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Tim Mälzer über emotionalen Auftritt bei Markus Lanz: "Mein Leben war weg"

Nach "Heulsusenauftritt"  

Tim Mälzer zu Markus Lanz: "Mein Leben war weg"

10.07.2020, 21:12 Uhr | sow, t-online.de

Tim Mälzer über emotionalen Auftritt bei Markus Lanz: "Mein Leben war weg". Tim Mälzer: Bei der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" wurde der Fernsehkoch am 5. Mai 2020 sehr emotional – und bereut dies offenbar. (Quelle: imago images / Future Image)

Tim Mälzer: Bei der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" wurde der Fernsehkoch am 5. Mai 2020 sehr emotional – und bereut dies offenbar. (Quelle: imago images / Future Image)

Tim Mälzer war erneut bei der Talkrunde "Markus Lanz" zu Gast. Diesmal bedankte sich der Fernsehkoch bei Arbeitsminister Hubertus Heil und nahm zu seinem "Heulsusenauftritt" Stellung.

Am 5. Mai war Tim Mälzer bei Markus Lanz in dessen gleichnamiger Sendung zu Gast. Drei Wochen zuvor hatte er dem ZDF-Talkmaster bereits berichtet, wie dramatisch die Coronavirus-Pandemie seine Branche in die Krise gestürzt habe. Als er im Mai auf diese Schilderungen angesprochen wurde, reagierte Mälzer hochemotional.

Lanz zitierte seine Aussage "Wenn es so weitergeht, bin ich in ein paar Wochen pleite" und bat Mälzer um eine aktuelle Einschätzung. Doch der konnte nicht antworten und erklärte stattdessen, dass er "gerade echt angefasst" sei. Der Koch kämpfte mit den Tränen, die Stimme versagte. Auf Nachfrage von Lanz stammelte er nur: "Ich höre ja zu. Ich bin ja nicht doof, ich verarbeite ja Informationen. Ich geh mal kurz raus, ernsthaft." Der sonst nie um einen Spruch verlegene Mälzer war völlig von der Rolle.

"Das erste Mal, dass ich begriffen habe"

Auch in der "Markus Lanz"-Sendung vom 9. Juli spielte dieser emotionale Moment eine Rolle. Der Talkmaster fragte den Koch: "Was hat diese Sprachlosigkeit bei dir ausgelöst?" Mälzer nutzte die Situation, um sich beim SPD-Politiker und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und dessen Parteikollegen Karl Lauterbach zu bedanken. "Die haben dieses Schreckensszenario aufgemacht", so der 49-Jährige und er erklärte, "am Ende des Tages war es das erste Mal, dass ich begriffen habe, wie ernst uns das im Griff hat."

Die SPD-Politiker hätten nicht "rumlamentiert". Sie hätten deutlich gesagt: Im schlimmsten Fall habe die Corona-Krise uns noch sehr lange im Griff. "In dem Moment wurde mein Geplapper von sechs Wochen vorher Realität", meinte Mälzer nun mit Blick auf seine früheren Aussagen bei "Markus Lanz". Er realisierte: "Scheiße, ich werd's nicht schaffen!"

"Man läuft einen Marathon, aber man weiß nicht, wie lange"

Für Mälzer sei es zu diesem Gefühlszusammenbruch gekommen, weil die "Gastronomie sein Leben" sei. Er berichtet Lanz von seinem Auftritt am 5. Mai: "In dem Moment war mein Leben weg. Ich fragte mich: Was mache ich denn jetzt?" Über Lösungen hatte er bereits nachgedacht, aber er hatte keine Lösung gefunden, die er "geil" fand.

Immer wieder findet der Koch drastische Worte. "Man läuft einen Marathon, aber man weiß nicht, wie lange. Wie teilt man sich also die Kräfte ein?", wirft er mit einem Vergleich die Frage auf, wie Selbstständige in der Krise vorausplanen sollen. Die Perspektivlosigkeit zwinge Gastronomen gnadenlos in die Knie, so Mälzer.

Mälzer attestiert sich selbst einen "Heulsusenauftritt"

Vor ein paar Tagen sprach Tim Mälzer im Podcast "Rolling Pin" erstmals über seinen Auftritt Anfang Mai. Als er am Ende des Gesprächs gefragt wurde, wann ihm das letzte Mal etwas peinlich war, berichtete er: "Der 'Heulsusenauftritt' bei Lanz. Irgendwie war mir das auch unangenehm."

Zugleich gesteht er, dass ihm "eigentlich nichts peinlich" sei. Bei "Markus Lanz" hatte er schließlich auch nicht ohne Grund mit den Tränen gekämpft. "Es geht nicht nur um meine Existenz", erzählte er dem ZDF-Moderator. Er habe eine Verantwortung für seine rund 240 Mitarbeiter und musste bereits viel "eigenes Geld" als Unterstützung in die Läden pumpen, um sie über Wasser zu halten.

Jetzt erklärte sich Mälzer erneut bei "Markus Lanz" und ordnete seinen selbsternannten "Heulsusenauftritt" ein. Hubertus Heil, der damals und auch in dieser Sendung zugeschaltet war, äußerte sich ebenfalls: "Herr Mälzer, ich kann das verraten, wir haben hinterher telefoniert, weil mich beschäftigt hat, wie es bei Ihnen weitergeht." Er habe vollstes Verständnis für die Emotionalität – viel mehr verriet der Arbeitsminister über Details des Telefongesprächs dann allerdings nicht.

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