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Rassismusvorwurf: Blackfacing in Satiresendung des Bayerischen Rundfunks

"Bin einfach fassungslos"  

Rassismusvorwurf im Bayerischen Rundfunk

02.04.2021, 16:22 Uhr | JaH, t-online

Rassismusvorwurf: Blackfacing in Satiresendung des Bayerischen Rundfunks. "SchleichFernsehen": Helmut Schleich sorgte mit seiner Darbietung als afrikanischer Diktator für Kritik.  (Quelle: BR/Martina Bogdahn)

"SchleichFernsehen": Helmut Schleich sorgte mit seiner Darbietung als afrikanischer Diktator für Kritik. (Quelle: BR/Martina Bogdahn)

Nachdem erst vor Kurzem der WDR mit der Show "Die letzte Instanz" für Aufsehen sorgte, gibt es jetzt neue Rassismusvorwürfe. Diesmal steht der Bayerische Rundfunk in der Kritik. In einer Satireshow bediente man sich an der Methode "Blackfacing". 

In der Satiresendung "SchleichFernsehen" sorgte der namensgebende Kabarettist Helmut Schleich jetzt für Aufsehen. In der jüngsten Folge der Show, die am Donnerstabend im Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt wurde, verkleidete er sich als Maxwell Strauss, malte sich dazu schwarz an und wedelte mit einem Mini-Krokodil in der Hand umher.    

"Was wäre wenn Franz Josef Strauss bei seinen zahlreichen Besuchen in Schwarzafrika einen Sohn hinterlassen hätte", fragt Schleich und zeigt den Zuschauern dann sogleich, was dann seiner Meinung nach wäre. Wenige Sekunden später erscheint er nämlich, wie eben beschrieben, als afrikanischer Diktator, der mit diversen Wortspielen über "schwarze Seelen" in der CDU witzig sein will. "Das einzige, was die Union noch retten kann, ist ein neuer Kanzlerkandidat. Ein wirklich schwarzer Kanzlerkandidat." Die Union könne nicht mehr von alten weißen Männern dominiert werden.

"Mein Vater hatte eine schwarze Seele", so der fiktive Sohn von Strauss, "aber sein Gesicht war weiß, manchmal etwas rot. Deswegen konnte er nie Kanzler werden. "Wir brauchen keinen Virus, um unser Volk zu regieren. Denn wir haben dauerhaft eine Ausgangssperre und einen Lockdown. Und für die Opposition gilt: Maul halten. Die wichtigste politische Lektion meines Vaters", so Schleich als Maxwell Strauss. Der Sketsch geht insgesamt rund drei Minuten lang und endet mit schwarzen Weißwürsten.  

"Muss man das verstehen?"

Auf Twitter sorgte der Beitrag im Anschluss und auch noch am Tag danach für etliche Reaktionen. "Bevor im Bayerischen Fernsehen ein Schwarzer Mann eine Sendung moderiert, malt sich die Redaktion lieber Schwarz an und verarscht afrikanische Staaten. Muss man das verstehen?", fragte zum Beispiel der Journalist Malcolm Ohanwe. 

Etliche andere Nutzer schließen sich ihm an und kritisieren den Sketch aufs Schärfste. "Im BR lief gestern tatsächlich eine Sendung, in der ein Kabarettist lustig sein wollte, indem er sich das Gesicht anmalt und einen afrikanischen Diktator mimt", schreibt jemand. "Ich glaube es hakt bei euch", schimpft ein anderer. "Ich bin einfach fassungslos", fasst eine andere Person ihre Gefühle zusammen. 

Blackface stammt aus dem Theater und wurde in den Minstrel Shows des 18. und 19. Jahrhunderts in den USA bekannt. Weiße Schauspieler malten sich das Gesicht dunkel an und ahmten Schwarze nach, machten sich über sie lustig. 

Erst vor wenigen Wochen sorgte der WDR für Kritik. In der Sendung "Die letzte Instanz" diskutierten Micky Beisenherz, Thomas Gottschalk, Janine Kunze und Jürgen Milski darüber, ob man das Wort "Zigeunersauce" noch sagen dürfe. Im Anschluss beschwerten sich etliche Zuschauer über diese Diskussion, die ohne Betroffene auskam und das Thema maßgeblich herunterspielte. 

Die Verantwortlichen entschuldigten sich, nachdem es mehrere Tage nach Ausstrahlung der Show auf Twitter zu wiederholten Beschwerden kam, für die Vorkommnisse. 

Verwendete Quellen:

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