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ARD: Dagmar Berghoff kritisiert Bezahlung bei der "Tagesschau"

Sie war die erste Sprecherin  

Dagmar Berghoff kritisiert Bezahlung bei "Tagesschau"

16.06.2021, 07:19 Uhr | AFP, mbo, t-online

ARD: Dagmar Berghoff kritisiert Bezahlung bei der "Tagesschau". Dagmar Berghoff: Sie verlas über 33 Jahre lang die "Tagesschau".  (Quelle: IMAGO / Horst Galuschka)

Dagmar Berghoff: Sie verlas über 33 Jahre lang die "Tagesschau". (Quelle: IMAGO / Horst Galuschka)

Dagmar Berghoff moderierte vor genau 45 Jahren als erste Frau die "Tagesschau". Heute übt sie Kritik an der Bezahlung für Nachrichtensprecher im Ersten. Und zieht einen Vergleich zu Privatsendern.

Die frühere "Tagesschau"-Sprecherin Dagmar Berghoff kritisiert die Bezahlung der Sprecher in der ARD. "RTL und Sat 1 zahlen natürlich viel mehr als die ARD – das ist gar kein Vergleich", sagt die 78-Jährige den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland". "Wenn man überlegt, dass man für eine 20-Uhr-Ausgabe 257,35 Euro bekommt, ist das schon wenig Geld." Auch das ZDF zahle "wesentlich mehr".

"Es könnte sein, dass ihn das Geld gereizt hat"

In den vergangenen Monaten verkündeten gleich drei bekannte Gesichter der ARD-Nachrichten ihren Rückzug und starten nun bei den Privatsendern durch: Ex-"Tagesschau"-Chefsprecher Jan Hofer verabschiedete sich im Dezember 2020, im März dieses Jahres wurde bekannt, dass er eine eigene Sendung bei RTL bekommen soll. Dass er gegangen ist, könne Berghoff nicht verstehen, aber sie sei gespannt, wie sein Format aussehen wird. Außerdem sagt sie: "Es könnte natürlich sein, dass Jan Hofer auch das Geld gereizt hat." 

Zu dem Kölner Sender wechselt in Kürze auch "Tagesthemen"-Moderatorin Pinar Atalay, wie vergangene Woche verkündet wurde. Sie hat "die Chance wahrscheinlich einfach ergriffen", erklärt sich Berghoff den Wechsel, denn Atalay "ist die dritte in dem 'Tagesthemen'-Moderatorenkreis". "Tagesschau"-Sprecherin Linda Zervakis verabschiedete sich Ende April, ihre ersten Auftritte beim neuen Arbeitgeber ProSieben hat sie bereits hinter sich. Sie wolle sich sicherlich "austoben", denkt Berghoff.

Pinar Atalay und Linda Zervakis: Die beiden Frauen haben sich von der ARD verabschiedet.  (Quelle: IMAGO / Eventpress, IMAGO / Eibner)Pinar Atalay und Linda Zervakis: Die beiden Frauen haben sich von der ARD verabschiedet. (Quelle: IMAGO / Eventpress, IMAGO / Eibner)

"Das ist heute unvorstellbar"

Berghoff war die erste Sprecherin der Hauptnachrichtensendung im Ersten. Über ihre Anfänge in diesem Job berichtet sie heute: "Als ich meine erste 'Tagesschau' machte an dem 16. Juni vor 45 Jahren, war noch ein zweiter 'Tagesschau'-Kollege mit im Studio." Sie habe erst später den Grund dafür erfahren: Der Mann sei dort gewesen, "um einzuspringen, falls ich als erste Frau der 'Tagesschau' zusammenbrechen sollte oder nicht weiterreden könnte – das ist heute unvorstellbar."

Die in Berlin geborene Moderatorin erklärt hierzu außerdem: "Der damalige Chefsprecher Karl-Heinz Köpcke war der Meinung, dass Frauen das nicht können. Er musste aber auf Betreiben der Chefredaktion jemanden suchen und hat mich widerwillig ausgesucht. Er war selbst überrascht, dass ich das ganz gut machte."

Über 33 Jahre lang moderierte Dagmar Berghoff dann die "Tagesschau", ab 1995 tat sie das als Chefsprecherin. Ihre letzte Sendung verlas sie auf eigenen Wunsch am 31. Dezember 1999.

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