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MAN will nun auch vom Transporter-Boom profitieren

Michael Lennartz/sp-x

Aktualisiert am 23.05.2017Lesedauer: 3 Min.
MAN baut mit dem TGA nun auch Transporter.
MAN baut mit dem TGA nun auch Transporter. (Quelle: Hersteller-bilder)
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Schon bislang sind Transporter unterhalb der 7,5-Tonnen-Grenze von der Lkw-Maut befreit und auch von der künftigen Pkw-Maut sollen diese Nutzfahrzeuge verschont bleiben. Grund genug für die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg, besser bekannt unter ihrem Kürzel MAN, in diesem beständig wachsenden Segment zu wildern

Das mittlerweile in München beheimatete Unternehmen wagt sich auf neues Terrain, hat eine eigene Van-Sparte eröffnet und bringt im Juni mit dem TGE einen Transporter auf den Markt, der sich bei den leichten Nutzfahrzeugen unter 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht tummelt.

MAN TGE rund 1000 Euro günstiger als VW Crafter

Die Preise des neuen TGE-Kastenwagens beginnen bei 28.730 Euro netto mit dem 102 PS starken Diesel-Einstiegsmotor. Damit ist der TGE knapp 1000 Euro günstiger als der baugleiche VW Crafter.

Diese Strategie folgt einer Logik, die der VW-Konzern für seine Pkw-Marken im Lauf der Jahre perfektioniert hat. Was mit anders verpackter VW-Technik bei Audi, Seat und Skoda erfolgreich praktiziert wird, sollte auch bei den Kleinlastern funktionieren. Und so bedient sich die VW-Tochter MAN bei der Nutzfahrzeug-Abteilung der Konzernmutter und erweitert ihr Angebotsspektrum um einen Zwillingsbruder des VW Crafter.

MAN TGE wird ebenfalls in Polen produziert

Damit trägt der neue Ableger aus München zum einen zur Vollauslastung des neuen Werks im polnischen Wrzesnia bei, denn von der angepeilten Jahresproduktion von insgesamt 100.000 Einheiten sollen etwa 20.000 mit einem MAN-Label die Hallen verlassen. Zum anderen mehrt es bei der Lkw-Marke Absatz und Umsatz.

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Dennis Affeld, Chef der neuen Van-Abteilung: "Wir haben viele Stammkunden, die natürlich auch Bedarf an leichten Nutzfahrzeugen haben, bei MAN aber noch nie fündig wurden. Jetzt bekommen sie alles aus einer Hand." Da alle anderen Anbieter im Transporter- und Van-Segment aus dem Pkw-Bereich kommen, glauben die MAN-Verantwortlichen, gerade bei den Gewerbekunden mit ihrer Lkw-Erfahrung punkten zu können.

MAN TGE noch wandelbarer als der Crafter von Volkswagen

Technisch sind TGE und VW Crafter nahezu identisch, und es deckt sich auch weitgehend die variantenreiche Vielfalt des Modellangebots. So steht der TGE als geschlossener Kastenwagen, als verglaster Kombi und als Fahrgestell mit Einzel- und Doppelkabine zur Verfügung. Es gibt zwei Radstände, drei Dachhöhen und drei Fahrzeuglängen von 5,98 Meter bis 7,39 Meter.

Mit Front-, Heck- oder Allradantrieb ist jede Art von Antrieb wählbar. Die Motorenpalette umfasst vier 2,0-Liter-Turbodiesel mit 102 PS, 122 PS, 140 PS und 177 PS. Wobei für die beiden stärkeren Ausführungen als Alternative zum manuellen Sechsgang-Getriebe auch eine Achtgang-Automatik geordert werden kann.

Das Ladevolumen beträgt im besten Fall 18,3 Kubikmeter oder sechs Euro-Paletten. Das Fahrzeug kann aber auch auf 5,5 Tonnen aufgelastet werden. Bei Bedarf zieht der TGE bis zu drei Tonnen Anhängelast.

Die Wahlmöglichkeiten für den Aufbau von der Pritsche bis zum Kühlkoffer seien bei MAN sogar noch umfangreicher, meint Affeld. Nicht zuletzt bedeutet die Vielzahl an Assistenzsystemen vom Notbremsassistent mit Fußgängererkennung über den adaptiven Tempomaten, mitlenkenden Spurhalter, Seitenwind-Assistenten, die serienmäßige Müdigkeitserkennung und die Multikollisonsbremse bis hin zum elektronischen Helferlein beim Rangieren des Anhängers ein Alleinstellungsmerkmal des Duos Crafter/TGE.

MAN TGE bald auch als Basis für Wohnmobile

Vor allem in der Gewichtsklasse unter 3,5 Tonnen wird der MAN TGE auch als mögliche Basis für Reisemobile interessant. "Wir wissen um den rasanten Wachstum in der Caravanbranche und sind auch bereits dabei, Gespräche mit den Herstellern zu führen“, erklärt Dennis Affeld. Vorzeigbare Ergebnisse dürften kaum vor 2018 zu erwarten sein. Dabei sieht Affeld den TGE keineswegs nur als Basis für das boomende Segment der Kastenwagen, sondern hält teil- und vollintegrierte Fahrzeuge auf MAN-Basis durchaus für denkbar.

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Von Markus Abrahamczyk
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