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Re-Import aus der EU: So viel sparen Sie beim Autokauf

Was Sie beachten sollten  

Re-Import aus der EU: So viel sparen Sie beim Autokauf

Von Markus Abrahamczyk

30.03.2019, 14:31 Uhr
Re-Import aus der EU: So viel sparen Sie beim Autokauf. EU-Neuwagen: Die günstigeren Nettopreise unserer Nachbarländer können auch deutsche Autofahrer nutzen. (Quelle: imago images/Sven Simon)

EU-Neuwagen: Die günstigeren Nettopreise unserer Nachbarländer können auch deutsche Autofahrer nutzen. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Dasselbe Auto – aber deutlich verschiedene Preise: Neuwagen kosten in Deutschland deutlich mehr als in vielen anderen EU-Staaten. Wer einen so genannten Re-Import kauft, kann deshalb viel Geld sparen. Er muss dabei aber auch einiges beachten.

Bis zu 180 Prozent Zulassungssteuer: Wer in Dänemark ein Auto fahren will, muss dafür kräftig blechen. Damit sich dort überhaupt noch Autos verkaufen lassen, senken die Hersteller ihre Nettopreise auf ein Level, von dem deutsche Autofahrer nur träumen können. Auch in vielen anderen EU-Ländern bieten sie ihre Neuwagen deutlich unterhalb der deutschen Preise an.

Deshalb kann es sich lohnen, ein Auto von dort zu importieren. Darum kann man sich selbst kümmern. Man kann aber auch ganz einfach in Deutschland einen Re-Import kaufen – von einem Händler, der sich darauf spezialsiert hat. In beiden Fällen gibt es allerdings ein paar Dinge zu beachten.

Wichtig: Die Hinweise gelten nur für Re-Importe aus dem EU-Ausland.

Wie funktioniert das Prinzip des Re-Imports?

Andere Länder, andere Preise: Häufig kostet ein Neuwagen – vor allen Abgaben – im EU-Ausland viel weniger Geld als bei uns. Wer solch ein Auto nach Deutschland holt oder holen lässt und erst in Deutschland beim Händler kauft, kann entsprechend sparen. Wenn das Auto, das Sie aus dem Ausland nach Deutschland holen, ursprünglich von hier stammt, spricht man von einem Re-Import. Neben dem möglichen Kostenvorteil gibt es dabei aber auch einige nachteilige Aspekte.

Warum sind Neuwagen im EU-Ausland günstiger?

Ein noch nicht zugelassener Neuwagen hat im EU-Ausland häufig einen geringeren Preis als in Deutschland. Das liegt an der unterschiedlichen Kaufkraft, aber auch an den höheren Mehrwertsteuersätzen in den einzelnen Ländern. Hinzu kommen Abgaben wie etwa eine Zulassungssteuer, die in einigen Ländern erhoben werden. An diese Vielzahl von Faktoren passen die Autohersteller in jedem Land ihre Netto-Preise an, um ihre Autos verkaufen zu können.

Da bestimmte Abgaben in Deutschland nicht anfallen und die Kaufkraft recht hoch ist, sind auch die Netto-Preise bei uns an der Spitze. Deshalb kann der Re-Import eines günstig im Ausland gekauften Neuwagens lukrativ sein. Denn die anfallenden Steuern bezahlen Sie nicht in dem Land, wo Sie das Auto gekauft haben, sondern in Deutschland – also lediglich 19 Prozent Mehrwertsteuer.

Wie hoch sind die Preisunterschiede?

Das hängt natürlich vom jeweiligen Land, seinem Steuersystem und seiner Kaufkraft ab. Im günstigsten Fall kann der Preisunterschied bei einem Drittel oder sogar mehr liegen. Besonders günstige Nettopreise finden Sie unter anderem in folgenden Ländern:

  • Dänemark
  • Finnland
  • Griechenland
  • Niederlande
  • Portugal
  • Spanien

Wie viel spart man beim Kauf eines Re-Imports?

