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Auto – Cannabis am Steuer: Ab wann droht ein Fahrverbot?


Cannabis am Steuer: Wann ein Fahrverbot droht

  • Christopher Clausen Porträt
Von Christopher Clausen

Aktualisiert am 21.08.2022Lesedauer: 3 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Joint am Steuer: Wenn Fahrer nach dem Konsum von Cannabis Auto fahren, resultiert oft eine Gefährdung des Straßenverkehrs daraus.
Joint am Steuer: Wenn Fahrer nach dem Konsum von Cannabis Auto fahren, resultiert oft eine Gefährdung des Straßenverkehrs daraus. (Quelle: sestovic/getty-images-bilder)
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Bekifft am Lenkrad? Mit welchen Folgen Cannabiskonsumenten rechnen müssen, wenn sie im Auto von der Polizei erwischt werden.

Das Wichtigste im Überblick


  • Was plant die Ampelkoalition?
  • Wie verbreitet ist Cannabis?
  • So verändert Cannabis das Fahrverhalten
  • Wie viele Unfälle werden unter Cannabis-Einfluss verursacht?
  • Strafen: Das droht Autofahrern unter Cannabiseinfluss
  • THC: Das ist der Grenzwert

Die Bundesregierung plant einige Neuregelungen, um das Rauschmittel kontrolliert zu verkaufen. Gleichzeitig gelten klare strenge Regeln, wenn es um das Fahren eines Autos unter Einfluss von Cannabis geht.

Was plant die Ampelkoalition?

SPD, Grüne und FDP wollen laut Koalitionsvertrag eine "kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften" einführen. Damit würden "die Qualität kontrolliert, die Weitergabe verunreinigter Substanzen verhindert und der Jugendschutz gewährleistet". Dies ist jedoch sowohl intern bei den Koalitionspartnern als auch bei Experten umstritten.

Wie verbreitet ist Cannabis?

Cannabis ist nach Alkohol das am zweithäufigsten konsumierte Rauschmittel in Deutschland, häufig bei jüngeren Menschen:

In einer Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung von 2018 zeigte sich, dass jeder zehnte 12- bis 17-jährige Jugendliche schon einmal Cannabis konsumiert hat. Gut vier von zehn jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren haben schon einmal Cannabis konsumiert (42,5 Prozent). Regelmäßiger Cannabiskonsum (öfter als zehnmal in den letzten zwölf Monaten) war bei 1,6 Prozent der Jugendlichen und 6,9 Prozent der jungen Erwachsenen gegeben.

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Die Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit werden allerdings häufig unterschätzt: In einer repräsentativen Umfrage des TÜV-Verbands stuften 79 Prozent Alkohol beim Autofahren als "sehr gefährlich" ein – bei Cannabis waren es 61 Prozent. Nur 47 Prozent gaben an, sich über die Regelungen zu Cannabis im Straßenverkehr gut informiert zu fühlen.

So verändert Cannabis das Fahrverhalten

"Der Konsum von Cannabis beeinflusst das Urteilsvermögen, die motorische Koordination und die Reaktionszeit. Das sind wichtige Fähigkeiten, die für sicheres Fahren erforderlich sind", warnt Marc-Philipp Waschke, Referent für Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband. Anders als bei Alkohol sind die Beeinträchtigungen durch Cannabis bislang weniger gut erforscht. "Je nach Produkttyp, Konsumart, konsumierter Menge und potenzieller Toleranz einer Person kann sich der Cannabiskonsum unterschiedlich auswirken", sagt er.

Der Verband plädiert dafür, den Konsum und das Führen eines Fahrzeugs strikt voneinander zu trennen. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass der Konsum und die Wirkung von Cannabis harmlos oder effektlos für die Fahrsicherheit sind, heißt es.

Wie viele Unfälle werden unter Cannabis-Einfluss verursacht?

Das lässt sich nicht sagen. In der amtlichen Unfallstatistik wird bis dato nicht zwischen Cannabis und anderen Drogen unterschieden. Unfälle, die sich unter dem Einfluss von Cannabis ereignen, werden unter der Sammelkategorie "andere berauschende Mittel" in der Unfallstatistik zusammengefasst.

Strafen: Das droht Autofahrern unter Cannabiseinfluss

Wer Cannabis geraucht hat und aktiv am Straßenverkehr teilnimmt, riskiert bereits beim erstmaligen Verstoß ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot von einem Monat.

Noch vor einigen Jahren führte eine einmalige Autofahrt unter Cannabis noch automatisch zum Führerscheinentzug. Das Bundesveraltungsgericht in Leipzig urteilte 2019 jedoch: "Allein der erstmalige Verstoß gegen die gebotene Trennung von Konsum und Fahren rechtfertigt in der Regel nicht die Annahme, dass sich der Betroffene als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen erwiesen hat."

THC: Das ist der Grenzwert

Üblicherweise wird der Führerschein eingezogen, wenn Autofahrer den Konsum von Alkohol, Cannabis oder anderen Drogen nicht vom Autofahren "trennen" können, wenn sie sich also auch fahruntauglich ans Steuer setzen.

Ab einem Grenzwert von 1 Nanogramm Cannabis pro Milliliter Blut können Verkehrsbehörden eine ärztliche Begutachtung oder eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) anordnen.

Es gibt Überlegungen, diesen Grenzwert auf drei Nanogramm zu erhöhen, wovor der TÜV-Verband allerdings warnt: "Kraftfahrer, die eine Fahreignungsuntersuchung absolvieren müssen, weisen eine erhebliche Drogenproblematik auf, unabhängig von der Höhe der THC-Konzentration", erklärt Marc-Philipp Waschke. "Es handelt sich in der Regel also nicht um gelegentliche Cannabiskonsumenten, die Konsum und Fahren zuverlässig trennen."

Heißt also: Wenn schon unter den aktuellen Grenzwerten viele Fahrer, die wegen ihres Cannabis-Konsums auf ihre Fahrtauglichkeit überprüft werden, ein großes Drogenproblem haben, könnte das bei einem höheren Grenzwert noch extremer sein.

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Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur AFP
  • bzga.de: "Cannabiskonsum von Jugendlichen"
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  • Markus Abrahamczyk
Von Markus Abrahamczyk
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