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Menstruationsprodukt sorgt für heftige Kritik – "schämt euch"

Von t-online, mbo

Aktualisiert am 14.04.2021Lesedauer: 3 Min.
Eugen Raimkulow und André Ritterwürden: Die Gründer von "Pinky".
Eugen Raimkulow und André Ritterswürden: die Gründer von "Pinky". (Quelle: TVNOW / Bernd-Michael Maurer)
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In "Die Höhle der Löwen" stellten zwei Männer ein Produkt vor, mit dem ein vermeintliches Frauenproblem gelöst werden kann. Viele Zuschauer sind verärgert. Ihrer Meinung nach ist das Produkt nicht nachhaltig, dafür aber sexistisch.

Die beiden Gründer von "Pinky", André Ritterswürden und Eugen Raimkulow, lernten sich bei der Bundeswehr kennen. Dort lebten sie mit Frauen zusammen in einer WG und entwickelten einen Handschuh zum Entsorgen von Hygieneartikeln. Denn in dieser WG hätten sie "so einiges mitbekommen", wie sie betonten.


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"Mit 'Pinky' wollen wir das Leben der Frauen einfacher machen", kündigten die beiden an. Die Löwen waren ganz erstaunt, denn Männer auf einem pinkfarbenen Teppich, das hat es so noch nie gegeben in der Geschichte von "Die Höhle der Löwen". Raimkulow und Ritterswürden betonten, dass sie sich bei der Entwicklung von "Pinky" "sehr eng mit Frauen ausgetauscht" hätten und stellten sich Judith Williams und Co. als "echte Frauenversteher" vor.

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"Sauber, auslaufsicher und geruchsneutral"

Mit ihrem Produkt stelle die Entsorgung von Tampons kein Hindernis mehr für die flexible Freizeitgestaltung dar, betonten die Gründer. "Wir als Männer sind zwar nicht direkt davon betroffen, trotzdem ist das Problem sehr wichtig, deshalb haben wir eine Lösung entwickelt", erklärten sie: "Pinky", ein Handschuh zur "praktischen und vor allem hygienischen Entsorgung von Damenhygieneartikeln, sauber, auslaufsicher und geruchsneutral".

Ob sie ein "einschneidendes, gruseliges Erlebnis" gehabt und deshalb den Handschuh entwickelt hätten, wollte Judith Williams wissen. "Also tatsächlich nicht nur eins, sondern öfter. Wenn man mit mehreren Frauen in einer WG wohnt und nur ein Badezimmer hat, ist ja klar, dass man auch mal den Blick in den Mülleimer werfen muss. Da hatten wir schon mehrmals den Fall, dass wir die typische Entsorgungsart, das Einwickeln in Toilettenpapier, gesehen haben. Nach einer Zeit riecht das unangenehm und das Papier nässt durch. Das ist ziemlich unangenehm", erklärten sie.

Besonders der faire Preis von 2,99 Euro pro Packung sowie das ansprechende Design und die innovative Natur des Produkts überzeugte sofort alle fünf Investoren. "Dass da noch niemand drauf gekommen ist", meinte Ralf Dümmel. Er und Nils Glagau wollten aber auch aufgrund der mehr als "fairen Bewertung" investieren. Am Ende entschieden sich Ritterswürden und Raimkulow für den 54-jährigen Dümmel.

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Der teilte begeistert ein Foto mit den Gründern auf Twitter. Doch nicht nur unter diesem Beitrag gab es herbe Kritik für die Gründer. Besonders weil sie das Produkt entwickelt haben, weil sie es offensichtlich eklig finden, blutige Tampons im Mülleimer vorzufinden, aber auch wegen der nicht vorhandenen Nachhaltigkeit.

"Zum Glück können wir euch mit unserem Nicht-Kauf abstrafen"

So schrieb eine Userin: "In einer Welt, die vor Müll langsam überquillt, 'erfinden' Männer einen pinken Einweghandschuh, damit Frauen 'hygienisch' ihre Tampons wechseln können. Und kriegen dafür auch noch Applaus."

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"Danke, Ralf Dümmel, dass Sie dieses Männerproblem endlich gelöst haben. Nun müssen sich die Herren endlich nicht mehr ekeln und können auch noch Profit aus ihrem sexistischen Produkt schlagen. Einfach toll", schrieb eine Userin ironisch unter den Beitrag des Investors auf Twitter. Eine andere befand: "Flächendeckend Mülleimer in öffentlichen Toiletten wären eine nachhaltigere Lösung. Aber das ist natürlich nicht so profitabel wie einzelverpackte Gummihandschuhe, die ein Männerproblem lösen, wobei Frauen wieder zur Kasse gebeten werden."

Eine weitere Userin erklärte: "Drei Männer ohne Plan von Menstruation wollen mir eine Lösung verkaufen, wo ich nie ein Problem hatte. Schämt euch. Ekelhaft ist nicht die Menstruation, sondern euer Versuch, diese als etwas schamerfülltes zu vermarkten. Zum Glück können wir euch mit unserem Nicht-Kauf abstrafen." Auf Twitter hat sich nach der Sendung sogar der Hashtag #PinkyGate verbreitet.

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Besonders regten sich die Userinnen und User auf Twitter darüber auf, dass die Periode von den beiden Gründern als "ein Problem" dargestellt wird, für das sie nun endlich "eine Lösung" gefunden haben. Auch die Stigmatisierung der Menstruation als "ekelhaft" wird kritisiert.

Ritterswürden und Raimkulow haben inzwischen mit einem Video auf Instagram reagiert. "Selbstverständlich ist die Menstruation etwas ganz Natürliches, wofür sich überhaupt niemand schämen muss oder sollte", stellen die "Frauenversteher" da noch mal klar. "Auf keinen Fall" hätten sie im Fernsehen ausdrücken wollen, "dass die Menstruation etwas Ekelhaftes sei".

Ihrer Meinung nach sollte das Thema Menstruation kein Tabuthema mehr sein, dafür würden sie sich schon länger einsetzen. "Die Periode ist selbstverständlich weder schmutzig noch unhygienisch", betonen sie. So hätten sie niemals darüber gedacht. Sie hätten bloß nicht alles optimal rübergebracht. In Zukunft wollen sie umsichtiger damit umgehen.

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