Das hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Aus welchem Land stammt das Auto? Denn wie schon beschrieben, sind die Kosten in jedem Land unterschiedlich – und damit auch die Ersparnis.
  • Zu welchem Segment zählt Ihr Wunsch-Auto? Einen teuren Porsche werden Sie auch per Re-Import nicht deutlich günstiger bekommen – im Gegensatz etwa zu einem VW Passat.

In geeigneten Segmenten lassen sich durch einen Re-Import jedoch bis zu 30 Prozent gegenüber einem deutschen Neuwagen einsparen, sagen die Händler. Da viele Autohäuser zu großen Rabatten bereit sind, lohnt sich dennoch der Preisvergleich: Nicht in jedem Fall muss der Re-Import tatsächlich der günstigste Weg hin zum neuen Auto sein.

Hat ein Re-Import aus der EU eine Garantie?

Ja. Die Werksgarantie ist europaweit gültig.

Gibt es Qualitätsunterschiede?

Nein. Die EU-Autos stammen in aller Regel aus dem selben Werk wie die Autos für den deutschen Markt. Sie müssen dieselben EU-Richtlinien und Qualitätsanforderungen ihres Herstellers erfüllen. Sicherheit und Verarbeitung sind also identisch.

Gibt es Nachteile beim Re-Import eines Autos?

Ja. Da Sie in aller Regel ein bereits gebautes Auto kaufen, können Sie keinen Einfluss auf dessen Ausstattung nehmen. In kleineren Details sollte man deshalb kompromissbereit sein. Wer sich aber für ein weit verbreitetes Auto interessiert, dürfte eine Ausstattung finden, die seinen Vorstellungen entspricht.

Weniger schön: Bestimmte Sicherheitsausstattungen, etwa der Schleuderschutz ESP, sind in Deutschland längst Standard – in anderen Ländern aber nicht. Das bringt zwar keine rechtlichen Probleme. Aber mitunter ist Ihr Neuwagen dennoch technisch nicht auf neuestem Stand. In diesem Fall müssen Sie beim Wiederverkauf eventuell Zugeständnisse machen.

Ein weiteres Beispiel ist die elektronische Wegfahrsperre. In vielen Ländern zählt sie nicht zur Basisausstattung – von etlichen Versicherungen in Deutschland wird sie aber gefordert.

Eigenimport aus einem EU-Land

Beim Kauf eines Importautos haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie kaufen es in Deutschland bei einem entsprechenden Händler oder Sie selbst kaufen es im Ausland und kümmern sich um die Überführung und alles Weitere. Die zweite Variante ist jedoch sehr aufwendig und Sie müssen einige juristische Klippen umschiffen.

Beispielsweise liegt dem Kaufvertrag das Recht des jeweiligen Landes zugrunde. Er ist außerdem in der jeweiligen Landessprache verfasst und nicht immer erhalten Sie eine deutsche Version. Oder die Sachmängelhaftung: Wenn sich am Auto ein Mangel zeigt, müssen Sie im Ausland für Ihr Recht kämpfen.

Hinzu kommt einiger Verwaltungsaufwand. Außerdem müssen Sie den Transport des Autos organisieren. Deshalb die klare Empfehlung: Wenden Sie sich an einen Händler in Deutschland, der das Auto bereits hergeholt hat.


Re-Import durch einen Händler

Achten Sie darauf, dass Ihr deutscher Anbieter tatsächlich Händler ist – und nicht nur der Vermittler des Autos. Nur dann können Sie Ihre Ansprüche nach deutschem Recht geltend machen. Andernfalls ist Ihr Vertragspartner nämlich der Verkäufer aus dem EU-Ausland und der Vertrag basiert auf dem Recht dieses Landes.

Darüber hinaus läuft das Geschäft genauso ab wie jeder andere Kauf bei einem Autohändler – nur, dass Ihr Neuwagen bereits das EU-Ausland gesehen hat.

Verwendete Quellen:
  • Verkehrsclub ADAC
  • bussgeldkatalog.org
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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