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Warum "Game of Thrones" Kult wurde

Von dpa
Aktualisiert am 17.04.2021Lesedauer: 3 Min.
"Game of Thrones" ist tot, es lebe "Game of Thrones"? HBO entwickelt aktuell Ableger der Erfolgsserie - "House Of The Dragon" soll schon im kommenden Jahr anlaufen.
"Game of Thrones" ist tot, es lebe "Game of Thrones"? HBO entwickelt aktuell Ableger der Erfolgsserie - "House Of The Dragon" soll schon im kommenden Jahr anlaufen. (Quelle: Helen Sloan/HBO/SKY/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Ein rostiges Metalltor, das sich langsam nach oben öffnet. Drei Reiter mit Fackeln, die einen schneebedeckten Wald erkunden. Und nach weniger als drei Minuten die ersten Leichenteile. Wer sich die Anfangssequenz der Premierenfolge noch einmal anschaut, ist direkt wieder im "Game of Thrones"-Kosmos gefangen.

Bildgewaltige Schlachten, hemmungslose Gewalt und viel nackte Haut: Das blutrĂŒnstige Fantasy-Epos - von den Fans liebevoll "GoT" genannt - wird in den 2010er Jahren zum weltweiten Kult. Vor zehn Jahren, am 17. April 2011, strahlte der US-Sender HBO die erste Episode "Der Winter naht" aus.

Die kostspielige Serie, die auf den BĂŒchern "Das Lied von Eis und Feuer" von George R. R. Martin basiert, spielt auf dem fiktiven Kontinent Westeros. Hier kĂ€mpfen mehrere Herrscherfamilien, darunter die Lennisters und Targaryens, um die Macht und den Eisernen Thron. Parallel erwacht auch noch eine Armee von Untoten, um alles Leben auszulöschen.

"Es war eine der ersten Serien, die so eine perfekte, komplizierte und verschlungene Parallelwelt erschaffen hat. Jeder Zuschauer konnte sich darin verlieren", sagt Tom Wlaschiha (47) ĂŒber den Erfolg der Reihe. Der in Sachsen geborene Schauspieler tauchte erstmals in der zweiten Staffel als mysteriöser Auftragsmörder Jaqen H'ghar auf.

Auch Sibel Kekilli, die in Deutschland durch das Drama "Gegen die Wand" und den Kieler "Tatort"-Krimi bekannt wurde, erreichte durch "Game of Thrones" ein weltweites Publikum. "Es war eine der ersten Serien, die sehr divers und international besetzt wurden, ohne das groß zu erklĂ€ren", erzĂ€hlt die 40-JĂ€hrige der Deutschen Presse-Agentur rĂŒckblickend.

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Ihre Figur, die Prostituierte Shae, ĂŒberlebte ganze vier Staffeln. Am Ende wird sie von ihrem Ex-Liebhaber Tyrion Lennister (gespielt von Peter Dinklage) mit einer Kette erdrosselt. "Ich habe nie darĂŒber nachgedacht, wie viele Staffeln ich dabei sein werde. Als ich dann vom Tod der Figur gelesen habe, war ich schon traurig, aus der "Game of Thrones"-Familie auszuscheiden" sagt Kekilli. Das Mordwerkzeug habe sie damals geschenkt bekommen.

Der zum Teil grausige Tod beliebter Charaktere gehörte bereits seit der ersten Staffel zum Markenzeichen der Saga. Eine Auswertung der "Washington Post" ergab, dass im Laufe der Geschichte satte 6887 Charaktere ihr Leben verlieren.

Auch starke Frauenrollen und die epische Musik wurden immer wieder gelobt. Am Ende gewann die Reihe eine Rekordzahl von 59 Emmys. Allein in Amerika schauten zwischenzeitlich rund 43 Millionen Menschen pro Folge zu. StÀdte wie Belfast, Sevilla oder Dubrovnik, in denen viele Szenen gedreht wurden, verzeichneten einen Ansturm.

"Der Hype rund um die Serie hatte viele positive Auswirkungen auf den kroatischen Tourismus durch erhöhte Einnahmen und die Entwicklung neuer Tourismusprodukte und -angebote", erklĂ€rt der Direktor der kroatischen Zentrale fĂŒr Tourismus, Romeo Draghicchio.

Das Urlaubsland an der Adria zĂ€hlte demzufolge vor zehn Jahren etwa 11,5 Millionen TouristenankĂŒnfte jĂ€hrlich. Am Ende der Serie 2019 waren es fast 20 Millionen.

Aber die Reihe, die in Deutschland bei RTLzwei und Sky lief, wurde auch immer wieder kritisiert. Fans bemĂ€ngelten vor allem in der verkĂŒrzten Finalstaffel unglaubwĂŒrdige Entwicklungen. Andere regten sich ĂŒber sehr detailliert dargestellte Gewalt an Frauen auf.

"Wenn man solche Dinge nicht sehen will, sollte man Disney-Filme gucken. Es ist einfach das Drehbuch zu einer Fantasy-Serie", entgegnet Kekilli. Gewalt gehöre zu einer mittelalterlichen Darstellung dazu. "Es ist nicht immer alles Sonnenschein."

Am 19. Mai 2019 wurde die 73. und letzte "GoT"-Folge ausgestrahlt. "Jede gute Sache muss auch mal zu Ende gehen", sagt Wlaschiha ("Das Boot") zwei Jahre spÀter. "Man hÀtte sie sicher endlos weitererzÀhlen können. Aber es ist besser aufzuhören, wenn man erfolgreich ist."

Ganz vorbei ist die Ära allerdings nicht: Schöpfer Martin arbeitet seit Jahren am sechsten Band seiner Reihe, der eventuell zum WeihnachtsgeschĂ€ft fertig wird. Außerdem kĂŒndigte er kĂŒrzlich ein TheaterstĂŒck an. Und HBO entwickelt mehrere Ableger der Serie. Der erste, "House Of The Dragon", soll im kommenden Jahr anlaufen.

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