvor versucht, ihr politisches Handeln mit privaten Herausforderungen zu begründen. "Im März 2019 hatte mein Mann einen Schlaganfall, dieser hat dazu geführt, dass er seit dem Schlaganfall ganz unbedingt Stress vermeiden musste", so der Beginn ihrer Argumentationslinie.

Ex-Familienministerin Anne Spiegel und die vier Kinder

Weiter erläutert sie: "Die Corona-Pandemie war für uns mit vier kleinen Kindern, ein Kind im Kita-Alter und drei Kinder im Grundschulalter, eine wahnsinnige Herausforderung". Der kranke Mann, der Stress mit den Kindern: Das alles habe dazu geführt, dass Anne Spiegel trotz der Krise im Ahrtal im Urlaub weilte. Sie habe die Privatsphäre ihres Mannes immer wahren wollen, aber nun den Schritt gewagt, um "die Sachlage auch etwas einordnen zu können", wie sie meint.

Dabei ist es nicht das erste Mal, dass Anne Spiegel ausführlich über ihre Familiensituation und ihren Ehemann spricht. In einem Interview, das "Bunte" Mitte Dezember 2021 veröffentlichte, heißt es von der damals neuen Familienministerin: "Mein Mann kümmert sich seit dem ersten Kind komplett um den Nachwuchs. Er liebt es wirklich." Das Leben mit Kindern sei "bunt, spannend, aufregend", beschreibt sie den Familienalltag damals und sagt einen Satz, der Schlagzeilen macht: "Ich liebe diese Quirligkeit. Kinder und Karriere dürfen kein Gegensatz sein – für niemanden."

Das ist über Daniel Spiegel bekannt

Die neue Familienministerin, so der Tenor zu dem Zeitpunkt, setzt einen neuen Ton in der Politik. Ganz wie ihre Kollegin Annalena Baerbock betont Spiegel die Vereinbarkeit von Familien- und Karriereplanung. Ist es bei der Bundesaußenministerin Daniel Holefleisch, der die Kinder hütet, übernimmt diese Aufgabe bei der Familienministerin Daniel Spiegel, ihr schottischer Ehemann.

Viel ist über den Gatten sonst nicht bekannt. Er sei "ein Berlin-Fan", sagte Spiegel damals noch, weil es im Zuge des Jobwechsels in die Bundespolitik um die Wohnungssuche in der Hauptstadt ging. "Nicht ganz einfach, dort eine Sechs-Zimmer-Wohnung zu finden, jedem Kind habe ich ein eigenes Zimmer versprochen", so die 41-Jährige in dem Interview mit dem Promimagazin.

Rund einen Monat später gibt Anne Spiegel schließlich erneut Einblicke in die Aufteilung der Familienaufgaben zwischen ihr und ihrem Mann Daniel. Der "Welt" erzählt sie damals, "dass Männer selbstverständlich die Hälfte der Familien- und Hausarbeit machen", wenn es sich um eine "gleichberechtigte und zukunftsorientierte Partnerschaft" handele.

"Mein Mann hat schon bei der Geburt unserer ersten Tochter seinen Job aufgegeben", verrät Spiegel über die Frage, ob und wann ihr Mann seinen Beruf an den Nagel gehängt hat. Sie habe die Erfahrung machen müssen, "dass ein Mann, der komplett zu Hause ist und sich um die Kinder kümmert, auch Diskriminierungserfahrungen macht". Offenbar sei ihrem Mann Daniel von "überfürsorglichen Müttern" gezeigt worden, "wie man einem Baby die Flasche gibt". Anne Spiegel selbst hingegen machte mit einem öffentlichen Baby-Auftritt positive Schlagzeilen.

Anne Spiegel nimmt ihr Baby mit in den Bundesrat

Die Ex-Ministerin, die drei ihrer vier Kinder während ihrer Zeit als Landtagsabgeordnete bekam, brachte Baby Nummer vier im Jahr 2018 auf die Welt. Damals hatte sie das Amt der Familienministerin in Rheinland-Pfalz inne. Als erste Landesministerin überhaupt ging sie damals in den Mutterschutz. Schon als sie im vierten Monat schwanger war, kündigte sie das im Oktober 2017 an: "Ich plane, direkt nach dem Mutterschutz mein Amt als Ministerin wieder wahrzunehmen", so die damals 36-Jährige.

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Und anschließend der aufsehenerregende Auftritt: Anne Spiegel nahm einen Termin zusammen mit ihrem Baby im Bundesrat wahr. Bilder von ihr und dem Säugling auf dem Schoß während einer Sitzung machten die Runde. Zwischendurch sah man Spiegel mit dem Kinderwagen auf den Fluren spazieren. Das habe "hervorragend" funktioniert, schwärmte sie. Einige Kollegen hätten das Kind auf den Arm nehmen wollen und es sei zu einer völlig neuen Art von Gesprächen gekommen.

Im Gespräch mit solch positiven Erzählungen wäre Anne Spiegel heute wohl auch gerne. Stattdessen steht ihre gesamte politische Karriere auf dem Spiel. Ausgerechnet die (Nicht-)Vereinbarkeit von Berufs- und Familienplanung ist es nun, die der Ministerin das Amt kostet – und womöglich auch eine Zukunft als Paradebeispiel für Mütter mit großen Karriereambitionen.

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