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Spionagesoftware Pegasus: Unternehmenschef kündigt Rücktritt an


"Pegasus"
Chef von Spionagesoftware-Hersteller tritt zurück

Von afp, arg

Aktualisiert am 22.08.2022Lesedauer: 2 Min.
imago images 126894962Vergrößern des BildesEin Smartphone, auf dem eine Pegasus-Figur liegt: Der Chef des israelischen Softwareunternehmens NSO Group hat seinen Rücktritt verkündet. (Quelle: Christian Ohde via www.imago-images.de)
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Der Spähskandal um die israelische Spionagesoftware Pegasus sorgte vergangenes Jahr für Aufsehen. Jetzt hat der Unternehmenschef seinen Rücktritt angekündigt.

Der Chef des israelischen Technologieunternehmens NSO, das die umstrittene Spionagesoftware Pegasus herstellt, tritt zurück. NSO-Mitbegründer Shalev Hulio verlasse im Rahmen einer Umstrukturierung seinen Posten, teilte ein Unternehmenssprecher mit.

An seine Stelle rücke der bisherige Vorstand für das operative Geschäft, Yaron Shohat, der auch den Reorganisationsprozess leiten werde. Das verschuldete Unternehmen will sich demnach künftig auf die Nato-Mitgliedstaaten als Kunden konzentrieren.

Laut NSO-Mitbegründer Hulio soll die Umstrukturierung die "nächste Wachstumsphase" des Unternehmens vorbereiten. Er versicherte, die Technologien von NSO würden "weiterhin helfen, weltweit Leben zu retten". Sein Nachfolger Shohat erklärte, NSO werde sicherstellen, dass die Technologien des Unternehmens "für rechtmäßige und angemessene Zwecke eingesetzt werden".

Spähsoftware "Pegasus"

Die Pegasus-Software des israelischen Herstellers NSO ist in der Lage, sämtliche Daten von damit angegriffenen Mobiltelefonen auszulesen. Außerdem kann Pegasus unbemerkt Kamera und Mikrofon des jeweiligen Gerätes anschalten. Nach Unternehmensangaben wird die Software nur an Regierungsbehörden verkauft, um Verbrecher und Terroristen aufzuspüren, und der Verkauf muss von der israelischen Regierung genehmigt werden.

Eine Recherche von 17 internationalen Medien hatte jedoch im vergangenen Jahr ergeben, dass mithilfe von Pegasus die Telefone von Hunderten Journalisten, Politikern und Menschenrechtsaktivisten in zahlreichen Ländern überwacht worden waren, darunter auch in autoritär regierten Staaten wie etwa Saudi-Arabien. Als Reaktion auf den Pegasus-Skandal setzte die US-Regierung die NSO Group im vergangenen Jahr auf eine schwarze Liste.

NSO wurde bereits von mehreren Unternehmen verklagt

Der US-Technologiekonzern Apple hat bereits Ende vergangenen Jahres Klage gegen die israelische NSO Group eingereicht. Dadurch wollte der Konzern dem israelischen Spionagesoftware-Hersteller jegliche Nutzung von Apples Software, Hardware und Dienstleistungen juristisch unterbinden lassen.

Bereits Ende 2019 hat WhatsApp, der Chatdienst des Meta-Konzerns (ehemals Facebook), die NSO Group aus ähnlichen Gründen verklagt. Dieser hat NSO vorgeworfen, die eigenen Systeme ausgenutzt zu haben, um Nutzerinnen und Nutzer des Chatprogramms zu überwachen.

Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur AFP
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