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Herzogin Meghan & Prinz Harry: Die wichtigsten Antworten zum Rückzug

Rückzug aus dem Königshaus  

Was der Schritt für Harry und Meghan bedeutet

09.01.2020, 18:00 Uhr | Seb, sow, t-online

Rückzug von Harry und Meghan: das sind die ersten Reaktionen darauf

Der Prinz und seine Herzogin wollen zukünftig einen Teil ihrer royalen Verpflichtungen abgeben. Briten und Australier sind geteilter Meinung, ob das in Ordnung ist. (Quelle: Reuters)

Rückzug von Harry und Meghan: Das sind die ersten Reaktionen auf die unerwartete Ankündigung im britischen Königshaus. (Quelle: Reuters)


Prinz Harry und seine Meghan möchten nicht mehr vom englischen Königshaus finanziert werden, sondern für ihr eigenes Einkommen sorgen. t-online.de klärt die wichtigsten Fragen zum "Megxit"!

Harry und Meghan geben ihren Status als "Senior Members" der britischen Adelsfamilie auf, damit verlassen sie den inneren Zirkel. Für das britische Royal-Paar wird sich damit einiges ändern. Doch es gibt auch scharfe Kritik, schließlich profitierten sie jahrelang von der finanziellen Unterstützung des Buckingham-Palasts – und damit des britischen Steuerzahlers. Die historische Entscheidung wirft einige Fragen auf.

Sind Harry und Meghan noch Adelige?

Yes! Harry und Meghan bleiben arbeitende Mitglieder der Royal Family. Der Herzog und die Herzogin von Sussex werden das englische Königshaus weiterhin vertreten. Sie wollen zwischen England und Nordamerika pendeln, nehmen aber vereinzelt weiterhin ihre Pflichten wahr. In ihrer Ankündigung betont das Paar, "Ihre Majestät, die Königin, weiterhin uneingeschränkt unterstützen" zu wollen. 

Treten sie künftig weniger öffentlich in Erscheinung?

Der königliche Dienstplan, "Royal Rota" genannt, wird ihnen in Zukunft in großen Teilen erspart bleiben – abzuwarten bleibt, wie der Austritt mit dem Buckingham-Palast im Detail verhandelt wird. Bei wiederkehrenden royalen Pflichten wie Auftritten bei Eröffnungen und Einweihungen werden sie weniger zu sehen sein. Aber: Das royale Paar hat angekündigt, in Zukunft selbst entscheiden zu wollen, welche Presse sie einladen und mit wem sie öffentlich sprechen. Ihre eigene Website sussexroyal.com und ihre Aktivitäten in den sozialen Medien bleiben medienwirksame und vor allem selbstbestimmte Sprachrohre. 

Royale Verpflichtungen und Aktivitäten: Prinz Harry und Herzogin Meghan rangieren im unteren Drittel (Quelle: Grafik von t-online.de)Royale Verpflichtungen und Aktivitäten: Prinz Harry und Herzogin Meghan rangieren im unteren Drittel (Quelle: Grafik von t-online.de)

Haben die Royals ein eigenes Einkommen?

Bis jetzt: No! Als Mitglieder des Königshauses war es ihnen verboten, ein eigenes Einkommen zu haben. Erst durch die angekündigte Unabhängigkeit ist es ihnen nun erlaubt, selbst Geld zu verdienen und als externe Mitarbeiter Vollzeitjobs anzunehmen. Sie haben bereits angekündigt, eine neue Wohltätigkeitsorganisation zu gründen. Weitere Details sind noch unklar. Feststeht aber auch: Durch den Rückzug von den royalen Pflichten werden die finanziellen Zuwendungen der britischen Krone neu verhandelt.

Haben sie denn vorher Geld bekommen?

Yes! Meghan und Harry haben wie alle anderen Royals Geld vom Königshaus bekommen.

In England gibt es seit dem 1. April 2012 den sogenannten "Sovereign Grant Act 2011". Das ist eine jährliche Auszahlungsmethode der Monarchie. Das Geld deckt die Ausgaben und laufenden Kosten der Royals ab. Mit diesem Fond werden also nicht nur die Residenzen und Büros bezahlt, sondern ebenso das Gehalt der Angestellten. Auch offizielle Anlässe, Gartenpartys und Reisekosten werden durch den "Sovereign Grant" abgedeckt.

Es handelt sich um öffentliche Gelder. Im Austausch dafür gibt die Königin Einnahmen vom "The Crown Estate" an die britische Regierung ab. Für 2017 bis 2018 waren das 329,4 Millionen GBP (etwa 387 Millionen Euro). Die Royals kriegen seit 2017 25 Prozent dieses Einkommens – zuvor waren es 15 Prozent. 2019 waren das 82,4 Millionen GBP (knapp 97 Millionen Euro).

Dieses Geld haben Meghan und Harry, nach eigener Auskunft, nie für private Ausgaben genutzt.

Was kostet das den britischen Steuerzahler?

Laut den Angaben auf der offiziellen Seite von Prinz Harry und Herzogin Meghan belaufen sich die Pro-Kopf-Kosten für den britischen Steuerzahler auf ein Pfund pro Jahr. 

Hat Harry ein eigenes Vermögen?

Yes! 95% seines Privatvermögens hat Harry von der "Duchy of Cornwall" erhalten. Dies ist ein Unternehmen, welches Immobilien und Ländereien verwaltet.

Harrys Vermögen wird auf knapp 20 Millionen Pfund (etwa 35 Millionen Euro) geschätzt. Gut 10 Millionen GBP (12,5 Millionen Euro) sollen durch das Erbe seiner verstorbenen Mutter Lady Diana an Harry übergegangen sein.

Wird ihnen weiterhin Sicherheitspersonal an die Seite gestellt?

Yes! Bewaffnetes Sicherheitspersonal der "Metropolitan Police" wird vom "Home Office", einer Abteilung von "Her Majesty's Government", gestellt. Das Herzogenpaar ist als international geschütztes Personenduo klassifiziert. Wie hoch die Ausgaben sind, gibt die britische Regierung jedoch nicht preis.

Wie reagiert der Buckingham-Palast?

Noch am Abend gab das britische Königshaus in einer offiziellen Antwort bekannt: "Die Diskussionen mit dem Herzog und der Herzogin von Sussex befinden sich in einer frühen Phase." In dem sehr knappen Statement heißt es abschließend, dass es "eine komplizierte Angelegenheit" sei, für die der Palast Zeit benötige. 

Wie geht es Queen Elizabeth II. mit der Entscheidung? 

Die jüngsten Entwicklungen im Königshaus von dem Krankenhausaufenthalt ihres Gatten kurz vor Weihnachten, über die Vorwürfe an ihren Sohn Prinz Andrew bis hin zum nun verkündeten Rückzug des Sussex-Paares bereiten Queen Elizabeth II. laut Insidern Sorgen. Die britische Königin ist inzwischen 93 Jahre alt und dem Vernehmen nach soll sie von den Plänen von Prinz Harry und Herzogin Meghan nichts gewusst haben. Von "Enttäuschung" im inneren Zirkel sei die Rede.

Verwendete Quellen:

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