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Neuer Antrieb f├╝r Oldtimer

Von dpa
Aktualisiert am 29.01.2020Lesedauer: 3 Min.
Marco Stromberg von der Maschinenbau-Firma Lorey hat einen Jaguar E-Type aus dem Baujahr 1972 mit einem Elektromotor ausger├╝stet.
Marco Stromberg von der Maschinenbau-Firma Lorey hat einen Jaguar E-Type aus dem Baujahr 1972 mit einem Elektromotor ausger├╝stet. (Quelle: Arne Dedert/dpa./dpa)
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Offenbach (dpa/lhe) - Die Elektromobilit├Ąt spielt f├╝r das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung eine zentrale Rolle. Millionen Autos sollen in den kommenden Jahren ohne Benzin und Abgase auf Deutschlands Stra├čen rollen.

Doch wer denkt dabei an Oldtimer? F├╝r die einen ist es Frevel am historischen Automobil, f├╝r andere eine logische Alternative zu den spritfressenden Verbrennungsmotoren fr├╝herer Jahre.

"Mit einem Elektromotor sind die Autos alltagstauglich und er ist wartungsfreundlich", sagt Marco Lorey. Der 40 Jahre alte Maschinenbauer bastelt seit 2007 E-Motoren in alte Autos und Oldtimer, also schon lange bevor Elektromobilit├Ąt in der Autoindustrie Tagesthema wurde und zu einer Zeit, als die Fahrzeugbauer eher auf immer leistungsf├Ąhigere Verbrennungsmotoren setzten.

E-Motor statt Verbrenner

"Wir waren mit einer der Ersten", sagt Lorey ├╝ber seine Werkstatt in Offenbach, in der er derzeit zusammen mit Vater Rainer und Mitarbeiter Moritz Gerber einen Porsche 912 und einen Chevrolet Baujahr 1925 umr├╝stet. Dabei werden die alten Verbrennungsmotoren ausgebaut, der E-Motor an das alte Getriebe geflanscht und Platz f├╝r die Batterien geschaffen ohne am ├Ąu├čeren Erscheinungsbild der historischen Karosse etwas zu ver├Ąndern. Die Bauzeit liege zwischen 60 und 120 Stunden, die anschlie├čende Reichweite gehe von 60 bis weit ├╝ber 100 Kilometer. Die Kosten w├╝rden bei durchschnittlich 15 000 Euro liegen.

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"Es gibt immer noch Leute, die nicht wissen, dass es diese M├Âglichkeit gibt", sagt Lorey. Umr├╝sten k├Ânne man vom kleinen Traktor bis zum 3,5 Tonner alles. Er baut in der mit Maschinen, Ersatzteilen, Batterien und Werkzeug vollgestellten Halle allerdings nur ├Ąltere Fahrzeuge bis maximal Baujahr 2002/2003 um. "Ab dann wird es mit der Bordelektronik problematisch."

Umweltzonen und Fahrverbote

Der Trend gehe aber klar zum Oldtimer. Lorey selbst nimmt nur Auftragsarbeiten an. Auf Halde baut er nicht und ist bis April auch erst einmal ausgebucht. In die Karten gespielt hat ihm dabei offensichtlich auch die ganze Diskussion um Umweltzonen und Fahrverbote. "Es scheint damit zusammenzuh├Ąngen. Man hat an den Anfragen gemerkt, dass da ein Nachdenken da ist." Bei den Umbauten helfen seine Kunden auch mit, wie sein Mitarbeiter Gerber, der fr├╝her selber Kunde war.

Lorey ist mit seinem Betrieb nicht der Einzige in Deutschland. Konkurrenzdenken gebe es allerdings nicht. "Der Markt ist noch friedlich", sagt der 40 J├Ąhrige. Vielmehr w├╝rden sich die Umr├╝ster unter einander auch mal aushelfen bei kniffligen Fragen. Er selbst habe Anfragen f├╝r Umbauten aus ganz Deutschland, der Schweiz, ├ľsterreich, D├Ąnemark und sogar von den Kanarischen Inseln.

Wer seinen Oldtimer umr├╝stet auf einen E-Motor verliert sein H-Kennzeichen. Allerdings, so Lorey, kann er dann zehn Jahre steuerfrei fahren. Wie viele Oldtimer in Deutschland umger├╝stet wurden, ist beim Kraftfahrt-Bundesamt statistisch nicht erfasst. Ob mit oder ohne H-Kennzeichen, am 1. Januar 2019 habe es bundesweit 536.515 Oldtimer gegeben. In Hessen waren es 44.513.

Neue Alltagstauglichkeit

F├╝r Marco Stromberg war der Schritt nur konsequent. Er rollt mit einem Jaguar E-Type, Baujahr 1972, auf Loreys kleines Fabrikgel├Ąnde. Statt des typischen Brummens eines Sechszylinders macht der Wagen keinen Mucks. "Ich bin ├╝berzeugter E-Mobilist", sagt der Projektentwickler f├╝r Erneuerbare Energien. "Viele Oldtimer stehen einfach nur rum. Mit dem E-Motor bekommen sie eine Alltagstauglichkeit."

Eine Umr├╝stung, die beim deutschen ADAC und beim Oldtimer-Weltverband FIVA (F├ęd├ęration Internationale des V├ęhicules Anciens) skeptisch gesehen wird. Als Organisation k├Ânne man den Austausch des Antriebs durch Elektrokomponenten nicht empfehlen, hei├čt es in einer Stellungnahme des Weltverbandes auf seiner Homepage. "Historische Fahrzeuge, deren Original-Verbrennungsmotor durch einen Elektromotor ersetzt wurde, gelten laut Definition der FIVA nicht mehr als historisch." Das sieht auch der ADAC so: "Elektrifizierte Oldtimer sind keine historischen Fahrzeuge im Sinne der Fahrzeugzulassungsverordnung, deshalb wird ihnen das H-Kennzeichen aberkannt."

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